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Agrarpolitik

Auf Dürreschäden folgen höhere Flächenprämien

Verbände kritisieren Verschärfung struktureller Probleme

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat angekündigt, die Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe von rund 4,1 Milliarden Euro 2026 auf 4,9 Milliarden Euro im Jahr 2027 zu erhöhen, um Ernteausfälle zu kompensieren. Bisher wurden diese Mittel genutzt, um Agrarumwelt- und Ökosystemleistungen zu honorieren. Bio-Verbände kritisieren die fehlende Wirksamkeit und Vorsorge einer solchen pauschalen Dürrehilfe.

„Das Verteilen der Mittel an alle Betriebe wird versickern wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Auf alle verteilt werden die Zahlungen je Hof so gering sein, dass es keinen von Dürre und Missernten gebeutelten Betrieb rettet“, kommentiert Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Was Deutschlands Landwirtschaft stattdessen brauche, seien Investitionen in effektiven Klimaschutz und Klimaanpassung.

Auch für Jörg Hutter, politischer Sprecher von Demeter, sind noch höhere an die Fläche gebundene Direktzahlungen das falsche Signal. Damit werde vor allem der Status quo abgesichert und der notwendige Umbau zu mehr Klimaresilienz nicht vorangebracht. „Eine Landwirtschaft mit gesunden Böden, lebendigen Ökosystemen und einer ressourcenschonenden Bewirtschaftung ist die beste Versicherung gegen die Folgen der Klimakrise und die Grundlage für die langfristige Ernährungssicherung in Deutschland“, sagt er.

Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) verschärft die pauschale Aufstockung der Flächenprämie strukturelle Probleme. „Es ist gut und richtig, dass betroffene Höfe in dieser Situation nicht alleine gelassen werden“, sagt Bernd Schmitz, stellvertretender Geschäftsführer der AbL und Milchbauer aus Nordrhein-Westfalen. „Aber Millionen Euro pauschal auf die Fläche zu verteilen, ist der völlig falsche Weg. Neben kurzfristiger Hilfe braucht es Investition in langfristige Prävention.“ Qualifizierte Öko-Regelungen könnten dabei helfen, Betriebe klimaresilient aufzustellen. In der Abschlusserklärung der Zukunftskommission Landwirtschaft wurde eine Abkehr von pauschalen Flächenzahlungen gefordert. Die AbL erinnert daran, dass diese Erklärung auch vom Deutschen Bauernverband unterzeichnet wurde.

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