Markt
Bio wächst weiter – vor allem in Drogerien
Vollsortimenter überholen Discounter
© BÖLW
Im zweiten Quartal 2026 ist der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 um 3,8 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro gestiegen. Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich damit ein Umsatzplus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hebt sich das Bio-Segment vom stagnierenden Lebensmittelmarkt ab, dessen Gesamtumsatz sich im ersten Halbjahr in Höhe der Inflationsrate von 1,4 Prozent entwickelte. Ein besonders großes Wachstum verbuchten erneut die Drogeriemärkte, während die Vollsortimenter stärker zulegten als die Discounter. Die neuen Zahlen hat der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) heute bekannt gegeben.
Mit einem Plus von 19,7 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025 stechen die Drogeriemärkte zum wiederholten Male deutlich aus den übrigen Einkaufskanälen heraus. Laut BÖLW profitieren Anbieter wie dm oder Rossmann von ihren deutlich erweiterten Bio-Sortimenten, etwa bei Snacks, veganen oder Protein-haltigen Produkten, Babykost und Tee.
Die Vollsortimenter überholten im zweiten Quartal die Discounter mit einem Bio-Wachstum von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Discounter: 2,5 Prozent). Das führt der BÖLW etwa auf den Ausbau der preisgünstigen Bio-Eigenmarken der Supermärkte zurück. Dagegen wird für den Bio-Fachhandel ein leichtes Minus von 0,4 Prozent dokumentiert, worin sich laut BÖLW zunehmend der Strukturwandel im Markt widerspiegeln dürfte.
Die meiste Bio-Ware vertreiben derzeit die die Vollsortimenter mit einem Anteil von 31,5 Prozent, gefolgt von den Discountern mit 26,9 Prozent, dem Fachhandel mit 17,3 Prozent und den Drogeriemärkten mit 12,5 Prozent. Die restlichen 11,8 Prozent verteilen sich vor allem auf Hofläden und den E-Commerce (3,2 Prozent), aber auch Bäckereien, Schlachtereien oder Tankstellen.
Dass das erste Quartal bei Bio mit einem Umsatzplus von sechs Prozent gegenüber 2025 deutlich besser ausfiel, führen die Marktanalysten auf den Oster-Effekt zurück: Das Ostergeschäft fand 2025 im zweiten Quartal statt, dieses Jahr dagegen schon im ersten. Artikel wie Bio-Butter und Bio-Kartoffeln seien zudem entgegen der allgemeinen Teuerung zuletzt sogar günstiger gehandelt worden.
„Bio-Lebensmittel stehen auch in Krisenzeiten ganz oben auf der Einkaufsliste der Deutschen: Da gehören sie auch hin“, kommentiert Tina Andres, BÖLW-Vorstandsvorsitzende. Die Menschen wüssten, was gut für sie und für die Umwelt sei – von der Politik werde dies allerdings ignoriert. Sie erleichtere im Moment den Einsatz von Pestiziden und bezuschusse den Einsatz von ölbasiertem Kunstdünger, während die Umstellung auf Bio ausgebremst werde.
Der BÖLW erhebt dieses Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft Quartalszahlen für den Bio-Markt, basierend auf Daten der Marktforschungsinstitute NIQ Nielsen und YouGov sowie für den Fachhandel bioVista und BioBerater SDServices.







