Start / Ausgaben / bioPress 90 - Januar 2017 / Natürliches Labeling statt Plastikverpackungen

Verpackung

Natürliches Labeling statt Plastikverpackungen

Nature & More spart millionenfach Kunststoff ein

Nature & More bringt gemeinsam mit der schwedischen Supermarktkette ICA Bio-Obst und -Gemüse mit natürlichem Labeling auf den Markt – und ersetzt damit millionenfach Kunststoffverpackungen. Avocados und Süßkartoffeln sind die ersten Produkte, die mit Logos, aber ohne Umverpackung in die ICA-Läden kommen. Allein für die Avocados sind das 725.000 Plastikschalen und -folien weniger. Mit weiteren Produkten und Abnehmern geht diese Zahl schnell in die Millionen.

Bio-Avocados gelangen in den meisten Fällen mit Umverpackung in die Supermarktregale, da sie als ökologisch erzeugte Produkte erkennbar und von ihren konventionellen Gegenstücken unterscheidbar sein müssen. So wollen Supermärkte auch verhindern, dass die höherpreisige Bio-Ware an der Kasse als herkömmliche Ware abgerechnet wird. Das Gleiche gilt auch für Süßkartoffeln, Äpfel, Kiwis und viele andere Früchte aus nachhaltiger Landwirtschaft. Aufkleber, zum Beispiel mit dem Bio-Logo oder dem EU-Bio-Siegel, können da eine Lösung sein, doch auch sie machen den Einsatz von Papier, Tinten, Lacken oder Leimen erforderlich.

Mit der neuen Methode des natürlichen Labelings bringt Nature & More nun ein Bio-Siegel oder Kundenlogo auf einer Frucht an, ohne dafür irgendeine Art von Verpackungsmaterial zu verwenden. Ausschließlich mit einem gebündelten Lichtstrahl werden Pigmente in der äußersten Schicht der Schale entfernt. Das Labeling findet nur auf der Oberfläche der Frucht statt und hat somit keinen Einfluss auf den Geschmack oder die Haltbarkeit. Die Frucht kann mit oder ohne Schale ganz normal verzehrt werden – selbst der gelabelte Bereich ist bedenkenlos essbar. Das Verfahren ist vom unabhängigen niederländischen Bio-Zertifizierer Skal sowie von allen für die Lebensmittelsicherheit verantwortlichen Autoritäten genehmigt und für unbedenklich erklärt worden.

Die Vorteile der neuen Methode liegen auf der Hand: So rechnet Nature & More damit, durch natürliches Labeling jede Menge Plastik und Energie einzusparen. Ein Beispiel: 2015 verkaufte Nature & More 725.380 Packungen mit Bio-Avocados an schwedische ICA-Supermärkte. Dafür wurden 217 Kilometer Plastikfolie mit einer Breite von 30 Zentimetern verwendet. Umgerechnet macht das 2.042 Kilogramm Plastik. Der dabei erzeugte CO2-Ausstoß ent- spricht einer Autofahrt 1,3 Mal um die Welt. All das fällt durch das natürliche Labeling weg.

Darüber hinaus wirkt das Labeling der Lebensmittelverschwendung entgegen: Bio-Produkte können nun lose angeboten werden und bleiben trotzdem als Bio-Ware erkennbar. So können Supermarktkunden künftig genauso viele Avocados, Süßkartoffeln und anderes Bio-Obst und –Gemüse kaufen, wie sie wirklich benötigen und müssen nicht mehr zu größeren Verpackungseinheiten greifen, deren Reste später im Müll landen.

Nature & More ist die Handelsmarke von Eosta, einem der größten Handelsunternehmen für Bio-Obst und -Gemüse weltweit. Für sein Transparenzsystem, mit dem die Herkunft der Produkte bis zum Erzeuger zurückverfolgt werden kann, ist Eosta bereits mehrfach mit internationalen Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnet worden.


Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Neue Frischfleisch-Verpackung bei Okle

Recycelbare Verkaufsschale steht kurz vor der Markteinführung

Neue Frischfleisch-Verpackung bei Okle © Okle GmbH

Mit einer besonders umweltverträglichen Frischfleisch-Verpackung will die Okle GmbH Großhandelszentrale mit Sitz in Singen am Hohentwiel einen weiteren Schritt in Richtung Klimaneutralität gehen. Die neuen Schalen für Hackfleisch seien sortenrein recycelbar und kämen mit mindestens 60 Prozent weniger Plastik aus.

27.04.2022mehr...
Stichwörter: Verpackung, Nachhaltigkeit, Nature & More

Bode Naturkost setzt auf gartenkompostierbare Folienverpackung

Bode Naturkost setzt auf gartenkompostierbare Folienverpackung

Die Folienpackung nach Gebrauch einfach auf den eigenen Kompost werfen und rückstandslos abbauen lassen? Klar, das funktioniert! Die Horst Bode Import-Export GmbH, Hamburg, verbannt Einweg-Plastik aus den Verpackungen der Eigenmarke ,Bode Naturkost‘.

04.04.2022mehr...
Stichwörter: Verpackung, Nachhaltigkeit, Nature & More

Positive Ökobilanz für StretchWrap-Papier

Mondis Papier für das Umwickeln von Paletten zeigt geringere Klimabelastung

Positive Ökobilanz für StretchWrap-Papier © mondi

Der Verpackungshersteller Mondi hat eine Ökobilanz in Auftrag gegeben, in der sein Advantage StrechWrap-Papier für das Umwickeln von Paletten mit konventioneller Kunststoff-Stretchfolie verglichen wird. Das Ergebnis der externen ISO-konformen Prüfung: Mondis neues Papier ist für 62 Prozent weniger Treibhausgasemissionen verantwortlich.

17.11.2021mehr...
Stichwörter: Verpackung, Nachhaltigkeit, Nature & More