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Franchise-Konzept für regionale Produkte

Landmad soll sich in 50 dänischen Städten etablieren

Vor drei Jahren eröffnete Louise Dolmer ihren ersten Landmad-Markt mit integriertem Café in der dänischen Hafenstadt Grenaa in Jütland. Der Fokus liegt auf regionalen und saisonalen landwirtschaftlichen Produkten. Mit ihrem Franchise-Konzept will sie Landmad in 50 dänischen Städten etablieren. Mittlerweile gibt es acht Filialen und einen Online-Shop, mit denen die Inhaberin einen Umsatz von je 400.000 Euro generiert.

Dolmer weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, Landwirtin zu sein. Mit ihrem Mann bewirtschaftet sie seit 25 Jahren einen eigenen Hof mit Viehzucht und Getreideanbau, den sie weitestgehend ökologisch betreiben. „Bauern werden nicht nach der Qualität ihrer Produkte bezahlt, sondern jeder erhält denselben Preis. Das hat mich vor fünf Jahren dazu bewogen, einen Farmshop mit hochwertigen saisonalen und lokalen Produkten auf unserem Hof zu eröffnen“, sagt sie.

Zwei Jahre später stand sie in ihrem eigenen Regionalmarkt Landmad in Grenaa. Der Bio-Anteil der rund 2.500 Produkte liegt bei 20 Prozent. „Wir nutzen diesen Laden als Testmarkt, um zu sehen, welche Produkte gut beim Kunden ankommen“, sagt sie. „Bei uns in Jütland sind die Menschen eher am Geschmack und an lokalen Produkten interessiert, während die Kopenhagener Bio-Produkte bevorzugen.“

Qualität, Produktionsart und Geschmack stünden bei Landmad an erster Stelle. „Wir schauen uns die Produktionsbedingungen vor Ort an und testen natürlich auch alle Produkte, bevor wir sie in unser Sortiment mit aufnehmen.“

Kunden ein Erlebnis bieten

Dolmers Franchise-Konzept legt Wert auf eine ländliche Einrichtung mit viel Liebe zum Detail. Zudem kann man die landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie Marmeladen oder Öle anfassen und probieren, bevor man sich für einen Kauf entscheidet. „Wir wollen unseren Kunden ein Erlebnis bieten und sie mit den Lebensmitteln der Erzeuger aus ihrer Umgebung vertraut machen“, sagt sie. Dazu tragen auch Videos bei, die dem Kunden zeigen, woher die Produkte kommen und wie sie hergestellt werden.

Im vergangenen Sommer hat sie ihren ach­ten Landmad-Shop im 70 Kilometer entfernten Aarhus eröffnet. Bis zu ihrem Ziel, der Etablierung von 50 Läden in Dänemark, sei es aber noch harte Arbeit. Denn die Suche nach lokalen Herstellern gestalte sich als nicht so einfach. Viele Produzenten ließen sich von der Bürokratie abschrecken, die hinter der Qualitätsprüfung ihrer Lebensmittel steckt, erklärt Controllerin Marianne Bruun Wiborg.

„Aktuell verkaufen wir Erzeugnisse von 150 Landwirten in unseren Märkten. Davon sind 35 bis 40 Prozent lokal“, sagt Dolmer. „Um 50 Märkte betreiben zu können, benötigen wir Erzeugnisse von rund 1.000 Landwirten.“ Bei der Suche nach neuen Partnern setze sie auch auf die Unterstützung ihrer Franchise-Teilnehmer. Damit sich ihr Konzept rentiere, benötige sie mindestens 22 Läden.

Neben lokalen Artikeln bietet Landmad auch nationale und internationale Produkte an, wie Kaffee aus Uganda. „Wir kooperieren mit afrikanischen Kaffeebauern, die wir mit einer Hühnerfarm bei der Selbstversorgung unterstützen. Im Gegenzug erhalten wir ihren Kaffee“, so die Inhaberin.
Verbraucher aus Europa können die Landmad-Produkte über den Internetshop www.landmad.dk beziehen. Ab 2018 will Dolmer auch mit ihren Märkten die dänische Landesgrenze überschreiten.

Sina Hindersmann

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