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Welternährung

„Kein Produktions-, sondern ein Verteilungsproblem“

Ministerin Karawanskij fordert zum Welternährungstag ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und faire Handelsverträge

Nachdem jahrelang ein positiver Trend zu verzeichnen war, steigt die Zahl der Hungernden seit 2020 weltweit wieder an. Laut Vereinten Nationen litten 2020 bis zu 811 Millionen Menschen an Hunger, 161 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Fast 25 Prozent der Betroffenen sind Kinder. Zum Welternährungstag am 16. Oktober forderte die thüringische Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Susanna Karawanskij, nachhaltige Lösungen für die Welternährungsprobleme.

„Eine gesicherte Ernährung ist ein fundamentales Menschenrecht. Durch Kriege, Klimakrise und Corona-Pandemie steigt die Zahl der Hungernden weltweit leider wieder. Wir brauchen nachhaltige Lösungen für die Welternährungsprobleme und müssen vor der eigenen Haustür mit Veränderungen beginnen“, sagt Ministerin Susanna Karawanskij. „Wir brauchen ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung sowie mehr regional erzeugte und konsumierte Lebensmittel. Wir wollen Landkonzentration verhindern und faire Handelsverträge im europäischen und im globalen Handel.“

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. „Diese Verschwendung ist absurd angesichts von weltweit 811 Millionen hungernden Menschen. Es werden Ressourcen verschleudert, die in anderen Weltregionen fehlen“, so die Ministerin. Sie fordert die Bundesregierung deshalb auf, die UN-Nachhaltigkeitsziele umzusetzen und die Verschwendung von Lebensmitteln bis zum Jahr 2030 zu halbieren. In Frankreich, Italien und Tschechien gebe es bereits wirksame Gesetze gegen Lebensmittelverschwendung.

Die Ministerin betont zudem, dass alle Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, einen fairen Lohn und gute Arbeitsbedingungen verdient hätten. Das gelte für den globalen Süden wie für die heimischen Landwirte. Internationale Handelsverträge wie das derzeit geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten dürften soziale Ungleichheit und Umweltzerstörung nicht vergrößern.

„Der globale Agrarhandel muss sich an sozialen Grundrechten und ökologischen Standards ausrichten. Reine Profitinteressen auf Kosten von Arbeitsrechten und Umweltschutz führen dazu, die globale Ungerechtigkeit und den Welthunger zu vergrößern. Als Thüringer Landesregierung werden wir auf Bundes- und EU-Ebene nur Handelsverträge unterstützen, die Menschen-, Arbeits- und Umweltrechte respektieren.“

Das Recht auf Nahrung ist als Menschenrecht in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und weiteren internationalen Abkommen fest verankert. In der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung wurde 2015 ‚Hunger beenden‘ als eines von 17 Zielen festgelegt.


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