Start / Ausgaben / BioPress 76 - Juli 2013 / Spagat zwischen gutem Essen und wenig Zeit

Suppen

Spagat zwischen gutem Essen und wenig Zeit

Gute Absatzentwicklung bei Bio-Suppen und Bio-Convenience

Vorgefertigte Speisen und Komponenten setzen sich im Bio-Bereich immer mehr durch. Das Convenience-Angebot reicht von vertrautem TK-Gemüse über Kartoffelpüree zum Anrühren bis zu fertigem Spätzle-Teig und Currywurst.

Über alle Sortimentsbereiche hinweg haben sich Convenienceprodukte als praktische Küchenhilfen längst etabliert. Das gilt für die Zubereitung kalter und warmer Gerichte gleichermaßen. Dabei stehen die Kunden im klassischen Naturkostladen Convenience teilweise skeptischer gegenüber als Kunden im Lebensmitteleinzelhandel.

Bei den Bioangeboten überzeugt der Blick auf die Zutatenliste mit hochwertigen Rohstoffen und sauberen, nachvollziehbaren Rezepturen. Vor allem der natürliche Geschmack spricht eindeutig für Bio. Insofern sind Verkostungen das ausschlaggebende Argument. „Verkostungen funktionieren am besten. Eine schöne Musik kann man mit Worten auch schlecht beschreiben – man muss sie hören“, meint zum Beispiel Jan Daniel Fritz.

Die richtige Sauce macht‘s

Unter der Marke Salatfritz bietet der Berliner mittlerweile sechs verschiedene Fertig- bzw. Salatsaucen an. Nach Innovationen wie der 8-Kräuteressenz, die sich an den Zutaten für Frankfurter Grüne Sauce orientiert, stehen jetzt unter anderem ein trendiges Tabasco aus Berliner Chili und ein veganes Ceasar’s Dressing kurz vor der Markteinführung. Mit Mehrwerten wie dem Einsatz von vitalisiertem Wasser, handwerklicher Herstellung, guter Haltbarkeit und einem ansprechenden Design sieht Fritz die Zukunft unbedingt optimistisch und will nun auch vermehrt den Feinkosthandel als Absatzmarkt angehen.

Auch andere Hersteller heben besonders den hochwertigen Charakter ihrer Saucen und Würzen hervor, seien es die bekannter Marken wie Byodo und Hörrlein oder für Deutschland noch unbekannte Namen wie Gautschi aus der Schweiz.

Dafür, dass Freunde exotischer Küche nicht zu kurz kommen, sorgen Petersilchen und Voodoofood. So finden sich im Afrika-Sortiment von Voodoofood Erdnuss-, Papaya- und andere Saucen, jetzt mit einer Bio-Schokosauce als i-Tüpfelchen.

Die Bio-Auswahl bei Fertigsaucen für warme Gerichte ist ebenso groß und weiter beständig wachsend. Wieder handelt es sich überwiegend um Glaskonserven. Der Kaufmann kann aber auch Mischungen zum Anrühren und manchmal frische Saucen listen. Naturata sowie die bekannten Bio-Vollsortimenter gehören zu den Anbietern von Glasware.

Vegetarische, sorgfältig abgeschmeckte Tomaten- und Sahnesaucen dominieren. Bei La Bio Idea laufen diese – unter anderem vegetarische Carbonara oder 4-Käse-Sauce – unter der passenden Bezeichnung Pastasauce.

Auf kühlpflichtige Saucen, die sich durch ihr intensives, frisches Aroma auszeichnen und zusätzlich das Naturland-Zeichen tragen, setzt die Bio-Metzgerei Bühler.

Abgefüllt im flexiblen Klarsichtbeutel, hat ihre Marke Allgäu Natur einen hohen Wiedererkennungswert. Zur Auswahl stehen die Renner Tomaten- und Gorgonzolasauce, Bolognese mit intensivem Fleischgeschmack sowie ein Tomatenpesto.

Nährstoffreiche Beilagen gern, aber bitte fix

Auch diverse Bio-Kartoffeltrockenprodukte sind mittlerweile auf dem Markt, per se ohne Polyphosphate, modifizierte Stärken, Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel. So hat etwa Dr. Willi Knoll die vielen modernen Haushalte mit wenig Zeit zum Kochen und dem gleichzeitigen Wunsch nach der Sicherheit von Bio-Produkten als potentielle Zielgruppe erkannt.

