Start / Ausgaben / bioPress 112 - Juli 2022 / Besser naschen mit Bio-Süßwaren

Sortiment

Besser naschen mit Bio-Süßwaren

Für unterwegs und daheim

Besser naschen mit Bio-Süßwaren © Aronia ORIGINAL Naturprodukte GmbH

Der angeborenen Lust an Süßem geben auch Erwachsene doch immer wieder gern nach – umso mehr, wenn die Produkte neben Genuss auch gesundheitliche Vorzüge bieten. Bio-Süßwaren können beide Wünsche erfüllen. Ein Sortiment, das mehr Beachtung verdient.

Süßigkeiten machen dick. Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie hat auf den wachsenden Druck von Gesundheits- und Verbraucherschützern reagiert und im Januar ein Faktenblatt veröffentlicht, in dem er mit Vorurteilen aufräumen will. So seien 80 Prozent der Verbraucher in der Lage, Süßwaren als Genussmittel und ‚i-Tüpfelchen in der Ernährung‘ einzuschätzen.

Bio-Süßwaren verbinden für gesundheitsbewusste Verbraucher die Lust aufs Genießen mit ernährungsphysiologischen Vorteilen. Keks-Hersteller wie Sommer & Co backen mit Dinkelmehl und liefern Produkte frei von Gluten und/oder Palmfett. Auch bei den Bio-Riegeln überzeugt die Auswahl an gesunden eiweißreichen Energielieferanten. Dazu kommen verschiedene gepuffte, leichte Snacks wie Reiswaffeln oder Hülsenfruchtbällchen, Fruchtkonfekt mit und ohne Schokomantel, kandierte Ingwerstückchen, Bonbons mit halsschmeichelnden Gewürzen und sogar gepoppte Cerealien.

Die inhaltlichen Vorzüge unterscheiden sich je nach Produktkategorie. Gemeinsames Plus ist aber das Weglassen von kritischen Zusatzstoffen von modifizierten Stärken bis zu synthetischen Aromastoffen und künstlichen Vitaminen (gemäß Bio-Verordnung). Nicht zu vergessen ist der ökologische Anbau bei den pflanzlichen Zutaten, der auch der Umwelt guttut, sowie die zunehmenden Fortschritte in Richtung weniger und nachhaltige Verpackungen.

Bio-Riegel mal traditionell, mal trendy

Was vor rund vier Jahrzehnten mit dem honigsüßen Bio-Müsliriegel begonnen hat, ist heute eine breit gefächerte Warengruppe für Klein und Groß geworden. Passend zum modernen und gesundheitsbewussten Charakter nennen die Hersteller – darunter auch eine Reihe an Startups – sie auch gern Bars oder Bites.

So oder so sollen sie nicht nur ein schneller, angenehm sättigender Happen zwischendurch sein. Vielmehr liefern sie je nach Variante ein Plus an Ballaststoffen, Eiweiß sowie vor allem Energie durch komplexe Kohlenhydrate aus Trockenfrüchten oder gute Fette aus Nüssen und Saaten. Über allem steht jedoch der Geschmack: Lecker ist Prinzip.

Verbraucher greifen zugleich oft zu Bio-Süßwaren, weil diese sich neben dem Verzicht auf chemische Zusatzstoffe durch die fast durchgängige Freiheit von Gluten, Milchzucker, Industriezucker und billigem Palmfett auszeichnen. Die Hauptzutaten der Riegel lassen sich in der Regel schon aus der jeweiligen Bezeichnung erkennen: Frucht-, Nuss- und Müsliriegel. Alternativ verweisen Zusätze wie ‚Raw‘ oder ‚Schoko‘ auf eine möglichst weitgehende Naturbelassenheit der Rohstoffe beziehungsweise die Veredelung mit Kakao(nibs) oder Schokolade.

Breite Auswahl an Anbietern

Der Handel kann das Regal sowohl mit traditionsreichen Marken als auch mit zahlreichen Newcomern bestücken. Zu den Riegel-Pionieren zählen insbesondere die Fachhandelsmarke Lubs und Allos. Bei ersteren, die schon früh auf Riegel ohne Oblaten gesetzt haben, reicht die große Auswahl von klassischen Fruchtriegeln mit Datteln als Basis bis zum angesagten Salz-Karamell- und ähnlichen Genussriegeln.

Allos führt längst auch diverse herzhafte Produkte. Trotzdem sind die Riegel weiterhin im Stammsortiment – inklusive von ansonsten seltenen Varianten mit knusprig-leichtem Amaranth.

Sie heißen etwa Nucao, Roo’Bar, Footloose, Raw Bite oder Banabar, die Marken der Startups mit Bio-Riegeln. Der dänische Hersteller Rawbite führt schon neun glutenfreie Frucht-Nuss-Riegel, von knackig-nussig bis hin zum Besteller Kakao. Mandeln, Cashews, Datteln sind die Grundzutaten, Gewürze wie Zimt, Vanille oder weitere getrocknete Früchte sorgen für Abwechslung.

