Auszeichnung
Bundespreis Ökologischer Landbau vergeben
Landwirtschaftsminister Rainer ehrt Vorzeigebetriebe aus Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen
© Juliane Sonntag/BMLEH/photothek.de
Auf der Grünen Woche in Berlin wurden heute die drei Gewinner des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau 2026 ausgezeichnet. Der Preis geht dieses Jahr an eine innovative Betriebsgemeinschaft, einen besonders nachhaltigen Bio-Obsthof und einen Ziegenbetrieb mit eigener Produktion und regionaler Vermarktung. Alle Gewinner erhielten ein Preisgeld in Höhe von 12.500 Euro.
Die Naturland-Betriebe Neudecker in Hohenpolding (Bayern) beeindruckten die Jury mit einer vielseitig ausgerichteten Betriebsgemeinschaft. So baut Anton Neudecker auf seinem Betrieb Bio-Zuckermais an, für den er mit einem Partner auch eine Vermarktungsschiene aufgebaut hat. Barbara Neudecker hat auf ihrem Betriebsteil eine nachhaltige Pferdepensionshaltung aufgebaut, für die sie ein Bewegungsstallkonzept entwickelt hat. Die Biogasanlage der Betriebsgemeinschaft wird im Verbund mit 20 weiteren Bio-Höfen der Region betrieben. Anton Neudecker nutzt die Abwärme in der ‚Bröselei‘ zur Trocknung von Altbrot, das zur Kraftfutterkomponente weiterverarbeitet wird. Durch einen Grünspeicher für Photovoltaikanlagen kann die Betriebsgemeinschaft ganzjährig mit eigenem Strom versorgt werden.
Der Bio-Obsthof Glocker der Familie Glocker in Horgenzell (Baden-Württemberg) nimmt eine Vorreiterrolle im vorbeugenden Pflanzenschutz ein, etwa durch eine gezielte Förderung des Bodenlebens, die Anlage von Blühstreifen und die Nutzung widerstandsfähiger Sorten. Die große Artenvielfalt senkt den Druck durch Schad- und Krankheitserreger. Seit langem ist der Betrieb regelmäßig Partner bei Forschungsprojekten zur Optimierung des Bio-Obstbaus und entwickelt auch selbst praxisnahe Technik – etwa eine Obst-Putzmaschine zur Entfernung von Regenflecken.
Für die überzeugende Umsetzung eines Regionalvermarktungskonzepts wurde der Bioland-Hof Obermayer in Clenze im Wendland (Niedersachsen) ausgezeichnet. Für die Haltung der 60-köpfigen Mutterziegenherde hat das Betriebsleiterpaar Veronika und Sören Obermayer neue Konzepte entwickelt, zum Beispiel die Fütterung mit Laub von Agroforstflächen. Innerhalb weniger Jahre haben sie eine eigene Produktion und Vermarktung-GbR für diverse Ziegenmilchprodukte aufgebaut, über die die Ziegenspezialitäten ausschließlich regional im Umkreis von 30 Kilometern vermarktet werden. Durch den Hofladen, regelmäßige Hofführungen und enge Partnerschaften mit verschiedenen Schulen sei der Betrieb zu einer beliebten Anlaufstelle in der Region geworden.
„Die ausgezeichneten Bio-Betriebe machen deutlich, wie breit der heimische Ökolandbau aufgestellt ist und welche Bedeutung er gerade für unsere ländlichen Regionen hat“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Mit dem Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau zeichnet das Bundeslandwirtschaftsministerium seit 2001 jährlich jeweils drei praxisbewährte innovative Leistungen oder besonders nachhaltige gesamtbetriebliche Konzeptionen im ökologischen Landbau aus.