Daher versorgt die Traditionsfirma den LEH seit einiger Zeit mit Kartoffelpüree und Semmelknödeln im Kochbeutel. Demnächst sollen Kartoffelpuffer, -knödel und -gnocchi sowie Milchreis, Grießbrei und sogar Kaiserschmarrn dazu kommen.

Engel Food präsentierte auf der BioFach ebenfalls Kartoffeltrockenprodukte, inklusive einem ungewöhnlichen Käse-Kartoffelpüree zum schnellen Anrühren. Kartoffelpuffer und Gnocchi stehen in der Gunst der Verbraucher hoch oben.

Immer mehr Verbraucher sparen sich die Mühe der eigenen Zubereitung und greifen zu den convenienten frischen Alternativen aus der Kühl- oder Tiefkühltruhe. Natürlich schmeckende Gnocchi bieten daher mehrere Bio-Hersteller an, zum Beispiel Nudelmacher Hierl, Alb-Gold, Fleischwerke Zimmermann, KFF, Hilcona oder die Nudelei.

Bei fertigen Kartoffelpuffern überwiegt dagegen Tiefkühlware, unter anderem von Naturland (mit Herkunftsgarantie) oder von Schwarmstedter (extra dick).

Currywurst, Bratlinge und Co. auch ohne drumherum beliebt

Viele Verbraucher möchten nach wie vor nicht auf Fleisch verzichten, auch wenn es schnell gehen soll. Jedoch sind die Ansprüche und die Skepsis in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Bio-Ware ist daher gefragt, auch wenn das Gros im Handel immer noch billige Massenware ist.

Das Bio-Sortiment der Kurhessischen Fleischwarenwer­ke KFF zeichnet sich durch Tiefe, Breite und Qualität aus, was ebenso für die hergestellten Eigenmarken gilt. Überwiegend handelt es sich um frische Convenience aus dem Kühlregal, wobei Klassiker wie Frikadelle mit Kartoffelgemüse oder Currywurst besonders gut laufen.

Alternativ bietet der versierte Hersteller mit Currywurst, Schaschlik und Hühnerfrikassee einige Produkte in der Glaskonserve an und ergänzt damit die umfassende Auswahl an frischen Fertiggerichten von Schweinegeschnetzeltem mit Beilagen bis zu vegetarischen Nudel- und Reis- Pfannengerichten. Hier wurden Schaschlik mit Spätzle und Hühnerfrikassee mit Reis neu eingeführt.

Ähnlich vielseitig gestaltet sich das Portefolio der Bio-Metzgerei Bühler und der Fleischwerke Zimmermann, die beide außerdem noch Suppen führen. Bei ersteren umfasst die Auswahl im Glas Rinderschmorbraten, Gulasch-Sauce Bolognese sowie seltenen Rinder- und Geflügelfonds und Bratensoße.

Bio und Bratlinge – die Kombination ist für viele Menschen fast selbstverständlich, wobei sie zwischen Trockenprodukten zum Anrühren oder vorgeformten Burgern wählen können. So bietet etwa Verival Bio fertige Getreidebratlinge an, die durch die Vakuumverpackung gut haltbar sind und die sich sogar grillen lassen. Das gilt genauso für die diversen Tofu-Produkte, bei denen die Bio-Hersteller immer wieder mit neuen Würzungen und Ausformungen Impulse setzen.

Falafel stellen eine weitere vegetarische, aber orientalisch inspirierte Alternative dar. Pei­jo, Soto und Florentin gehören zu den Anbietern von fertig geformten Bio-Falafel. Während Soto hier neben den typischen Bällchen auch Falafel-Monde im Programm hat, führt Peijo mit Classic, Curry und Paprika drei unterschiedliche Geschmacksrichtungen.

Sogar im Bereich Seafood hat Bio-Convenience Einzug gehalten. Exemplarisch nennen kann man hier die zahlreichen Produkte von Deutsche See mit Fisch-Spießen und würzig marinierten Fischfilets oder Meeresfrüchten. Aber auch die hochwertigen Crevetten (Black Tiger) aus naturnaher Aquakultur von Marinex aus der Schweiz, die je nach Produkt Naturland, ASC oder MSC-zertifiziert sind.

Zum vorbereiteten TK-Angebot gehören bislang pikante Cocktail-Crevetten, panierte Torpedo und Tempura-Garnelen sowie gekochte HLSO-Garnelen (ohne Kopf, mit Schale).