Zucker kommt ausschließlich aus den Früchten. Eine Besonderheit ist, dass die Range als großzügige 50-Gramm Riegel angeboten werden. Ansonsten finden sich doch häufiger Produkte mit um die 35 Gramm im Handel.  

Das niederländische Startup Foodspace geht mit seinen 2019 eingeführten Banabar-Riegeln einen anderen Weg. Zum einen basieren sie auf dem natürlichen Energy-Booster Bananen, die für Gründer Marce Mega zusammen mit Nüssen, Saaten, Datteln und je nach Sorte Kakao oder Superfoods ein perfekter Snack sind. Zum anderen will Foodspace dazu beitragen, die soziale und ökologische Ausbeutung beim Bananenanbau zu bekämpfen. Bezogen werden die getrockneten Bio-Bananen dabei aus Ecuador, wobei ein Teil des Gewinns an die Farmer abgeht. Außerdem handelt es sich ausschließlich um Früchte, die nicht für den üblichen Transport geeignet sind und so sinnvoll genutzt werden.

Die Riege an Anbietern ergänzen Handelsunternehmen mit ihren Eigenmarken und Vollsortimenter. In diesem Zusammenhang heißt es bei der Bio-Zentrale, die Verbraucher würden bewusster snacken, gezielt Produkte mit Mehrwert nachfragen und sich dafür interessieren, aus welchen Zutaten ihre Lebensmittel bestehen. So seien Riegel gefragt, die aus wenigen Zutaten, ohne Kristallzucker oder Palmöl bestehen und gleichzeitig einen Zusatznutzen bieten. Bei den Sorten orientiert sich das Unternehmen an angesagten Geschmacksrichtungen wie Peanut Salty Caramel und Superfood Cranberry Kokos - und steht damit wie beschrieben nicht allein.

Auf Hafer, der derzeit sortimentsübergreifend hoch im Kurs steht, setzen ebenfalls viele Anbieter. Alnavit ist mit glutenfreien Bio-Lebensmitteln im Handel und ergänzt die Auswahl an Riegeln durch mehrere Haferriegel mit glutenfreiem Hafer.  

Relativ neu bei Pural sind die Hafer Bars in Form von soften Flapjack-Riegeln auf glutenfreier Haferbasis – einer gebackenen Riegel-Idee, die ursprünglich aus Großbritannien kommt. Zugleich greift Pural den Wunsch nach zuckerärmeren Snacks auf und führt Riegel mit dreißig Prozent weniger Zucker als vergleichbare Riegel ein – einmal mehr glutenfrei und dank der Nüsse eher knusprig im Biss.

Was schließlich den Wunsch nach einer transparenten Herkunft betrifft, lassen sich die Fruchtriegel der Gepa nennen, wo die verwendeten Südfrüchte, Nüsse und Süßungsmittel aus fairem Handel mit ausgewählten kleinen Erzeugern stammen.

Confiserie at Home

Auf der anderen Seite trifft man zugleich vermehrt auf Bio-Fruchtkonfekt mit einem Bezug auf gesundheitliche Mehrwerte.

Vorreiter ist Govinda natur, die bereits seit 35 Jahren Fruchtkugeln und -konfekt mit alternativer Süße überwiegend aus Datteln führen. Heute stehen bald 30 vegane und glutenfreie Produkte zur Auswahl. Eine Besonderheit stellen Govindas ayurvedische Kichererbsen-Konfekte (Laddu) dar, wobei die Hülsenfrüchte mit hochwertigem Protein punkten. Ebenso wie das Chufa-Konfekt mit nussigen Erdmandeln, die eine sanfte Eigensüße mitbringen.

Viel Erfolg habe man derzeit auch mit den neueren kleinen Snack Balls und Bites (Happen), berichtet der Hersteller. Von exotisch-fruchtig bis zu mild-nussig reicht das Sortenspektrum. Jüngstes Mitglied bei den – durchaus süßen – Energiesnacks ist ein Trio mit Dattel-Fruchtkugeln in Schokolade. Bei vielen Rohstoffen, wie Datteln, Kakao und Erdmandeln, arbeiteten die Vertragspartner nach Fairtrade-Standards. Dabei soll eine schöne Aufmachung der Grasfaser-Kartons auch junge Zielgruppen ansprechen.

Bei Rila mit der Bio-Marke Rinatura lässt sich ebenso wie bei der Bio-Zentrale einmal mehr gut der Trend erkennen, erfolgreichen vertrauten Konzepten einen neuen Anstrich zu geben. So wird der Riegel-Bereich mit flachen Sesam-Schnitten in ungewöhnlichen Aromatisierungen bespielt. Bei den Rinatura-Bällchen kommen ballaststoffreiche Saaten oder dunkle Beeren zum Einsatz, wobei Kombinationen wie Cranberry & weiße Schokolade neugierig machen.

