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Bio-Aufstriche süß und herzhaft

Vielseitigkeit ist Trumpf

Bio-Aufstriche süß und herzhaft © Breitsamer & Ulrich GmbH & Co KG

Innovativen Bio-Herstellern ist es zu verdanken, dass es heute eine riesige Auswahl an alternativen Brotaufstrichen gibt. Ob herzhaft oder süß, ob locker, zartcremig oder stückig, zeichnen sie sich durch hochwertige natürliche Zutaten aus ökologischem Anbau aus. Das Gros ist vegan, dazu kommen solche mit Mehrwerten wie frei von Gluten und Palmfett. Die Verbraucher freut’s.

Das Angebot an Bio-Aufstrichen reicht auf der einen Seite von nach wie vor besonders gefragten, mediterran inspirierten Klassikern mit Tomate und Paprika oder Pilzen bis zu Aufstrichen mit proteinreichen Hülsenfrüchten oder Saaten und ohne Zuckerzusatz.

Auf der anderen Seite haben Honige, Fruchtaufstriche oder Nuss-Nougat-Cremes passende Begleitung in Form von crunchigen Nuss- oder exotischen Kokoscremes bekommen. Trotzdem sind die Produkte insbesondere im konventionellen Einzelhandel keine reinen Selbstläufer. Gut, wenn das Personal auf Besonderheiten oder alternative Verwendungsmöglichkeiten zum Kochen, Dippen oder Backen hinweisen kann. Praktisch, wenn die Hersteller und Anbieter den Handel mit digitalen oder gedruckten Ideen unterstützen.

Herzhaft auf Brot und Baguette

Herzhafte Brotaufstriche überzeugen nicht nur durch geschmackliche Abwechslung, sondern – je nach den Basiszutaten – auch hinsichtlich der Konsistenz. So umfasst das Portfolio von Petersilchen mit der Marke Sanchon schon 20 Sorten. Um unterschiedliche Vorlieben zu bedienen, gehören dazu cremige, eher grobkörnige sowie leicht stückige Varianten.

Die Basis variiert je nach Variante und Verwendungsmöglichkeit. Während die Antipasti-Aufstriche von ihrem hohen Gemüseanteil leben, verdankt die Cheesana-Reihe zum Streichen und Überbacken ihre cremig-fluffige Konsistenz den enthaltenen Cashewkernen. „Wir haben kein Allgemeinrezept, sondern jede Rezeptur ist einzigartig“, fasst Anne Zwirnmann vom Marketing zusammen.

Hinsichtlich der beliebtesten Sorten gleichen die Erfahrungen denen der meisten Hersteller: Tomatenreiche Sorten sind und bleiben auf der Hitliste ganz oben. Sanchons Sonnentomate mit 80 Prozent Tomaten und -mark gehört zusammen mit den Sorten Roter Paprika sowie Basilikum Romana zu den ersten Produkten der Firma und ist damit seit über 25 Jahren erhältlich. Ebenfalls gut laufen nach eigenen Angaben die Sorten Antipasti Olive und Cheesana mit scharfen Jalapeños.

Rezepturen mit Pfiff

Gemeinsam haben viele Hersteller auch den Ansatz, das Sortiment immer wieder mit reizvollen Neuheiten zu erweitern. Petersilchen bringt zum Herbst drei vielseitige Sandwichcremes in den Handel. Die Biomanufaktur Vegannett aus Dresden setzt dagegen generell auf eine Linie mit Pfiff und kombiniert buntes Gemüse und Gewürze mit Cashew- und Erdnüssen.
Die Aufstrichcremes der jungen Firma sind nicht nur vegan und glutenfrei, sondern im Unterschied zu vielen anderen auch ohne Zuckerzusatz.

Neuerdings erweitern Kreationen mit anderen Kernen das Sortiment, etwa Sellerie Walnuss mit Kurkuma und Shiitake mit Sonnenblumenkernen. Den Wunsch nach weniger Verpackungsabfall greift Vegannett ebenfalls auf und bietet Unverpackt-Läden alternativ Mehrweggläser und 1000-Gramm-Abfüllgläser für Thekengeschäfte an.

