Start / Verbände / Verbände fordern Kurswechsel für eine krisenfeste Landwirtschaft

Agrarpolitik

Verbände fordern Kurswechsel für eine krisenfeste Landwirtschaft

BÖLW und AbL positionieren sich vor der Agrarministerkonferenz

Vor der am morgigen Mittwoch beginnenden Agrarministerkonferenz (AMK) fordern der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die Stärkung einer krisenfesten Landwirtschaft. Der BÖLW betont die Bedeutung des Ökolandbaus für eine resiliente Lebensmittelwirtschaft, die AbL die Wichtigkeit von vielfältigen Landwirtschaftsbetrieben und regionalen Wirtschaftskreisläufen.

„Angesichts des Kriegs in Nahost und der Verteuerung von Öl und Gas zeigt sich einmal mehr die Wichtigkeit des Ökolandbaus für eine sichere und bezahlbare Ernährung“, erklärt Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des BÖLW. Sei die konventionelle Landwirtschaft abhängig von synthetischem Stickstoffdünger, dessen Verfügbarkeit nun in Frage stehe, kämen Bio-Landwirte ohne diesen Input aus.

Die Länderagrarminister müssten sich daher für ein Mindestbudget für Umweltmaßnahmen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 einsetzen, fordert der Verband. Zudem müsse die EU-Wiederherstellungsverordnung ausreichend finanziert werden. Beim Düngerecht verlangt der BÖLW eine strengere Verantwortung für Betriebe mit übermäßiger Düngung, um die Belastung des Trinkwassers mit Nitrat zu begrenzen. Außerdem kritisiert der Verband die Möglichkeit von Patenten auf Pflanzen aus Neuer Gentechnik, die neue Abhängigkeiten von großen Saatgutkonzernen schaffen würden. Lebensmittel aus Gentechnik müssten weiterhin eindeutig gekennzeichnet bleiben.

Auch die AbL fordert eine Agrarpolitik, die bäuerliche Betriebe stärkt und regionale Stoffkreisläufe fördert. Die bisherige Ausrichtung der EU-Agrarpolitik mit pauschalen Flächenprämien und starker Exportorientierung habe für viele Höfe wirtschaftlich nicht funktioniert, erklärt die Bundesvorsitzende Claudia Gerster. Viele Betriebe hätten aufgeben müssen. Die Organisation fordert unter anderem eine einzelbetriebliche Bewertung der Nährstoffeffizienz im Düngerecht sowie umfassende Koexistenzregeln für Neue Gentechnik. Mit Blick auf die nächste Förderperiode der EU-Agrarpolitik ab 2028 spricht sich die AbL außerdem für den Erhalt der sogenannten Umverteilungsprämie aus, die kleine und mittlere Betriebe stärker unterstützt. Den gesamten Forderungskatalog hat der Verband in einem Brief an die AMK zusammengefasst.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Neue Gentechnik: Über 130.000 Bürger fordern klare Regeln

Petition an Bundeslandwirtschaftsministerium übergeben

Neue Gentechnik: Über 130.000 Bürger fordern klare Regeln © Nick Jaussi

Zwei bayerische Demeter-Bäuerinnen sowie Vertreter von 14 Organisationen und Verbänden haben heute in Berlin eine Petition gegen die geplante Deregulierung Neuer Gentechnik an eine Vertreterin des Bundeslandwirtschaftsministeriums übergeben. Über 130.000 Menschen fordern die Bundesregierung damit auf, die geltenden Gentechnikregeln auch für Neue Gentechnik beizubehalten – inklusive Kennzeichnungspflicht, Risikoprüfung, Koexistenzmaßnahmen und eines Verbots von Patenten.

26.11.2025mehr...
Stichwörter: Düngemittel, Verbände, BÖLW, Agrarpolitik, Ökolandbau, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, AbL, GAP, Agrarministerkonferenz, Patente, Koexistenz, Resilienz, Neue Gentechnik, Agrarministerkonferenz (AMK)

Bündnis fordert Maßnahmen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

12-Punkte-Plan zum politischen Erntedank vorgestellt

Zum heutigen politischen Erntedank haben 20 Bio-, Umwelt- und Tierschutzverbände eine Zwölf-Punkte-Strategie für eine zukunftsfähige Ernährungs- und Agrarwirtschaft veröffentlicht. Gefordert wird die Honorierung von Umweltleistungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und die Abkehr von flächengebundenen Direktzahlungen. Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur soll zügig umgesetzt und die Wiedervernässung landwirtschaftlich genutzter Moorflächen beschleunigt werden.

07.10.2025mehr...
Stichwörter: Düngemittel, Verbände, BÖLW, Agrarpolitik, Ökolandbau, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, AbL, GAP, Agrarministerkonferenz, Patente, Koexistenz, Resilienz, Neue Gentechnik, Agrarministerkonferenz (AMK)

GAP-Vereinfachung: Bio-Branche begrüßt Rückkehr zu ‚green by definition‘

AbL kritisiert „massiven Rückbau ökologischer Mindeststandards“

GAP-Vereinfachung: Bio-Branche begrüßt Rückkehr zu ‚green by definition‘ © stock.adobe.com/MNStudio

Die Europäische Kommission hat gestern Vereinfachungsvorschläge für die aktuelle Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) veröffentlicht. Das Maßnahmenpaket sieht vor, dass Bio-Betriebe bei den sogenannten GLÖZ-Standards, Anforderungen für den ‚guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand von Flächen‘, weitgehend automatisch anerkannt werden – eine Rückkehr zum Konzept von ‚green by definition‘. Auf der anderen Seite werden Umweltstandards rückgebaut, was die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) scharf kritisiert.

15.05.2025mehr...
Stichwörter: Düngemittel, Verbände, BÖLW, Agrarpolitik, Ökolandbau, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, AbL, GAP, Agrarministerkonferenz, Patente, Koexistenz, Resilienz, Neue Gentechnik, Agrarministerkonferenz (AMK)

Länder wollen Saatgut-Patente begrenzen

Bioland fordert schnelles Handeln vor der EU-Abstimmung

25.03.2026mehr...
Stichwörter: Düngemittel, Verbände, BÖLW, Agrarpolitik, Ökolandbau, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, AbL, GAP, Agrarministerkonferenz, Patente, Koexistenz, Resilienz, Neue Gentechnik, Agrarministerkonferenz (AMK)


GAP ab 2028: Verbände fordern Kurswechsel

Plattform warnt vor Rückfall in die pauschale Flächenförderung

02.12.2025mehr...
Stichwörter: Düngemittel, Verbände, BÖLW, Agrarpolitik, Ökolandbau, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, AbL, GAP, Agrarministerkonferenz, Patente, Koexistenz, Resilienz, Neue Gentechnik, Agrarministerkonferenz (AMK)