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Nachhaltigkeit

Deutschland vergeudet wertvolles Getreide – steuerlich absetzbar

Bei Brot und Backwaren Verluste von etwa 1,7 Millionen Tonnen pro Jahr

Rund 398.000 Hektar Ackerland – eine Fläche so groß wie Mallorca – werden in Deutschland aufgrund von weggeworfenem Gebäck verschwendet, so vermeldet der WWF anlässlich des heutigen Tags der Lebensmittelverschwendung. Er fordert daher, dass Lebensmittelüberschüsse wie Backwaren-Retouren nicht länger vom Handel als Verluste steuerlich abgesetzt werden können.

„Der Staat subventioniert so Lebensmittelverschwendung. Bundesfinanzminister Lindner muss dem ein Ende setzen“, sagt Tanja Dräger, Ernährungsexpertin beim WWF Deutschland. Allein die Retouren, also zum Ladenschluss unverkaufte Brot- und Backwaren, summierten sich in Deutschland auf rund 600.000 Tonnen pro Jahr. Auf Lkw verteilt und hintereinander aufgereiht ergäbe dies eine Strecke von knapp 400 Kilometern, etwa die Entfernung zwischen Frankfurt/Main und München.

Dräger erwartet außerdem, dass die Ampel zügig den Beschluss des Bundesrates zur Lebensmittelverschwendung aufgreift und entsprechend konkrete Umsetzungsvorschläge für eine gesetzlich verankerte Pflicht zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen erarbeitet. Der gesetzliche Rahmen solle für alle Herstellungs- und Vertriebsbereiche gelten. Außerdem sei die Einrichtung einer bundesweit zuständigen, unabhängigen Kompetenzstelle im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung nötig.

 

Hintergrund: Tag der Lebensmittelverschwendung

Einer WWF-Analyse zufolge werden in Deutschland im Jahr rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet, 10 Millionen davon wären bereits heute vermeidbar. Laut Erhebungen aus 2015 fallen 49 Prozent der Verluste im Haushalt an und nicht verkaufte Ware aus Bäckereien und dem Handel schlagen mit 36 Prozent beziehungsweise 13 Prozent zu Buche. Die restlichen zwei Prozent fallen in der Außer-Haus-Verpflegung an.

Seit 2016 begeht der WWF am 2. Mai symbolisch den Tag der Lebensmittelverschwendung, an dem rechnerisch für den Teller und nicht mehr für die Tonne produziert wird.


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