Gesellschaft
„Miteinander reden statt übereinander“
Aktivisten und Landwirte diskutieren und arbeiten gemeinsam
© Carla Ulrich
Vom 18. bis 21. Juni fand auf 31 Betrieben in ganz Deutschland zum 6. Mal die Dialog-Aktion ‚Hof mit Zukunft – Aktivismus trifft Landwirtschaft‘ statt. 58 Aktivisten und Engagierte nahmen teil und besuchten Höfe, um bei der Arbeit zu helfen und über eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu diskutieren, neue Perspektiven kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. Das Dialog-Format wird vom ‚Wir haben es satt!‘-Bündnis organisiert.
„Fronten bringen uns nicht weiter: Wir brauchen die Landwirtschaft. Wenn wir eine gute Zukunft wollen, müssen wir zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Rahmen für den dringend notwendigen Wandel hin zu einer umweltgerechteren Agrarpolitik schaffen“, sagt die Agrarwissenschafts-Studentin Aurelija Werner aus Rostock, die bei der Naturschutzjugend (NAJU) aktiv ist und sich vegan ernährt. Sie hat auf einem konventionellen Schweinemastbetrieb in Niedersachsen mitgeholfen.
Auch Sebastian Vaegler, Landwirt aus Mecklenburg-Vorpommern mit einem konventionellen Ackerbaubetrieb und im Bauernverband Ostvorpommern engagiert, zieht ein positives Fazit: „Miteinander reden statt übereinander – das war für mich der wichtigste Gedanke hinter ‚Hof mit Zukunft‘. Wenn Menschen die Möglichkeit bekommen, Landwirtschaft direkt auf den Betrieben kennenzulernen, entstehen Verständnis und ein differenzierterer Blick auf unsere Arbeit. Wir haben viele Gemeinsamkeiten und gemeinsame Ziele gefunden. Den Dialog wollen wir vertiefen.“
Das ‚Wir haben es satt!‘-Bündnis besteht aus rund 60 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung, Klima-, Tier- und Umweltschutz, Wohlfahrt, Menschenrechte und Entwicklungszusammenarbeit. Das Bündnis demonstriert seit 2011 gemeinsam für eine sozial gerechte Agrar- und Ernährungswende.