Für Überraschung sorgen genauso die Energiebällchen in Kokosflocken von Aronia Original. Neben Sultaninen, Erd- und Himbeeren enthalten sie die säuerlichen Aroniabeeren, die als Superfruit gefragt sind und bei dem Unternehmen sogar in Deutschland oder Österreich angebaut werden.

Auf der anderen Seite steckt der Pfiff in der Konsistenz. Das ist zum Beispiel bei Oatsome und Lubs der Fall: Letztere bedienen den Fachhandel mit Fruchtkonfekt und Confiserie, wozu neuerdings eine Reihe an Kugeln auf Basis von aromatischen Trockenfrüchten und einer cremigen Füllung gehören.

Das Frankfurter Start-up Oatsome bietet seinerseits vegane und glutenfreie Bliss Balls in Bio-Qualität an. Momentan kann der Handel bei Oatsome vier Sorten in 2er Faltschachteln beziehen. Für die nächsten Monate sind aber bereits weitere ausgefallene Sorten geplant. Alle Sorten haben einen fast-flüssigen Nussbutter-Kern. „Damit werden nicht nur die Geschmacksknospen verführt“, so Oatsome und weiter: „Mit den Bliss Balls wird Nussbutter Handtaschen-tauglich.“

Gaumenkitzel – süß trifft fruchtig-scharf

Trockenfrüchte eignen sich auch anderweitig als Idee für das Süßwarenregal. Das beweist das überzeugende Bio-Angebot in dunkler, Milch- oder weißer Schokolade beziehungsweise veganen Alternativen. Nicht fehlen sollte dabei Ingwer. Die Kombination aus fruchtiger Schärfe und süßem Schmelz ist beliebt.

Dazu passen kandierte Ingwerstücke und -stäbchen, wie sie Egesun unter Morgenland und One Nature Organic, Clasen Bio, Terra Sana oder Rapunzel führen. Die MorgenLand Ingwer-Stäbchen und das Studentenfutter seien aktuell die beiden Artikel, die sich am schnellsten drehen, schreibt Egesun dazu.
Die schokolierten Varianten wiederum gibt es unter anderem bei TerraSana aus den Niederlanden sowie Landgarten aus Österreich. Bio-Ingwer stammt übrigens generell meist aus China, teilweise aus Thailand oder von den Fidschi-Inseln, wobei chinesische Qualitäten als am schärfsten gelten – für den perfekten Gaumenkitzel.

Bettina Pabel

 

Qualitätssicherung
Die Qualitätssicherung mit sorgfältigen Rohwarenkontrollen nimmt auch bei Bio-Süßwaren einen sehr wichtigen Stellenwert ein. Meldungen über Salmonellen- belastete Erdmandeln seien auch ihnen bekannt, bestätigt zum Beispiel Govinda natur. Sie selber würden seit über 20 Jahren Erdmandeln verarbeiten und hätten das Problem aber noch nie gehabt. Dazu trage bei, dass man die Hülsenfrüchte von einem eigenen Fairtrade-Projekt mit Permakultur beziehe und sie in Deutschland verarbeite. Darüber hinaus pflege Govinda eine Risikobewertung für alle Produkte und stehe in engem Austausch mit den Lieferanten.

 


Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Rosmarin eröffnet Osterangebot 2023

Vegane Mozartzipfel und bunte Nasch-Eier

Der Osnabrücker Bio-Konditor und -Süßgebäckhersteller Rosmarin Bioback nimmt ab sofort Bestellungen für die nächste Ostersaison entgegen. Das Sortiment reicht von veganen Nasch-Eiern über Edelmarzipanhasen bis hin zu Eierlikörzipfeln.

09.09.2022mehr...
Stichwörter: Süßwaren, Sortiment

Geschmackserlebnis Kakao

Millésime bietet belgische Bio-Schokolade in Premium-Qualität

Geschmackserlebnis Kakao

Der Schokoladen-Produzent Millésime Chocolat aus dem wallonischen Lüttich vereint volle Kakao-Aromen mit kreativen Rezepturen und traditioneller Herstellung von der Bohne an. Seine dunklen Tafelschokoladen heben die Kakaoqualitäten verschiedener Länder und Erntejahre hervor und wurden schon mehrfach ausgezeichnet. Gegründet 2017 ist das Unternehmen bereits weltweit im Export tätig und möchte auch in Deutschland weiter Fuß fassen.

05.07.2022mehr...
Stichwörter: Süßwaren, Sortiment

Regionale Bio-Backwaren

Grundnahrungsmittel mit doppeltem Mehrwert

Regionale Bio-Backwaren © Märkisches Landbrot

Lebensmittel des täglichen Bedarfs aus der Region oder lieber in echter Bio-Qualität? Viele Menschen tun sich mit einer Entscheidung sehr schwer. Eigentlich wollen sie beides…. Gerade bei frischen Backwaren können Händler und Kaufleute ihren Kunden die Entscheidung mit einer Auswahl passender Produkte abnehmen.

04.07.2022mehr...
Stichwörter: Süßwaren, Sortiment