Start / News / Ökologie / Streuobst wird Immaterielles Kulturerbe

UNESCO

Streuobst wird Immaterielles Kulturerbe

Erste Hürde erfolgreich genommen

Streuobst wird Immaterielles Kulturerbe

Der Verein Hochstamm Deutschland e.V. hat im letzten Jahr unter bundesweiter Beteiligung einen Antrag zur Aufnahme des Streuobstanbaus in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbe gestellt. Unterstützt wird das Vorhaben bereits von über 1,3 Millionen Menschen, die sich in eine digitale Unterstützerliste eingetragen haben. Der Antrag mit dem Titel „Der Streuobstanbau in Deutschland als Archiv des kulturellen Erbes“ wurde nun in die nächste Runde geschickt und hat Chancen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden.

Das Vorhaben den Streuobstanbau zum Immateriellen Kulturerbe zu machen ist seiner Verwirklichung einen großen Schritt nähergekommen. Denn in dem mehrstufig angelegten Verfahren zur Auswahl Immaterieller Kulturerbe ging die Bewerbung nun in die nächste Runde: Anfang April tagte das zuständige Gremium des Landes Baden-Württembergs und stimmte für den Antrag. Darüber, ob die Streuobstkultur im nächsten Schritt auch in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wird, entscheidet nun die Deutsche UNESCO-Kommission.

„Wir freuen uns sehr, dass das zuständige Gremium in Baden-Württemberg für den Antrag gestimmt hat und damit auch dem Wunsch der über 1,3 Millionen Unterstützern unseres Vorhabens entspricht“, so Martina Hörmann, Vorsitzende des Vereins Hochstamm Deutschland, der den Antrag stellvertretend für die gesamte deutsche Streuobstgemeinschaft stellte. „Zwar hat unser Verein den Antrag federführend erarbeitet und die Koordination übernommen, angewiesen waren wir dabei jedoch auf die Unterstützung der Streuobst-Akteure aus ganz Deutschland: Viele haben Unterschriften gesammelt oder in ihrem Verein, ihrer Institution oder auch im Bekanntenkreis auf das Vorhaben und die Möglichkeiten zur Unterstützung aufmerksam gemacht.

Außerdem haben uns zahlreiche Einsendungen und Rückmeldungen mit Hinweisen für die Antragsinhalte erreicht und im Rahmen unseres Fotowettbewerbs „Kulturgut Streuobst“ konnten wir die für den Antrag benötigten Bilder sammeln“, erklärt Hörmann weiter.

„Die Anerkennung des Streuobstbaus als Immaterielles Kulturerbe würde zwar keine direkten Auswirkungen, wie zum Beispiel eine finanzielle Förderung von Streuobstbewirtschaftern mit sich bringen, birgt aber dennoch eine Menge Potenzial“, ergänzt Jannis Burk, der als Mitarbeiter der Geschäftsstelle von Hochstamm Deutschland e.V. den Prozess der Antragstellung leitet.

Weiter erläutert er: „So ist dies eine öffentlich sichtbare Anerkennung der kulturellen Ausdrucksform und würdigt das große Engagement aller Streuobstwiesenfreunde. Denn Streuobstwiesen bestehen nur so lange, so lange es auch Menschen gibt, die ihre zeit- und arbeitsintensive Pflege übernehmen. Die Erkenntnis, dass Streuobstwiesen keine Selbstverständlichkeit sind, möchten wir durch unsere intensive Berichterstattung auch in das Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. Die Aufnahme in das Verzeichnis kann dabei die Aufmerksamkeit für Streuobst massiv erhöhen, wie es beispielsweise zuvor schon bei der Brotkultur geschehen ist.“

Darüber wie es mit dem Antrag weitergeht, sowie zahlreiche weitere Streuobst Themen informiert der Verein regelmäßig über seine Homepage www.hochstamm-deutschland.de, sowie in seinem monatlich erscheinenden Newsletter.


Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Streuobstwiesen mit mehr Bio-Äpfeln

Streuobstwiesen mit mehr Bio-Äpfeln

Die Fuchtsafthersteller können nach Angaen des Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie nach dem Ergebnis der Fruchtbehangschätzungen, die letzte Woche abgeschlossen wurden, mit rund 850.000 Tonnen Streuobstäpfeln rechnen.

24.07.2020mehr...
Stichwörter: UNESCO, Streuobstweisen, Kulturerbe, Hochstamm Deutschland

Vorbild für Nachhaltigkeit

UNESCO zeichnet Expertennetzwerk Nachhaltige Ernährung aus

Für seine außerordentlichen Aktivitäten in der Bildungsarbeit wurde das Expertennetzwerk Nachhalt...
24.01.2020mehr...
Stichwörter: UNESCO, Streuobstweisen, Kulturerbe, Hochstamm Deutschland