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Krisenfeste Lebensmittelwirtschaft sichern: AöL fordert strukturelle Antwort
Vielfalt als Garant der Ernährungssicherung
Angesichts wachsender globaler Krisen fordert die Assoziation ökologischer Lebensmittelherstellerinnen und -hersteller (AöL) eine Stabilisierung des Ernährungssystems. Kurzfristige Gegenmaßnahmen alleine seien nicht ausreichend. Hintergrund sind erwartete Preissteigerungen bei Lebensmitteln, die sich aus gestiegenen Energie-, Dünger- und Transportkosten infolge geopolitischer Konflikte ergeben.
Die Bundesregierung hat bereits eine Taskforce zur Bewältigung hoher Spritpreise eingerichtet und nimmt nun auch die Entwicklung der Lebensmittelkosten in den Blick. Die AöL begrüßt diesen Schritt, mahnt jedoch, dass kurzfristige Eingriffe allein nicht ausreichen und es eine strukturelle Antwort brauche.
Nach Einschätzung des Verbands sind ökologisch wirtschaftende Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber externen Schocks. Sie setzen verstärkt auf erneuerbare Energien, regionale Rohstoffe und langfristige Lieferbeziehungen und verzichten auf chemisch-synthetische Betriebsmittel. Dadurch seien sie weniger abhängig von fossilen Energieträgern und globalen Märkten.
Dennoch agierten auch Bio-Unternehmen innerhalb eines insgesamt anfälligen Systems. Unterbrochene Lieferketten, Rohstoffengpässe und volatile Energiepreise hätten bereits in der Vergangenheit gezeigt, wie störanfällig die globale Lebensmittelversorgung ist. Die AöL warnt, dass die Verlässlichkeit internationaler Warenströme langfristig nicht mehr garantiert sei.
Als Lösung fordert der Verband eine Stärkung regionaler und mittelständischer Strukturen. Diese könnten die Versorgung stabilisieren, insbesondere in Krisenzeiten oder bei klimabedingten Ernteausfällen. Zudem plädiert die AöL für politische Unterstützung, etwa durch eine wirksame Kartellaufsicht, um vielfältige Marktstrukturen zu sichern. Langfristig seien eine stärkere Regionalisierung, nachhaltige Produktionsweisen und die Abkehr von fossilen Abhängigkeiten entscheidend, um die Ernährungssicherheit in Europa zu gewährleisten.
Mehr dazu lesen Sie im AöL-Positionspapier ‚Zukunftsfähige Lebensmittelsysteme brauchen heterogene Wirtschaftsstrukturen‘







