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BNN betrachtet geplante Grenzwerte kritisch

Verband sieht Prozessorientierung in künftiger Öko-Verordnung in Gefahr

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) sieht den Entwurf der EU-Kommission zur Revision der Öko-Verordnung zum Teil mit großer Sorge. Die Prozessorientierung als das zentrale Qualitätsmerkmal der biologischen Lebensmittelwirtschaft ist nach Auffassung des Verbandes in Gefahr und tritt gegenüber einer Endproduktkontrolle in den Hintergrund.

Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN sind Unwägbarkeiten bei der geplanten Schaffung von Grenzwerten. „Aufgrund der langjährigen praktischen Erfahrung des Bundesverbandes mit der Interpretation von Pestizid-Spurennachweisen sind wir sicher, dass es nicht möglich ist, durch Analytik des Endprodukts eine eindeutige Bewertung eines Spurennachweises vorzunehmen. Ökolandbau findet schließlich nicht unter der Glasglocke statt. Grenzwerte werden zu sehr vielen ungerechten Sanktionen mit entsprechenden rechtlichen Unsicherheiten und gleichzeitig zu weniger Verbraucherschutz führen“, erklärt Röder.

 Ein weiterer nicht ausgearbeiteter Punkt ist die geplante Verpflichtung der Hersteller und Händler für ein Umweltmanagementsystems. Grundsätzlich ist eine solche Evaluation zu begrüßen. So verfügt der BNN bereits über einen Nachhaltigkeitsmonitor für Hersteller und Großhändler, der derzeit auf den Bereich des Naturkost-Einzelhandels ausgeweitet wird. Jedoch bleibt der Revisionsentwurf Umfang und Aufwand schuldig. Diese wichtigen Details werden  erst nach der Verabschiedung der Revision festgelegt.

Elke Röder bringt die Situation der Unternehmen auf den Punkt: „Als stufenübergreifender Branchenverband werden uns von vielen mittelständischen Unternehmen aus Naturkostherstellung, Groß- und Einzelhandel diese Unsicherheiten bezüglich der Revision der EU-Öko-Verordnung gespiegelt. Wir wollen diese Sorgen nicht nur weitertragen, sondern aktiv zu einer sachgerechten Lösung beitragen. Daher erneuern wir unser Angebot an die Entscheidungsträger, den Sachverstand der Unternehmen und ihrer politischen Vertreter in die entscheidungsgebenden Gremien einzubringen.“

Gleichzeitig wird sich der Bundesverband weiterintensiv mit der Revision der EU-Öko-Verordnung beschäftigen. Ziel aller Beteiligten darf nicht nur die Abwendung von Schaden, sondern muss vielmehr die Stärkung des europäischen Marktes für ökologische Lebensmittel, der Schutz der Integrität der ökologischen Produktion und der Erhalt und Ausbau des hohen Verbrauchervertrauens in Bio-Produkte sein.


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