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Auf einem toten Pferd kann man nicht reiten

Bioland-Bundesdelegierte rufen zur Rettung der EU-Ökoverordnung auf

Fulda, 24. November 2014    |     „Rettet die EU-Ökoverordnung“: Die Bundesdelegierten von Bioland, Deutschlands größtem Anbauverband von Bio-Bauern, appellieren einstimmig mit einer Resolution an Bundesregierung und EU, die zähen Verhandlungen über eine neue EU-Ökoverordnung umgehend zu stoppen. Entsprechende Pläne der EU-Kommission sind völlig ungeeignet. Stattdessen muss ein rascher Neustart auf Basis der bestehenden Ökoverordnung her.

„Der Entwurf der EU-Kommission zur totalen Neugestaltung der EU-Ökoverordnung ist ein Verhinderungsprogramm von Bio in Deutschland und Europa und ein Bremsklotz für gesunde Lebensmittel und nachhaltige Landwirtschaft“, warnt Bioland-Präsident Jan Plagge. Die EU-Kommission hatte im März - damals noch unter Führung von  EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş -  Pläne für ein neues Regelwerk vorgelegt.

Die Folgen sind fatal: Bereits die Diskussion über neue Ökovorgaben mit inakzeptablen Hürden schadet der Biobranche in Deutschland und Europa. Die Rechtsunsicherheit hemmt Investitionen und Weiterentwicklungen für mehr Bio. „Dabei braucht Europa mehr heimisches Bio – und nicht weniger“, betont Bioland-Präsident Plagge.

Die Bundesdelegierten sind sich einig mit Bundesagrarminister Christian Schmidt, der am 16. Oktober im Bundestag sagte: „Ein totgerittenes Pferd werde ich nicht satteln helfen!“ Auch, Bundestag, Bundesrat, Bauernverbände, Verbraucherverbände und der Handel lehnen eine erneute Totalrevision der Ökoverordnung unisono ab.

Stattdessen braucht es praxistaugliche Vorgaben, wie der Biolandbau auf Basis der bewährten Verordnung weiter gestärkt und verbessert werden kann. „Das ist auch im Sinne der Verbraucher, die sich mehr heimisches Bio wünschen“, so der Bioland-Präsident.


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