Kongress
Mehr Ökolandbau in China
FiBL auf der ersten Chinesischen Öko-Gemüsebau-Konferenz in Dali
© FiBL
Chinas erste Konferenz für Öko-Gemüsebau fand vom 28. bis 31. August 2026 in Dali (China) statt. 1.000 Teilnehmer nahmen online teil, rund 500 waren vor Ort. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der ‚China Vegetable Association‘ und dem ‚Erhai Lake Basin Agricultural Green Development Research Institute‘ ausgerichtet.
Unter den Teilnehmern waren internationale Experten wie Raffaele Zanoli von der Universita Politecnica delle Marche (Italien), Carol Miles von der Washington State University (USA), Rodney Thompson von der Universidad de Almeria (Spanien), Steffen Reese vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und Jose Manuel Escobar Garcia, Naturland-Landwirt aus Spanien.
Fachleute und Landwirtschaftsbeamte riefen auf der Konferenz zu stärkeren Anstrengungen im Farm-to-Table-Management von heimischem Bio-Gemüse auf, insbesondere in Bezug auf die Reduzierung von externen Betriebsmitteln, eine vollständige Prozessrückverfolgbarkeit und eine verbesserte Kühlkettenlogistik. Außerdem wurde auf der Konferenz das Fachkomitee für Bio-Gemüse der China Vegetable Association gegründet.
„Jedes einzelne ‚Mu‘, das auf Ökolandbau umgestellt wird, ist eine Erfolgsgeschichte. Die Glaubwürdigkeit von Öko-Produkten im chinesischen Binnenmarkt kann einen enormen Beitrag für die Umweltgesundheit in China leisten“, sagte Steffen Reese bei der Eröffnungszeremonie. Er rückte die Notwendigkeit, Forschung und Produktion im Bio-Bereich voranzutreiben, in den Fokus. Um Glaubwürdigkeit zu gewinnen und den nachhaltigen Konsum zu fördern, sei es entscheidend, den ganzheitlichen Ansatz des Ökolandbaus zu verstehen.
Fusuo Zhang, Professor an der China Agricultural University, hob in seiner Keynote-Rede hervor, dass in der Weiterentwicklung der ökologischen Landwirtschaft hohe Erträge bei sehr guter Qualität angestrebt werden müssen, um gleichzeitig die Einkommen der Landwirte abzusichern.
Laut den jährlichen weltweiten Statistiken des FiBL liegt China mit seinem Bio-Umsatz im Markt auf Platz drei, nach den USA und Deutschland. In den letzten Jahren hat sich Chinas Bio-Gemüsebau schnell entwickelt, mit einer Anbaufläche von 1,2 Millionen Mu (80.000 Hektar) und einem Produktionswert von 8,6 Milliarden Yuan (1,1 Milliarden Euro). Mit Blick auf die gesamte Gemüseanbaufläche Chinas liegt der Bio-Anteil allerdings erst bei 0,3 Prozent. Die steigende Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Gemüse könne durch die Produktion bei weitem noch nicht gedeckt werden.
Die Konferenz machte deutlich, dass China den Herausforderungen durch Umweltbelastungen künftig verstärkt mit einer Ökologisierung der Landwirtschaft begegnen will, wobei ökologisch sensible Regionen besonders im Fokus stehen. Um attraktive Verbraucherpreise zu ermöglichen, sollen größere Flächen auf Ökolandbau umgestellt werden.







