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Ölmühle von Nutriswiss jetzt Bio-zertifiziert

Flexible Kapazitäten für die Verarbeitung schweizerischer und importierter Bio-Erzeugnisse

Ölmühle von Nutriswiss jetzt Bio-zertifiziert © Antonio Priston

Mit der Bio-Zertifizierung ihrer Ölmühle stellt die Nutriswiss AG die Weichen für eine flexible Erweiterung des Geschäfts mit pflanzlichen Speiseölen in Bio-Qualität. Heimische Ölsaaten aus schweizerischem Anbau können dadurch erzeugernah und chargenrein verarbeitet werden, ebenso wie Bio-Saaten aus der EU.

Rund 85 Prozent der von der Nutriswiss raffinierten und gelieferten Öle und Fette sind pflanzlicher Herkunft, wobei der Bio-Anteil kontinuierlich zunehme. Sie werden größtenteils auf dem lokalen und internationalen Markt eingekauft oder von Nutriswiss-Kunden für die Raffination beigestellt. Mit der Bio-Zertifizierung der eigenen Ölmühle in Wohlen im Kanton Aargau schließt die Nutriswiss nun eine Lücke in ihrem Bio-Portfolio.

Pierre Nording, Einkaufsleiter der Nutriswiss AG, setzt die Bio-Strategie des Unternehmens vor Ort um und berichtet: „In der Ölmühle wurde bereits seit 2008 Speiseöl für die Nutriswiss gepresst. 2022 übernahmen wir die Anlage vollständig in eigene Regie und beschlossen unser Bio-Angebot auf die gesamte Wertschöpfungskette auszuweiten. So erfolgte bereits im Herbst 2023 das erste Bio-Audit für Ölsaaten.“

Verarbeitet werden in Wohlen vorwiegend Raps sowie Sonnenblumen aus der Schweiz, beide auch als High-Oleic-Qualitäten (HO-Öle). Diese enthalten einen hohen Anteil hitzeresistenter Ölsäure und eignen sich entsprechend besonders gut als Brat- oder Frittieröle. Weitere Saaten sind Soja- und Leinsaat. Ergänzend wird importierte Bio-Rohware verarbeitet.

Vor Ort stehen zwei Produktionslinien zur Verfügung: Die größere, bestehend aus Vor- und Hauptpresse, verarbeitet vorwiegend Raps mit einer Kapazität von etwa 3,5 Tonnen pro Stunde. Ergänzend ermöglicht eine kleinere, einstufige Presse für rund 500 Kilogramm pro Stunde die flexible Produktion kleinerer Ölchargen. Die Lagerung der Bio-Saaten und -Öle erfolgt in Silos und Tanks vor Ort. Bei Produktumstellungen werden Mischphasen entsprechend den Vorschriften separat ohne Bio-Label weiterverwertet.

In neun Tanks können insgesamt etwa 1.900 Tonnen Rohöl zwischengelagert werden, bevor sie mit der Tankwagenflotte der Centravo-Gruppe zur Raffination nach Lyss gebracht werden. Die Silozellen des angeschlossenen Bio-zertifizierten Getreidezentrums Freiamt bieten insgesamt Lagerkapazität für 24.000 Tonnen Getreide und Ölsaaten.

Der Anteil der Bio-Saaten im schweizerischen Anbau ist derzeit laut Nutriswiss noch gering, einen großen Teil der Bio-Saaten bildet daher Importware. Dank der durchgehenden Bio-Zertifizierung aller Produktionsstufen im eigenen Unternehmen sieht Pierre Nording die Ölmühle für den Bio-Markt gut aufgestellt: „Neben dem Bio Suisse-Siegel haben wir auch das EU-Bio-Siegel und erfüllen den China National Organic Standard. Die jeweiligen Chargen werden entsprechend den Vorschriften genauso streng voneinander getrennt wie konventionelle und Bio-Öle.“

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