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Deutlich mehr Bio-Gemüseanbauflächen in Niedersachsen

Wachstum beschleunigt sich

Der Bio-Gemüseanbau in Niedersachsen wächst schneller. War die Fläche 2015 noch 1.400 ha groß (genau 1.417 ha), waren es 2016 schon 1.600 ha (genau 1.558). In diesem Jahr wächst der Bio-Gemüseanbau auf 1.800 ha (genau 1.838 ha). Das bedeutet zehn Prozent Wachstum von 2015 auf 2016 und 18 Prozent Zuwachs von 2016 auf 2017.

„Viele Landwirte erkennen, dass mit Frischgemüse gute Erträge zu erzielen sind“, sagt Henning Niemann, Marktexperte im Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen. Er rechnet mit einem Ertrag für Gemüse der rund 14 Mal höher liegt als für Getreide. Mit Feldgemüse können Landwirte einen Deckungsbeitrag von 80.00 Euro pro Hektar erzielen. Für Gewächshauskulturen wie Tomaten, Paprika oder Gurken liegt er noch einmal deutlich darüber. „Das sind natürlich attraktive wirtschaftliche Perspektiven“, sagt der Marktexperte. Viele niedersächsische Landwirte hätten zudem gute Bedingungen für den Gemüseanbau. „Wer Kartoffeln anbaut, ist nicht weit von Gemüse entfernt. Er hat schon die richtigen Maschinen und passende Technik wie Beregnungsanlagen.“ Und Bio-Kartoffeln sind eine Stärke von Niedersachsen. Jede vierte Bio-Kartoffel in Deutschland kommt aus diesem Bundesland. 

Rund 13 Prozent des bundesdeutschen Gemüses wächst in Niedersachsen, obwohl Niedersachsen mit 3,4 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche vergleichsweise wenig Ökolandbau hat. Die Hauptkultur sind Möhren auf über 20 Prozent der Fläche, gefolgt von Zwiebeln/Lauch auf zwölf Prozent der Fläche und Kohl auf sechs Prozent der Bio-Gemüsefläche in Niedersachsen. Insgesamt wird knapp zehn Prozent der niedersächsischen Gemüsefläche ökologisch bewirtschaftet.

Das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen hat im vergangenen Jahr einen Runden Tisch Bio-Gemüse mit Experten aus Handel und Verarbeitung sowie Bauernvertretern ins Leben gerufen. Ziel war es zu erkunden, wie sich Umsteller für den Gemüseanbau gewinnen lassen. Herausgekommen ist: Die Ansprüche des Handels liegen oft weit entfernt von den Möglichkeiten der Bio-Landwirte. „Es fehlen vor allem Aufbereitungsstrukturen im Flächenland Niedersachsen“, sagt Niemann: „Lagern, waschen, verpacken, etikettieren. Und Landwirte, die sich auf den anspruchsvollen Bio-Gemüseanbau einlassen, brauchen Sicherheiten, also Abnahmeverträge und Verwertungsmöglichkeiten für B-Ware.“ Beides bremst die Entwicklung des Öko-Gemüseanbaus, obwohl der Bedarf an heimischer Rohware stark wächst.

Der Aufbau der Strukturen braucht seine Zeit. Deshalb begleitet das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen den Runden Tisch Bio-Gemüse weiter. Unterstützt wird die Arbeit durch das Land Niedersachsen. Am 7. November 2017 organisiert das KÖN das 2. Bio-Fachforum Gemüse & Kartoffeln, ein überregionaler Branchentreff, auf dem Landwirte und Abnehmer miteinander ins Gespräch kommen. Im vergangenen Jahr kamen 130 Interessierte. Weitere Informatio- nen und Anmeldung über http://www.oeko-komp.de

Ulrike Hoffmeister


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