Chiron NaturDelikatessen setzt auf einen anderen Trend und ergänzt die Gemüse-Aufstriche im Angebot durch über ein Dutzend mit Hanf veredelte Sorten – und das mit stolzen 30 Prozent geschälter Hanfsaat aus Deutschland. Statt mit Sonnenblumenöl oder Palmfett werden sie mit kaltgepresstem Rapsöl und je nach Sorte mit den weiteren Zutaten verrührt.

Letztere stammen ebenfalls bevorzugt aus heimischem Bio-Anbau. Die Konsistenz der Aufstriche beschreibt Firmenchef Lars Stury als grobkörnig, bissfester und dadurch „wie selbstgemacht“. Weiter hebt er die schonende Verarbeitungstemperatur von 65 Grad Celsius hervor.

Nicht zuletzt erfreuen sich Hülsenfrüchte als gesunde und aromatische Ingredienzen wachsender Beliebtheit. Bei NaBio haben sich die Protein-Aufstriche auf Hülsenfruchtbasis schnell zu den Bestsellern im Aufstrich-Angebot entwickelt. Dabei hat das Unternehmen Bezeichnungen gewählt, die humorvoll auf die jeweilige Basis hinweisen: sei es die Knallererbse, Powerlinse oder Muckibohne.

Alle Produkte enthalten neben einem höheren Anteil an Protein zugleich weniger Fett als klassische Aufstriche. Die Protein-Aufstriche sollten natürliche Eiweißquellen darstellen und würden daher nicht mit isoliertem Protein angereichert, sagt Marketingmanagerin Donata von Reiche. Dass Aufstriche mit Bohnen jedoch nicht unbedingt neu sind, beweist das schon lange angebotene pflanzliche Zwiebelschmelz. Statt auf Palmöl basiert es auf weißen Bohnen.

Für den kommenden Herbst kündigt NaBio gleich acht neue Antipasti-Aufstriche an. Gegrillte Paprika-Cashew, Bruschetta und weitere vegane Sorten ergänzt das Unternehmen hier mit Blick auf die vielen Flexitarier und Vegetarier durch solche mit Ricotta, Feta oder Bergkäse. Das Thema einer nachhaltigen heimischen Beschaffung greift der Familienbetrieb ebenfalls auf und baut seit diesem Jahr in seiner Bad Lauchstädter Landwirtschaft selber Kichererbsen, Sojabohnen und Sonnenblumen an.

Vielseitige Abwechslung lockt zu Impulskäufen

Dass die großen Eigenmarkenhersteller Rila / Rinatura und die Bio-Zentrale den Handel ebenfalls schon lange mit zeitgemäßen Bio-Aufstrichen versorgen, liegt angesichts deren Beliebtheit auf der Hand. So reicht die Auswahl der Bio-Zentrale einmal mehr von Klassikern wie Aufstrich Mediterran, Tomate oder Rucola Tomate über streichfeste Schmelze in der kleinen Alu-Dose bis zu innovativem Hummus-Chili auf Kichererbsenbasis.

Um das Interesse an Bio-Brotaufstrichen zu erhöhen und ihnen einen gesunden oder modernen Charakter zu geben, wählen die Hersteller oft zugleich passende Bezeichnungen. So wurden die Bio rinatura Produkte im Zuge der Neuausrichtung zu ‚Stulle 2.0‘. Ähnlich der Ansatz beim umfangreichen Sortiment von Allos als Pionier für den Bio-Fachhandel, der damit zudem auf wertgebende Inhaltsstoffe hinweist. Die Auswahl verteilt sich auf mehrere Linien unterschiedlicher Basiszutaten und Verarbeitung.

