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Bioland warnt vor anhaltender Abhängigkeit von Düngerimporten

„Wir müssen weg von der Pflaster-Politik“

Die EU stellt europaweit 540 Millionen Euro aus der Agrarreserve bereit, um Landwirte angesichts hoher Energie- und Düngemittelkosten zu unterstützen. Rund 60 Millionen Euro entfallen auf Deutschland. Bioland bewertet die Soforthilfe als notwendige Entlastung für Betriebe mit Liquiditätsproblemen, sieht darin aber keine Antwort auf die strukturelle Abhängigkeit der Landwirtschaft von fossilen Energien.

„Ad-hoc-Zahlungen für fossile Düngemittel kurieren nur kurzfristig ein Symptom. Wir müssen endlich weg von der Pflaster-Politik, denn die Pflaster gehen uns langsam aus“, sagt Bioland-Präsident Jan Plagge. Stattdessen brauche es eine langfristige Strategie, um die Landwirtschaft resilienter und unabhängiger von fossiler Energie zu machen: etwa mit mehr heimischen Eiweißpflanzen und engen Kreisläufen. Der Ökolandbau zeige schon lange, wie das Ernährungssystem krisenfest aufgestellt werden kann.

Nach Angaben von Bioland stammen mehr als 50 Prozent der Importe fossiler Stickstoffdünger aus Ländern wie Russland oder dem Nahen Osten. Außerdem entfalle rund die Hälfte des Energieverbrauchs der europäischen Landwirtschaft auf die Herstellung synthetischer Stickstoffdünger.

Der Verband verweist auf Berechnungen, wonach sich der Einsatz synthetischer Stickstoffdünger in der EU um 2,7 Millionen Tonnen beziehungsweise 26 Prozent verringern ließe, wenn das EU-Ziel von 25 Prozent Ökolandbau erreicht würde. Gleichzeitig könnten die landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen um bis zu 25 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente sinken.

„Wer glaubt, dass sich der Welthandel auf absehbare Zeit wieder normalisieren wird, ist naiv“, kommentiert Plagge. Was aktuell passiert, müsse eine Warnschuss für Entscheidungsträger in Deutschland und Europa sein. Durch immer weitere Subventionen für importierte Betriebsmittel lasse sich keine Autonomie des Agrarsektors erreichen. Indem das Bundeslandwirtschaftsministerium seinen Einsatz für mehr heimische Eiweißpflanzen und den Ökolandbau reduziert, gebe es elementare Hebel für eine resiliente, unabhängige Landwirtschaft aus der Hand. „Höchste Zeit, das Steuer herumzureißen!“, so Plagge.

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