Start / Business / Bio-Handel / Fleischwaren / Keine Langeweile im Schweinestall

Tierhaltung

Keine Langeweile im Schweinestall

Neue Studie belegt: Zufriedene Schweine liefern besseres Fleisch

Mainz. 07.09.07. Schweine sind nicht schmutzig oder dumm, sondern reinlich, sensibel und sehr lernbegierig. Eine abwechslungsreiche und tiergerechte Haltung ist nicht nur im Interesse der Tiere, sondern auch im Interesse einer hohen Fleischqualität.

Das Ergebnis einer Studie des Forschungsinstituts für Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) in Dummerstorf zeigt eindeutige Zusammenhänge zwischen Fleischqualität und Haltungsform. Die hieraus resultierenden Konsequenzen im Sinne einer artgerechten Tierhaltung und hohen Fleischqualität befriedigen Bioland-Bauern mit sauberen hellen Ställen, Gelegenheiten zur Beschäftigung und einer stressarmen Umgebung.

In der Studie wurde die Fleischqualität von Tieren mit einerseits monotonen und andererseits abwechslungsreichen Lebensumständen miteinander verglichen. Das Ergebnis zeigte, dass die monotone Schweinehaltung in einem höheren Maße sogenanntes PSE-Fleisch produziere, das weich, blass und schwammig sei und beim Braten schnell hart werde. „Schweine liefern mehr hochwertiges, rötliches Fleisch, wenn sie über den Tag hinweg Beschäftigung und Bewegung erhalten“, stellt FBN-Sprecher Dr. Karl Borowy fest. Jede artgerecht angereicherte Umwelt sei somit besser als eine beengte, reizarme Haltung.

In der freien Natur suchen Schweine den Großteil des Tages nach Nahrung. Hierbei sind sie auf ihren feinen Geruchssinn, ihren Suchtrieb und ihre große Neugier angewiesen. Der Bioland-Bauer ahmt diese Lebensbedingungen für seine Schweine nach: Seine Tiere haben Auslauf unter freiem Himmel, können Gerüche, Geräusche und Klimareize wahrnehmen und sich frei bewegen. Im Stall finden sie Beschäftigung mit eingestreutem Stroh, Scheuerbalken und Spielzeug wie Bälle, Reifen oder Ketten. Unterschiedliches Futter, etwa Heu, Grassilage, Rüben oder Kartoffeln, sorgt für Abwechslung und gibt den Tiere länger zu kauen. Daneben gibt es für die Schweine spezielle Ruhezonen, um sich abseits ausruhen zu können. Bioland-Ställe sind strukturierter als konventionelle Schweinemastställe. Dadurch fühlen sich die Schweine sichtbar wohler und leben gesünder. Hiervon können sich Kunden in den Bioland-Betrieben direkt überzeugen. Weitere Informationen zu Bioschweinen sowie einen Vergleich zwischen dem Bio- und dem konventionellen Schwein sind unter www.biotiere.de zu finden.

Bioland ist mit über 4.500 Erzeugern - hiervon rund 450 Bioland-Schweinemäster - und 720 Partnern in Lebensmittelhandwerk und -industrie der größte Verband im ökologischen Landbau in Deutschland.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Tierschützer protestieren für Ende der Käfighaltung

Fünf Jahre nach EU-Zusage ist noch kein Verbot in Sicht

Tierschützer protestieren für Ende der Käfighaltung © Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt

Fast 1,4 Millionen EU-Bürger, darunter rund ein Drittel aus Deutschland, haben vor fünf Jahren die Bürgerinitiative ‚End the Cage Age‘ unterzeichnet. Am 30. Juni 2021 kündigte die Europäische Kommission an, bis Ende 2023 entsprechende Gesetzesvorschläge vorzulegen. Darauf warten Tierschützer bislang allerdings vergeblich. Gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen hat die Albert-Schweitzer-Stiftung am Mittwoch vor der Vertretung der Kommission in Berlin protestiert.

24.07.2026mehr...
Stichwörter: Tierhaltung

Frieden bis zum Feld

IX. World Organic Forum verbindet Engagement für Frieden und Ökolandbau

Frieden bis zum Feld © Akademie Schloss Kirchberg

In Tansania arbeiten Ackerbauern und Viehhirten zusammen, in Syrien gibt eine ökologisch wirtschaftende Frauen-Kommune IS-Überlebenden neue Hoffnung und in Burundi ist die Fürsorge für Mensch und Natur traditionell verwurzelt. Während weltweit die Militärausgaben steigen, machte sich die Bio-Branche beim 9. World Organic Forum der Akademie Schloss Kirchberg auf die Suche nach gewaltfreien Alternativen. Internationale ReferentInnen setzten ein Zeichen gegen Aufrüstung, für nachhaltige Ernährungssysteme und eine friedliche Zukunft.

24.07.2026mehr...
Stichwörter: Tierhaltung

Kabinett beschließt Streichung der Weideprämie

Kritik von Umweltverbänden und bäuerlicher Landwirtschaft

Kabinett beschließt Streichung der Weideprämie © pixabay

Die Bundesregierung hat gestern beschlossen, die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) geplante Förderung der Weidehaltung und des Biotopverbunds zu streichen. Das Kabinett hat einen Gesetzentwurf zum Bürokratieabbau verabschiedet, der das Aus für die beiden Öko-Regelungen bedeutet. Umweltschützer und Grüne sprechen von Wortbruch und kritisieren den Abbau von Umwelt- und Tierwohlstandards.

16.07.2026mehr...
Stichwörter: Tierhaltung