Einen Gemüseanteil von bis zu 70 Prozent und eine feinstückige Konsistenz haben die Allos Hof-Gemüse, während ‚aufs Brot‘ mit Sorten wie Avocado oder Mango Curry sich cremig zeigen. Die zehn veganen Linsen-Aufstriche vereinen durch ganz belassene Beluga- und andere Linsen beides. Als neueste Linie bereichert schließlich Saatenliebe die Palette – mit Kürbis- oder Sonnenblumenkernen, Hanf- oder Leinsaat sowie Mohn. So dürfen sich Verbraucher angesprochen fühlen, die vertraute Zutaten bevorzugen, jene, die gern zu Ausgefallenem greifen und die, die auf gesunde Zutaten achten.

Fürs Frühstück: fruchtig, süß, schokoladig oder nussig

Auch bei den süßen Aufstrichen für das Brötchen am Morgen, den Zwieback am Nachmittag oder zum Backen zeigt sich die Bio-Branche als Pionier. Am Anfang waren es ihre Fruchtaufstriche mit wesentlich mehr Frucht – nicht selten über 70 Prozent –, die den gesamten Handel auffrischten und einen neuen Trend schufen. Ebenfalls schon früh hat sie bewiesen, dass Nuss-Nugatcreme und Co. nicht zwangsläufig auf Industriezucker, billigem Palmfett und Aromastoffen basieren müssen. Hinzu gekommen sind in jüngerer Zeit Muse und Cremes aus Nüssen.

Von Rot bis Gelb: Quer durch den Obstgarten verlocken Bio-Fruchtaufstriche, Konfitüren und Marmeladen, Gelees und Muse, wie sie Maintal, Fiordifrutta, Allos, Zwergenwiese, Beerenbauern, Bio-Zentrale oder viele regionale Betriebe anbieten. Die Auswahl umfasst die Dauerfavoriten Erdbeere und Waldbeere, aber auch herbere Sorten mit Zitrusfrüchten oder solche mit Gewürzen.

Bei aller schon bestehenden Vielfalt bringen die Anbieter doch noch Neuheiten heraus und wecken so das Interesse. Ein aktuelles Beispiel findet sich mit dem fruchtig-süßen und sämigen Aufstrich der Bio-Zentrale, in dem Mango und Aprikose auf Kichererbsen und Kurkuma treffen.

Als Mehrwert kommt manchmal hinzu, dass die verwendeten Früchte von Bio-Bauern aus der Umgebung oder zumindest Deutschland stammen. Das gilt auch für Honig. „Honig ist der älteste und natürlichste Brotaufstrich der Menschheit“, sagt Karin Lang von Sonnentracht überzeugt. Einen großen Teil ihrer Sorten erzeugen die Bremer in der eigenen Imkerei, etwa Akazien-, Linden-, Heide- oder Weißtannenhonig. Lavendelhonig und andere Spezialitätenhonige beziehen sie von langjährigen, weltweiten Imkerpartnern.

Hoyer-Honig aus Polling weiß gleichfalls um die von der jeweiligen Tracht abhängenden Geschmacksnuancen. Die verschiedenen Sortenhonige, für die sie mit Partnerimkereien zusammenarbeiten, begleiten Varianten mit Gewürzen und/oder Nüssen, Holunder-Wildfrucht, Sanddorn- Wildfrucht und solche mit wertvollem Propolis und Gelée Royale.

Was das Thema Rückverfolgbarkeit gerade beim begehrten und hochpreisigen Manuka betrifft, stellt Philipp Hauck, Vertriebsleiter bei Hoyer-Honig, fest: „Wir betreiben eine aufwendige Analytik für jede Charge und gewährleisten, dass der Honig den strengen Richtlinien des Ministry for Primary Industries in Neuseeland entspricht.“ Der angebotene Honig werde als original Imker-Abfüllung importiert und stamme von der größten, zertifizierten Bio-Imkerei für Manukahonig TranzAlpine Honey.