Als Convenienceprodukte lassen sich ansonsten natürlich gefrorene Kräuter und Gemüse ansehen. Schließlich sind sie praktischerweise fix und fertig geputzt und zerkleinert, wobei die Bio-Auswahl von zarten Erbsen über bunte Mischungen von Gemüse bis zu gehackten Zwiebeln reicht.

Äußerst vielgestaltig ist auch das Angebot an Bio-Backwaren, das von Aufbackbrötchen bis zu herzhaften Snacks reicht. Attraktive Abwechslung garantieren Hersteller wie Schedel und Moin. So stellt Moin unter anderem Butter-, Vollkorn-, vegane Blätterteige, Dinkel- oder Pizza Dinkelteig her, die sie auch an die Gastronomie und Bäckereien vertreiben.

Vom deftigen Eintopf bis zum feinen Creme­- süppchen

Mal weckt sie Kindheitserinnerungen, mal gehört sie selbstverständlich zur modernen Länderküche – die Suppe. Aus unbelasteten ökologisch angebauten Zutaten und ohne Geschmacksverstärker oder andere Zusatzstoffe gekocht, entsprechen Bio-Suppen genau dem aktuellen Ernährungstrend. Die Auswahl umfasst Trockensuppen im Beutel und Instantbrühen im Glas ebenso wie haltbare Glas- und Dosenkonserven oder frische Suppen aus dem Kühlregal.

Gemüse steht an erster Stelle, wobei es durchaus auch Produkte mit Fleisch gibt. Klassische Dosensuppen in hochwertiger Bio-Qualität bekommt der Kaufmann von Zimmermann Bio, Naba oder La Bio Idea. Bei Zimmermann Bio überwiegen fleischhaltige Sorten, wie Erbsentopf, Frühlings- und Linseneintopf oder Maultaschensuppe. Naba führt neben Private Label-Produkten und der Fachhandelsmarke Nabio die LEH-Marke Reichenhof mit rustikalen, vegetarischen Eintöpfen.

Mit drei neuen pfiffigen Sorten in großen 560-Gramm-Dosen wird das Reichenhofprogramm jetzt erweitert und zwar Linsencurry, Chilitopf und Mitternachtssuppe. Passend dazu hat Naba neue Etiketten entwickelt. Anbieter konventioneller Qualität führten überwiegend Suppen mit Fleisch, insofern könne der Kaufmann mit Reichenhof-Suppen die immer noch bestehende Lücke schließen und zugleich dem aktuellen Ernährungstrend entgegen kommen, heißt es dazu bei Naba.

Die Suppen von La Bio Idea, LaSelva und Alce Nero haben eine typische italienische Note. La Bio Idea bezieht von ihren italienischen Partnern Creme-Kichererbsensuppe, Minestrone und Bohnensuppe mit Tomaten, Karotten, Olivenöl und mediterranen Kräutern.

LaSelva bietet den Kunden zwei Gemüsesuppen im Glas an. Die Tomatensuppe aus erntefrischen Tomaten, Olivenöl, Traubendicksaft und Balsamessig besticht durch Schlichtheit, während die Kürbissuppe durch Gemüseextrakt, Tomaten, Zwiebeln, Olivenöl, Rosmarin, Knoblauch und Chili ihren besonderen Geschmack erhält.

Die neue Suppe von Alce Nero wird mit Dinkel und Hülsenfrüchten aus Italien hergestellt und ist in nur drei Minuten fertig.

Auch die Kurhessischen Fleischwarenwerke füllen ihre Suppen in Gläsern ab. Mit sechs Sorten bieten sie für jeden Geschmack etwas, unter anderem Rhöner Kartoffelsuppe mit Schmand, Kraft-Hühnersuppe oder Karottensuppe mit Ingwer. Die Auswahl zwischen frischen Suppen und Konserven hat der Kaufmann wiederum bei der Tomaten- und Karottensuppe von Gautschi, wobei hier der Schwerpunkt auf Frischsuppen liegt.

Abschließend lassen sich im Trockenbereich exemplarisch Verival Bio mit Gemüsesuppenwürfeln und klarer Gemüsesuppe als Pulver sowie Pural mit Tütensuppen nennen. Verival betont dabei unter anderem die Herstellung ohne die sonst üblichen gehärteten Fette. Diesen Vorteil weisen auch die Suppen von Pural auf, seien es Steinpilzcreme-, Französische Zwiebelsuppe oder eine der übrigen Sorten.

Bettina Pabel


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