Start / Ausgaben / bioPress 85 - Oktober 2015 / Zukunft der Landwirtschaft:

Landwirtschaft

Zukunft der Landwirtschaft:

Feldroboter Bonirob soll in Zukuft Beikräuter bekämpfen

Gemeinsam mit der Fachhochschule Westküste arbeitet der Betriebsinhaber der Dörscher & Carstens Bio GbR, Rainer Carstens, an der Entwicklung des Feldroboters Bonirob, der in Zukunft zur Entfernung von Beikräutern eingesetzt werden soll.

Automatische, kameragestützte Sortiermaschinen sind bei der Aufbereitung der verschiedenen Ernteprodukte bereits seit Jahren Standard. Warum diese Technik nicht auch bei der Entfernung von Beikräutern einsetzen, dachte sich Rainer Carstens. „Der Aufwand für die derzeitige Beikräuterbekämpfung ist erheblich – jeder Hektar Unkrautbeseitigung kostet uns etwa 100 Arbeitsstunden – wenn wir schnell sind“,  erklärt er die große Herausforderung.

Für den Feldroboter selbst gibt es drei große Herausforderungen zu bewältigen. Zum einen die Suche nach einem geeigneten Trägerfahrzeug, das die FH Westküste bei der Firma Bosch fand. Die zweite und wohl auch größte Herausforderung besteht darin, dem System beizubringen, Unkraut und erwünschtes Gemüse zu unterscheiden.

Dazu erklärt Entwickler Florian Knoll: „Was für das menschliche Auge einfach erscheint, ist für die Technik hoch anspruchsvoll. Das System muss in die Lage versetzt werden, beispielsweise Möhrenpflanzen, welche im Detail alle unterschiedlich aussehen, eindeutig zu erkennen – in verschiedenen Wachstumsstadien, bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen, auf variablem Untergrund, wechselndem Wetter und inmitten von höchst unterschiedlichen Unkrautarten.“ 

Derzeit haben die Entwickler bereits 1,5 Terrabyte Bilddaten mit mehreren Kamerasystemen gesammelt, welche im Winter in einer Datenbank erfasst, kategorisiert und ausgewertet werden müssen. Dann gilt es auch, sich für das beste Kamerasystem zu entscheiden und die notwendigen Algorithmen und Softwarelösungen zu entwickeln.

Für die dritte Herausforderung, die eigentliche Beikräuterbekämpfung, gibt es derzeit mehrere Ideen und Ansätze. Der Fahrplan sieht vor, im kommenden Sommer erste Feldversuche zur Erkennung der Beikräuter zu starten und je nach Fortschritt auch Möglichkeiten der Beikräuterbekämpfung zu erproben. Bonirob soll voraussichtlich 2017 zum Einsatz gebracht werden. Dann wird man den Feldroboter, so die Hoffnung von Westhof und FH Westküste, regelmäßig auf den Feldern sehen. Die Kooperation wird von Fördergeldern des Landes Schleswig-Holstein unterstützt.


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