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Anuga: Bio-Kompetenzzentrum VI

Sicherheit mit DataBio

Bio-Sicherheit ist ein zentrales Thema bei einem globalen Handel und Spot-Märkten. Der großangelegte Bio-Betrug von 2011 in Italien, mit langjährigen Haftstrafen für die Täter, hat der italienischen Bio-Branche mit 200.000 Arbeitsplätzen massiv geschadet.

Der italienische Dachverbandes FederBio, hat mit DataBio ein System eingeführt, das Betrug erheblich erschwert. Es wurde zusammen mit dem Software-Hersteller Intact aus Österreich und dem Beratungsunternehmen OrganicServices entwickelt.

Die Schwäche des bisherigen Systems liegt am Papier. Getreide sieht man nicht an, ob es biologisch angebaut wur­de. Es braucht Dokumente zum Beweis. Papier erträgt Fälschungen. Bei Unregelmäßigkeiten kann alles rückverfolgt werden, aber die Überprüfungen rennen hinterher. Rückverfolgbarkeit lautet das Zauberwort für einen transparenten Bio-Markt.

Frank Gerriets vom Organic Services weiß aber, dass Rückverfolgbarkeit und Handel sich nicht mögen: „Der Handel lebt von kleinen Geheimnissen über die Qualitäten und Mengen, die zur Verfügung stehen“.

Ein Hersteller, der beim Rohstoffhändler kauft, hat zum Erzeuger keine Verbindung. Der Händler wird die wertvollen Kontakte in den meisten Fällen nicht weitergeben, weil er sonst umgangen werden kann. Der Hersteller selbst kann bei Rohstoffen nur schwer eine Überprüfung vornehmen. Er muss den Papieren vertrauen.

DataBio geht deshalb auf die EDV-Ebene in Echtzeit. Das System sagt sofort, ob ein Erzeuger, Hersteller, Händler und eine Ware ein gültiges Zertifikat hat. Das Computer-Programm basiert auf der gleichen Software wie das verbraucherorientierte System, das viele als Bio-mit-Gesicht kennen.

DataBio ist in Italien ab 2014 für Getreide verpflichtend für alle Marktteilnehmer. Alle Trans­aktionen werden gespeichert, nicht nur Bewegungen der Ware. Auch Kontrollstellen-Wechsel werden erfasst. Ein Hersteller, der von Kontrollstelle zu Kontrollstelle springt, fällt auf. Sanktionen bei Verstößen gegen Vorschriften sind ebenfalls im System.

Eine Mengenampel ist ebenfalls integriert. Wird mehr Bio-Hartweizen verkauft, als geerntet und importiert wurde, schaltet die Ampel auf Rot. Das biblische Wunder der Brotvermehrung soll im Bio-Getreidehandel keine Wiederholung erfahren.

BioDaten aus aller Welt vereinigt euch, ist die Strategie gegen Betrug. Das System wird sich mit der Zeit über Europa und die Welt ausbreiten. „Wir brauchen den großen Bruder, den Computer, sonst gefährden wir die Existenz einer ganzen Branche“, sagt Roberto Pinton

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