Und die Marktaussichten für Honig insgesamt? 2021/22 werde das schwierigste Honigjahr, das man je hatte, prophezeit Hauck. Die Preise für die wenige verfügbare Rohware seien extrem gestiegen und es könne auch zu Lücken im Angebot kommen. Trotzdem blickt er optimistisch in die Zukunft: „Durch Corona ist eine positive Verschiebung erkennbar, hin zu gesunder, bewusster Ernährung als Grundlage für einen gesunden Körper und ein widerstandsfähiges Immunsystem.“ Und diese Entwicklung wird seiner Überzeugung nach anhalten.

Während Langnese sich bei den Bio-Produkten auf Blütenhonige beschränkt, diese aber sowohl im Glas als auch im Dosierspender anbietet, konzentriert sich Breitsamer im Bio-Bereich auf milden Bio-Akazien- und kräftig-würzigen Waldhonig. Aktuell legt das Unternehmen jedoch den Fokus auf Dicksäfte und Sirupe der Partnermarke Immenhof Naturprodukte. Als dickflüssige, süße Alternative eigneten sie sich durchaus als Aufstrich für Veganer und Pollenallergiker.

Schokoladen-Aufstriche für Klein und Groß

Um einen Eindruck vom süßen Markt der Möglichkeiten bei Schoko-Cremes zu bekommen, bietet sich das Portfolio von Brinkers Food an. Mit La Vida Vegan, So Vegan So Fein, Nusco bio, Chocolate Rhapsody und It’s my life bieten die Niederländer mittlerweile fünf eigene Marken an. La Vida Vegan und So Vegan So Fein seien auf dem deutschen Markt ihre bestverkauften Marken. Unterschiede zur Premiummarke Chocolate Rhapsody liegen darin, dass sie vegan und palmölfrei sind und Fairtrade-Zutaten enthalten.

Mit den drei La Vida Vegan Protein-Varianten greift Brinkers Food zugleich den Wunsch vieler Verbraucher nach weniger Zucker auf. Zur Biofach 2022 ist hier die Einführung einer zuckerreduzierten Variante ohne zugefügtes Protein geplant.

Breit aufgestellt ist das Unternehmen auch beim Vertrieb und erhöht damit den Bekanntheitsgrad. Bedient werden der LEH, der Biofachhandel und Drogeriemärkte, teils über den Bio-Großhandel, Importeure und im Falle von Großkunden direkt. Aktuell baut Brinkers daneben digitale Vermarktungswege aus und setzt verstärkt auf Social Media. Letzteres eignet sich nicht zuletzt als Plattform für Aktionsprodukte wie zu Weihnachten eine Spekulatiuscreme oder Nusscremes mit einem höheren Nussanteil. In Richtung Handel setzt der Hersteller trotz der Pandemie auf Messen und stellt im Oktober auf der Anuga beziehungsweise im Organic Market aus (Halle 5.1, E.091).

Andere Anbieter verfolgen andere Wege und variieren die Rezepturen. Haselherz süßt beispielsweise mit Traubensaftkonzentrat oder – wie Dr. Goerg bei der wachsenden Aufstrich-Range – mit Kokosblütenzucker. Sonnentracht hat für den LEH dagegen unter der Marke Serapis Culinar drei Kokoscremes (Karamell-Meersalz, herbe Schokolade und Vanille) entwickelt, im Naturkostfachhandel zusätzlich Schoko mild und Kaffee. Die Naturland-zertifizierten Produkte basieren auf Kokos und Agavensirup, mit der Sorte Karamell-Meersalz als momentaner Bestseller.

Die Bio-Zentrale geht mit dieser Sorte ebenfalls auf den Trend zu süß-salzigen Geschmacksrichtungen ein. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen Erdnussaufstriche im Blick. Während das Bio-Zentrale-Produkt zusätzlich Haselnüsse, Kichererbsen, Dattelsirup und Zimt enthält, kommen die süße und die salzige Creme der neuen Submarke Less is more mit bewusst wenigen Zutaten aus.

Bettina Pabel


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