Gesundheit
Regierung bringt Zuckersteuer auf den Weg
Verbraucherschützer und Gesundheitsverbände feiern
© stock.adobe.com/sorapop
Die Bundesregierung möchte ab dem Jahr 2028 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke einführen. Das haben die Bundesminister in ihrer heutigen Kabinettssitzung beschlossen. Verbraucherschützer und Gesundheitsverbände feiern die Entscheidung als wichtigen Schritt für die Reduktion des Süßgetränkekonsums und die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten.
Die geplante Regelung wurde von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingebracht und ist Teil einer umfassenden Reform zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach den aktuellen Plänen soll die Abgabe wie in Großbritannien gestaffelt nach Zuckergehalt erhoben werden: Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter bleiben abgabenfrei, bei fünf bis acht Gramm werden 26 Cent pro Liter fällig, bei höherem Zuckergehalt 32 Cent pro Liter. Fruchtsäfte und mit Süßstoff gesüßte Getränke sind von der Regelung ausgenommen.
Mit Hilfe der Maßnahme soll der Zuckerkonsum in der Bevölkerung gesenkt werden. In Großbritannien hat eine vergleichbare Reform bereits dazu geführt, dass Hersteller ihre Rezepturen anpassten und den Zuckergehalt der Getränke reduzierten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt zuckergesüßte Getränke zu den wichtigsten Treibern für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Karies. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hebt besonders die Gefährdung durch den Konsum von Limonaden hervor, die zu den Hauptquellen der Zuckeraufnahme bei jungen Menschen gehörten.
„Wir begrüßen es außerordentlich, dass die Bundesregierung die seit langem bekannte wissenschaftliche Empfehlung nun umsetzt und plant, ab 2028 eine Herstellerabgabe auf zuckergesüßte Getränke einzuführen“, kommentiert Barbara Bitzer, Sprecherin des Wissenschaftsbündnisses Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), die geplante Zuckersteuer. „Das sind gute Nachrichten für den Kampf gegen nichtübertragbare Krankheiten und die unter Druck stehenden Gesundheitskassen.“
Für eine wirksame Prävention müsse die Bundesregierung ihre Ambitionen jetzt beibehalten: Weitere Maßnahmen wie Werbebeschränkungen für ungesunde Produkte oder steuerliche Vorteile für Obst und Gemüse seien notwendig.







