Außer-Haus-Verpflegung
Mehr Bio-regional in Berlin
BioBitte-Dialogforum vernetzt Fachakteure in der Hauptstadtregion
© FÖL e.V.
Am 29. Juni kamen in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin mehr als 70 Fachakteure aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Verwaltung, Politik und Gemeinschaftsgastronomie zum BioBitte-Dialogforum zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, Wege aufzuzeigen, wie der Anteil bio-regionaler Lebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) in der Hauptstadtregion weiter gesteigert werden kann.
Um Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette gemeinsam zu adressieren, brachte die Initiative BioBitte Küchen- und Beschaffungsverantwortliche mit regionalen Bio-Betrieben sowie Entscheidungsträgern an einen Tisch. Im Fokus standen insbesondere Fragen der Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Logistik regionaler Bio-Produkte sowie rechtssichere Vergabeverfahren.
Der Bio-Anteil in der Berliner Schulverpflegung mit täglich 170.000 Mahlzeiten liegt nach Angaben der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) bereits bei über 80 Prozent und damit weit über dem Bundesdurchschnitt. Künftig solle dieses Niveau stärker mit regionaler Wertschöpfung verknüpft werden – auch vor dem Hintergrund des ab 2026 schrittweise eingeführten Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung.
Zu Beginn des Dialogforums boten mehrere Impulsvorträge eine fachliche Einordnung. So stellte Diana Schaack (AMI) aktuelle Ergebnisse einer Markterhebung zur Außer-Haus-Verpflegung vor. Weitere Beiträge beleuchteten die Perspektiven von Angebot und Nachfrage in der Berliner Gemeinschaftsgastronomie und zeigten konkrete Praxisbeispiele aus der Region.
Anschließend wurden zentrale Fragestellungen in Arbeitsgruppen vertieft. Besonders großes Interesse fand dabei die Diskussion zur Integration des Brandenburger Bio-Zeichens ‚bio Brandenburg. Gesicherte Qualität‘ in öffentliche Ausschreibungen. 27 Teilnehmer sprachen darüber, wie regionale Kriterien rechtssicher als Zuschlagskriterium verankert werden können.
Ein zentrales Element der Veranstaltung war das Speed-Networking: In strukturierten Acht-Minuten-Gesprächen präsentierten Erzeuger, Verarbeiter und Bündler ihre Angebote gegenüber Küchen, Caterern und weiteren Marktakteuren. Ziel war es, konkrete Bedarfe und Liefermöglichkeiten auszuloten und neue Partnerschaften anzustoßen.
Außerdem wurden innovative regionale Produkte vorgestellt, wie etwa ‚RoggReis‘ (Ryce) als Reisalternative auf Basis von Roggen. Neben Hintergrundinformationen zu Herstellung, gesundheitlichen Vorteilen und ökologischer Bilanz konnten die Teilnehmer verschiedene Zubereitungsformen praktisch kennenlernen.
„Das Dialogforum hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß das Interesse und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind. Besonders der direkte Austausch zwischen Küchen und Betrieben hat konkrete Anknüpfungspunkte geschaffen. Formate wie das Speed-Networking oder die vertieften Diskussionen zur regionalen Beschaffung wollen wir deshalb unbedingt weiterführen“, resümiert FÖL-Geschäftsführer Michael Wimmer.
Das Dialogforum ‚Gemeinschaftsgastronomie in Berlin-Brandenburg: Bio, regional, innovativ‘ wurde von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) e.V. im Auftrag von BioBitte organisiert, in Kooperation mit der Bio-Stadt Berlin und der Heinrich-Böll-Stiftung. BioBitte ist eine Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) innerhalb des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL).







