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Agrarpolitik

Tierschützer pochen auf Umsetzung der Weideprämie

Organisationen warnen vor Verlust der politischen Glaubwürdigkeit

Tierschützer pochen auf Umsetzung der Weideprämie © stock.adobe.com / by-studio busse yankushev

Mit dem Bürokratierückbaugesetz will die Bundesregierung die geplante Öko-Regelung zur Förderung der Weidehaltung von Milchkühen streichen. Zum Ende der Verbändeanhörung am 24. Juni warnen verschiedene Tierschutzorganisationen unter dem Dach des Deutschen Naturschutzrings (DNR) vor negativen Folgen für Tiere, Weidebetriebe und die Glaubwürdigkeit der Agrarpolitik. Sie fordern Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, die geplante Streichung zurückzunehmen.

Die Weideprämie ist Teil der sogenannten Öko-Regelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Sie soll landwirtschaftliche Betriebe finanziell unterstützen, wenn sie Milchkühen Zugang zur Weide ermöglichen. Wie die Tierschützer betonen, handelt es sich um ein freiwilliges Förderinstrument, das keine zusätzlichen Verpflichtung für Betriebe mit sich bringt. Sie abzuschaffen, widerspreche dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung, der mehr Anreize für Klima-, Umwelt- und Tierschutzleistungen verspricht – meint der Deutsche Naturschutzring zusammen mit der Albert-Schweitzer-Stiftung, dem Deutschen Tierschutzbund, dem Verein ‚Menschen für Tierrechte‘, Provieh und Vier Pfoten.

„Die Bundesregierung kann nicht Anreize für mehr Tierschutz versprechen und dann ausgerechnet eine freiwillige Weideprämie streichen“, erklärt der DNR-Vizepräsident Thomas Schröder. „Wer Weidehaltung erhalten will, muss Betriebe verlässlich unterstützen.“

Fachgerecht umgesetzte Weidehaltung ohne Anbindehaltung gilt nach Angaben der Organisationen als besonders tiergerechte Form der Rinderhaltung. Sie ermögliche den Milchkühen Bewegung, arttypisches Verhalten, Sozialkontakte und Zugang zu Grünland. Gleichzeitig steigere extensive Beweidung die Artenvielfalt.

Allerdings werde der zusätzliche Aufwand für Weidehaltung wirtschaftlich nicht ausreichend honoriert. Viele Betriebe seien auf politische Förderinstrumente angewiesen und brauchten Planungssicherheit. Die geplante Streichung der Weideprämie untergrabe das Vertrauen der Betriebe in politische Zusagen und widerspreche dem politischen Anspruch, gesellschaftlich gewünschte Leistungen der Landwirtschaft stärker zu honorieren. Die Tierschützer fordern die Bundesregierung daher auf, die geplante Streichung zurückzunehmen und die Öko-Regelung – wie 2024 beschlossen – umzusetzen.

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