Start / News / Bio-Markt / Bio-Ernte 2026: Weizen durchschnittlich, Hafer und Gemüse unter Druck

Markt

Bio-Ernte 2026: Weizen durchschnittlich, Hafer und Gemüse unter Druck

Hitze und Trockenheit setzen Sommerungen zu

Die Bio-Ernte fällt 2026 durchwachsen aus. Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) liegen die Erträge bei Winterungen wie Winterweizen, Roggen und Gerste auf einem durchschnittlichen Niveau, während die Ernte bei Sommerungen unterdurchschnittlich ausfalle. Hafer, Sommergetreide und Gemüse litten unter der Dürre.

Besonders beim Hafer bereite die Witterung Sorgen: Hitze und Trockenheit ließen die Körner teilweise verkümmern. Vor allem auf leichten Standorten seien Erträge und Qualitäten hinter den Vorjahreswerten zurückgeblieben.

Entlastung bringe die gute Getreideernte des Vorjahres. Der Markt sei noch vergleichsweise gut versorgt, sodass insbesondere bei den Sommerungen zunächst auf Altbestände zurückgegriffen werden könne.

Bei den Winterungen fielen die Ertragsergebnisse im Mittel durchschnittlich aus, wobei es in Bayern und den ostdeutschen Bundesländern regional zu Gewitter- oder Hagelschäden gekommen sei. Die Backqualitäten beim Bio-Weizen erweise sich als besser als erwartet, mit Ausreißern nach unten durch Trockenstress an einigen Standorten.

Beim Bio-Körnermais rechnet die AMI mit Ertragseinbußen, wobei sich die Bestände in Regionen mit ausreichenden Niederschlägen überwiegend gut entwickelt hätten. Sommergetreide, Leguminosen und spät gedrillte Kulturen wie Sojabohnen hätten ebenfalls unter der Witterung gelitten.

Die Kartoffelknollen seien durch Hitze und Trockenheit kleiner ausgefallen, was die Ernte dezimiert habe. Seit Juni leide der Bio-Gemüsemarkt stark unter dem Einfluss des wärmsten Sommers seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Hitze, Trockenheit und Unwetter hätten viele Betriebe an ihre Belastungsgrenze gebracht. Die wechselnden Wetterextreme beeinträchtigten dabei nicht nur deutsche Erzeuger: Auch Bio-Obst- und Gemüse-Anbaugebiete in Spanien, Italien und Frankreich litten unter Dürre, Hitze, Starkregen und Hagel.

Die deutsche Bio-Apfelernte werde deutlich kleiner als zuvor erwartet. Anders als beim Gemüse, wo eine reduzierte Verfügbarkeit auf eine stabile bis steigende Nachfrage trifft, gebe es allerdings noch ungewöhnlich lange Bio-Äpfel aus der alten Ernte auf Lager.

„Der Klimawandel macht vor Bio nicht Halt“, kommentiert Tina Andres, Vorsitzende des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). „Für Bio-Bäuerinnen und -Bauern ist jetzt wichtig, dass ihre Kundschaft ihnen angesichts der klimatischen Herausforderungen die Treue hält. Jeder Cent für ein Bio-Lebensmittel ist dabei eine Investition in Artenvielfalt, in sauberes Wasser und in eine resiliente Landwirtschaft, die nicht abhängig ist von fossil erzeugten Düngern aus Staaten wie Russland und die so vielfältig und regional angepasst arbeitet, dass sie bestmöglich aufgestellt ist unter den harschen Bedingungen des Klimawandels.“

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

AMI befürchtet Bio-Gemüse-Engpässe

Unbeständiges Wetter, unübersichtliche Marktlage

AMI befürchtet Bio-Gemüse-Engpässe © stock.adobe.com/Pixel-Shot

Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft sieht den diesjährigen Bio-Gemüsebau in Deutschland unter keinem guten Stern. Das kühle, nasse Wetter führe bei vielen Gemüsearten zu erheblichen Verzögerungen, sowohl im Freiland als auch im geschützten Anbau. Dazu komme im Freiland ein erhöhtes Krankheitsaufkommen und die Behinderung von Feldarbeit durch Nässe. Bei einigen Kulturen sei die Versorgungslage angespannt.

09.07.2024mehr...
Stichwörter: Getreide, Landwirtschaft, Markt, BÖLW, AMI, Gemüse, Bio-Getreide, Bio-Markt, Klimawandel, Dürre

Bio wächst weiter – vor allem in Drogerien

Vollsortimenter überholen Discounter

Bio wächst weiter – vor allem in Drogerien © BÖLW

Im zweiten Quartal 2026 ist der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 um 3,8 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro gestiegen. Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich damit ein Umsatzplus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hebt sich das Bio-Segment vom stagnierenden Lebensmittelmarkt ab, dessen Gesamtumsatz sich im ersten Halbjahr in Höhe der Inflationsrate von 1,4 Prozent entwickelte. Ein besonders großes Wachstum verbuchten erneut die Drogeriemärkte, während die Vollsortimenter stärker zulegten als die Discounter. Die neuen Zahlen hat der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) heute bekannt gegeben.

03.08.2026mehr...
Stichwörter: Getreide, Landwirtschaft, Markt, BÖLW, AMI, Gemüse, Bio-Getreide, Bio-Markt, Klimawandel, Dürre

Deutscher Bio-Markt setzt Wachstum fort

Ökolandbau-Fläche stagniert weiterhin

Deutscher Bio-Markt setzt Wachstum fort © NuernbergMesse / Frank Boxler

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland steigerte sich 2025 gegenüber dem – nach oben korrigierten – Vorjahr um 6,7 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro. Dabei wuchsen Drogeriemärkte zweistellig, aber auch die Vollsortimenter legten überdurchschnittlich zu. Währenddessen stagniert das Wachstum der Ökolandbau-Fläche mit +1,1 Prozent weiterhin. Die neuen Zahlen präsentierten die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) und der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in der vergangenen Woche auf der Biofach in Nürnberg.

17.02.2026mehr...
Stichwörter: Getreide, Landwirtschaft, Markt, BÖLW, AMI, Gemüse, Bio-Getreide, Bio-Markt, Klimawandel, Dürre

Deutscher Bio-Markt legt weiter zu

Flächenwachstum des Ökolandbaus stagniert

17.02.2025mehr...
Stichwörter: Getreide, Landwirtschaft, Markt, BÖLW, AMI, Gemüse, Bio-Getreide, Bio-Markt, Klimawandel, Dürre

Bio wächst überdurchschnittlich

Steigender Absatz vor allem bei verpackten Lebensmitteln

18.11.2024mehr...
Stichwörter: Getreide, Landwirtschaft, Markt, BÖLW, AMI, Gemüse, Bio-Getreide, Bio-Markt, Klimawandel, Dürre