Start / News / Ökologie / Ökologische Landwirtschaft schützt das Klima

Klima

Ökologische Landwirtschaft schützt das Klima

Potenzial des Ökolandbaus für den weltweiten Klimaschutz nutzen

Gräfelfing, 24.11.2013  |  Der ökologische Umbau der Landwirtschaft muss ein zentraler Bestandteil der Strategie im Kampf gegen den Klimawandel werden. „Konventionelle Landwirtschaft und exzessiver Fleischkonsum sind für mehr als ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dass es auch anders geht, macht der Öko-Landbau seit Jahrzehnten erfolgreich vor“, sagte Hans Hohenester, Öko-Landwirt und Naturland Präsidiumsvorsitzender, am Dienstag in Gräfelfing mit Blick auf die anstehende UN-Klimakonferenz in Paris.

„Wenn wir das Potenzial des ökologischen Landbaus endlich konsequent nutzen, kann die Landwirtschaft einen maßgeblichen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele beitragen“, unterstrich Hohenester. Er forderte die Bundesregierung auf, das seit Jahren in der nationalen Nachhaltigkeits-strategie verankerte Ziel von mindestens 20 Prozent Öko-Landbau endlich aktiv und mit Nachdruck zu verfolgen.

„Wir brauchen eine klare Festlegung, bis wann dieses Ziel erreicht werden soll. Und wir brauchen ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zum Öko-Landbau als Leitbild einer nachhaltigen, umwelt- und klimaschonenden Landwirtschaft“, forderte der Naturland Präsidiumsvorsitzende. Dann könne die von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt geplante „Zukunftsstrategie Öko-Landbau“ zu einem wichtigen Baustein der Klimapolitik des Bundes werden.

Zum Hintergrund

Die Landwirtschaft produziert laut Weltagrarbericht durch Tierhaltung, Düngung und Energieverbrauch 14 Prozent der weltweiten Treibhausgase. Rechnet man die Rodungen von Urwäldern für den Futtermittelanbau hinzu, sind es sogar 30 Prozent. Der Öko-Landbau schneidet hierbei deutlich besser ab als die konventionelle Landwirtschaft, wie zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen.

Öko-Bauern verzichten auf mineralische Stickstoffdünger, deren Herstellung große Mengen fossiler Energie verschlingt und dabei Treibhausgase freisetzt. Stattdessen wird die Bodenfruchtbarkeit durch den Anbau so genannter Leguminosen gefördert, die Stickstoff aus der Luft im Boden anreichern. Durch gezielten Humusaufbau können ökologisch bewirtschaftete Ackerflächen überdies CO2 langfristig im Boden binden. Gesunde Böden sind weniger betroffen von Erosion, können Wasser besser speichern und sind so besser geeignet, Herausforderungen des Klimawandels wie extremen Trockenheiten zu trotzen.

Die Tierhaltung ist im Öko-Landbau direkt an die zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Nutzfläche gebunden. Öko-Bauern halten weniger Tiere, was eine Überdüngung der Böden verhindert und zugleich weniger Treibhausgase verursacht. Funktionieren kann das aber nur, wenn die Verbraucher weniger Fleisch essen, dafür aber in besserer, ökologischer Qualität.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

AöL fordert Strategie zum Klimarisikomanagement in der Ernährungsbranche

Verband veröffentlicht neues Positionspapier

AöL fordert Strategie zum Klimarisikomanagement in der Ernährungsbranche © stock.adobe.com_float

Ernteausfälle, Dürreperioden und sinkende Nährstoffgehalte in Grundnahrungsmitteln: Der Klimawandel wird zunehmend zum zentralen Risiko für die Lebensmittelwirtschaft. Darauf weist die Assoziation ökologischer Lebensmittelherstellerinnen und -hersteller (AöL) anlässlich eines aktuellen Factsheets des Europaabgeordneten Martin Häusling zur Ernährungssicherheit hin. Der Verband sieht dringenden Handlungsbedarf entlang der gesamten Wertschöpfungskette und plädiert für einen Austausch von Ernährungswirtschaft und Politik.

10.06.2026mehr...
Stichwörter: Nachhaltigkeit, Klima, Klimaschutz, Fleischkonsum

Sustainable Economy Summit: zwischen Aufbruch und Blockade

Wie Unternehmen die nachhaltige Transformation vorantreiben – und woran es scheitert

Sustainable Economy Summit: zwischen Aufbruch und Blockade

Nachhaltigkeit ist längst ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor – davon sind viele Unternehmen überzeugt. Doch fehlende Planungssicherheit, politische Debatten und regulatorische Unklarheiten bremsen Investitionen. Wie lässt sich Naturkapital bilanziell abbilden? Wie können Klimarisiken minimiert werden? Und welche Rolle kann dabei der Ökolandbau spielen? EntscheiderInnen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen am 21. und 22. April im Axica-Kongress- und Tagungszentrum in Berlin zusammen, um praxisnahe Antworten auf die zentralen Herausforderungen der Zukunft zu diskutieren.

30.04.2026mehr...
Stichwörter: Nachhaltigkeit, Klima, Klimaschutz, Fleischkonsum

Biofach öffnet sich

Weltleitmesse für Bio will neue Akteure ins Boot holen

Biofach öffnet sich © NuernbergMesse / Uwe Niklas

Nicht-Bio auf der Biofach? Ab 2027 will die Messeleitung erstmals auch Aussteller ohne Bio-Zertifikat zulassen – sofern diese Kriterien erfüllen, die zum Bio-Kern-Gedanken passen. Los geht es mit einem neuen Fairtrade-Bereich. Hintergrund ist eine Horizonterweiterung von einer Plattform für Bio zu einer Plattform für zukunftsfähige Ernährung. Biofach-Leiter Dominik Dietz hat mit bioPress über das neue Konzept gesprochen.

03.02.2026mehr...
Stichwörter: Nachhaltigkeit, Klima, Klimaschutz, Fleischkonsum



Kühe und Klimaschutz

FiBL-Faktenblatt zeigt Potenzial von biologischer Weidehaltung

07.10.2025mehr...
Stichwörter: Nachhaltigkeit, Klima, Klimaschutz, Fleischkonsum