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StadtLandBio: Mit einer nachhaltigen Landwirtschaft gegen CO2-Emissionen

Weniger tierisch, mehr bio-regional

StadtLandBio: Mit einer nachhaltigen Landwirtschaft gegen CO2-Emissionen © NürnbergMesse / Uwe Niklas

Beim Kongress StadtLandBio am 27. und 28. Juli 2022 drehte sich – vor Ort und digital – alles um die Frage, wie Städte, Gemeinden und Landkreise ihre CO2-Emissionen mit einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft reduzieren können. Über 80 Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Unternehmen, landwirtschaftlichen Betrieben und Verbänden diskutierten parallel zur Biofach unter dem Motto: ‚Bio.Essen.Landwirtschaft – Chancen für den kommunalen Klimaschutz‘.

Die Beiträge und Workshops des Kongresses belegten einmal mehr, dass es auf komplexe Probleme wie die Klimakrise keine einfachen Antworten gibt. Durch den Verzicht auf Pestizide und künstliche Düngemittel ist Ökolandbau zwar auf der Fläche klimafreundlicher, der Effekt wird auf Produktebene jedoch durch die geringeren Erträge abgeschwächt. Allerdings punktet Bio darüber hinaus mit Gemeinwohl- und Umweltleistungen wie Wasserschutz und Förderung der Biodiversität – was verdeutlicht, dass es zu kurz gedacht ist, Klimaauswirkungen isoliert zu betrachten.

Kommunen können in der Landwirtschaft aktiven Klimaschutz betreiben, indem sie zum Beispiel Moore schützen, Agroforstsysteme implementieren und Humus aufbauen. Insbesondere bei den Themen Agroforst und Humusaufbau gibt es schon einige gute Praxisbeispiele, doch auch die Wissenschaft muss sich damit noch stärker auseinandersetzen, sagte Dr. Werner Ebert von der Biometropole Nürnberg. Auch Joachim Böttcher, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensraum, betont die Bedeutung des Bodens für das Klima: „Bodenschutz ist Klimaschutz – doch wir haben nicht mehr viel Zeit, um die Landwirtschaft zu transformieren. Deshalb sollten wir uns nicht nur auf Bio-Betriebe fokussieren, sondern auch konventionelle Landwirte mit ins Boot nehmen.“

Weniger tierische Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung

Kommunales Klimaschutzpotenzial liegt jedoch nicht nur auf dem Acker, sondern auch in der Gemeinschaftsverpflegung von Kitas, Schulen und Kantinen. Zwar gibt es inzwischen viele Rechenmodelle, mit deren Hilfe man die Klimabilanz einzelner Lebensmittel und Speisen ermitteln kann, die Grundformel für mehr Klimaschutz auf dem Teller ist jedoch denkbar einfach: weniger tierische und mehr pflanzliche Produkte anbieten – und weniger wegwerfen. Um dies durchzusetzen, braucht es gute Vorbilder und mehr Bildungsangebote: für Köche zum klimafreundlichen Kochen sowie für Kinder und Jugendliche, damit sie die Auswirkungen ihrer Ernährung verstehen.

Regionale Potenziale effizient ausschöpfen

Dass regionale Lebensmittel aufgrund kürzerer Transportwege besser fürs Klima sind, erklärt sich von selbst. Damit dieser positive Effekt jedoch nicht wortwörtlich verpufft, ist eine effiziente Regionallogistik erforderlich. In Städten kann urbane Landwirtschaft relativ einfach auf bereits existierende logistische Strukturen zurückgreifen. Auf dem Land sieht das jedoch oft ganz anders aus. Der Kongress zeigte, dass hier bereits bestehende Kooperativen und Initiativen vielerorts noch in den Kinderschuhen stecken. Um Leerfahrten und eine mangelnde Auslastung zu reduzieren, sei es wichtig, von den großen Logistikunternehmen zu lernen – denn Effizienz ist deren Stärke.

Allerdings hat eine Untersuchung bei den Jugendherbergen in Bayern ergeben, dass der Transport nur einen verhältnismäßig geringen Anteil an der Treibhausgasbilanz in der Verpflegung hat. Entscheidender sei, wie produziert werde.

„Der Kongress hat nochmals unterstrichen, dass in Sachen Klimaschutz auf dem Acker freiwilliges Engagement allein nicht reicht. Kommunen sollten etwa bei der Verpachtung der Flächen bereits Forderungen für mehr Humusaufbau einbringen“, resümiert Franziska Distler, Öko-Modellregion Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit.

Der nächste StadtLandBio-Kongress findet am 15. Und 16. Februar 2023 zum Thema ‚Souverän. Regional. Bio. – Wie Kommunen Landwirtschaft und Ernährung krisenfest machen können‘ statt. Angesichts steigender Lebensmittelpreise und Lieferengpässen rückt der Kongress Ernährungssicherung und Ernährungssouveränität in den Fokus. Die Anmeldung und das detaillierte Programm sind ab dem Herbst unter www.stadtlandbio.de verfügbar.


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