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Co2-Emission

Mit regenerativer Landwirtschaft gegen den Klimawandel

Ökologischer Landbau bindet CO2 für Jahrtausende im Boden

Berlin, 30.11.2015  |   „Wer den Klimawandel bremsen will, muss Landwirtschaft auf regenerative Systeme umbauen“, fordert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), anlässlich des heutigen Starts der Weltklimakonferenz in Paris. Wenn man die fatalen Wirkungen des Klimawandels wie Dürren oder Überschwemmungen bekämpfen wolle, genüge es nicht, Emissionen aus der Landwirtschaft zu reduzieren.

Nur wenn es gelingt, schädliche Treibhausgas-Emissionen aus der Atmosphäre zu entfernen und in den Böden zu speichern, würden Klimaziele erreicht und lebenswichtige Ressourcen erhalten. Löwenstein: „Die von Agrarindustrie propagierte Climate Smart Agriculture ist eine neue Verpackung für dasselbe System der industriellen Landwirtschaft, das uns die aktuellen Probleme eingebrockt hat. Eine gegen den Klimawandel wirksame regenerative Landwirtschaft braucht neue Wege, wie sie zum Beispiel in der französisch-deutschen Initiative ‚4 Promille‘ vorgeschlagen wird.

Wie regenerative Landwirtschaft funktioniert, hat Íñigo Alvarez de Toledo von Ideaa Regeneration Systems erforscht und erprobt. Der Schlüssel zur Kohlenstoffspeicherung liegt in lebendigen Böden: „Auf den Humus kommt es an“, so der spanische Landwirtschaftsberater. Humus entsteht, wenn organisches Material von Bodenorganismen abgebaut wird. „Je größer der Humusanteil im Boden, desto mehr Kohlenstoff kann im Boden festgesetzt und dort für Jahrtausende gespeichert werden.“ Neben den Klimaleistungen, die Humusböden erbringen, gibt es weitere Ökosystem-Dienstleistungen gratis dazu: Mehr Humus bedeutet mehr Nährstoffe, eine bessere Wasseraufnahme- und eine hohe Wasserbindungsfähigkeit – Voraussetzungen für stabile Erträge sowie Schutz vor Trockenheit, Überschwemmungen und Erosion; alle drei Dinge sind wichtige Ursachen für Konflikte und Migrationen weltweit.

„Bio-Bauern weltweit setzen auf Humusaufbau und Bodenfruchtbarkeit. Ökolandbau ist regenerative Landwirtschaft“, sagt Markus Arbenz, Direktor des internationalen Bio-Dachverbandes IFOAM. Dass Humusgehalte durch ökologische Methoden schnell gesteigert werden können, beweisen Bauern rund um den Globus – ob auf einem Lössplateau im Nordosten Chinas, in trockenen Berggebieten im äthiopischen Tigray oder im deutschen Oberrheingraben. Arbenz und BÖLW-Chef Löwenstein sind sich deshalb einig: Die Instrumente der Politik müssen gezielt regenerative Bewirtschaftungsmethoden unterstützen. Das betrifft vor allem Forschung und Ausbildung aber auch den Einsatz von Agrarfördermitteln. 

„Wir haben die Wahl“, betont Benny Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und Regeneration International. „Wir können Täter bleiben und weiter eine Landwirtschaft betreiben, die 30 Prozent aller klimaschädlichen Emissionen verursacht. Oder wir setzen zukünftig auf regenerative Bewirtschaftungsformen, die effizient, schnell, einfach, erschwinglich und hoch produktiv den Kohlenstoff in den Boden zurückbringen, dorthin, wo er fehlt, und gleichzeitig den CO2-Überschuss aus der Atmosphäre und den Weltmeeren entfernen.“ Haerlin weist Grundbesitzer darauf hin, dass der Wert ihres Bodens in Zukunft immer mehr von der Fruchtbarkeit ihres Bodens abhängen wird.


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