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Von Lupinen-Burger zu Hanf-Tempeh

De Hobbit liefert pflanzliche Proteinprodukte in Fülle

Von Lupinen-Burger zu Hanf-Tempeh

Das Bio-Unternehmen De Hobbit ist ein Pionierhersteller für Fleischersatzprodukte oder pflanzliche Proteinquellen. In Maldegem zwischen Gent und Brügge verarbeitet es Sojabohnen, Weizeneiweiß und Erbsen zu vielfältigen Qualitäts-Lebensmitteln und setzt damit Maßstäbe beim Trend zu einer veganen Ernährung.

Während einer Indonesienreise lernte der Gründer Erik de Wilde um 1970 Tempeh kennen. Davon war er so begeistert, dass er das fermentierte Soja-Produkt nach seiner Rückkehr nach Belgien im Jahr 1982 selbst herstellte – von Anfang an mit ausschließlich biologischen Rohstoffen.

1998 wurde die Firma vom heutigen Geschäftsführer Frederik Dossche übernommen, der das Sortiment immer weiter ausbaute. Inzwischen bietet De Hobbit für den belgischen Fachhandel und Private Label über 45 verschiedene Proteinprodukte an. Die Basis bilden Klassiker wie Tofu und Tempeh aus Sojabohnen sowie Seitan aus Weizeneiweiß. Dazu kommen Spezialitäten wie Mochi, japanischer Reiskuchen, oder die japanische Soja-Speise Natto. Auch Rohstoffe wie Lupinen, Hanf oder Erbsen werden von De Hobbit verarbeitet. „Alle Bohnen können theoretisch verwendet werden – es kommt nur auf die entsprechenden Aminosäuren an“, erklärt Edith Gomes, die für De Hobbit das Marketing verantwortet.

Lupinen hätten den Vorteil, dass sie in der Region besser angebaut werden könnten als Soja. Aber auch europäisches und sogar belgisches Soja verwendet De Hobbit mittlerweile in seinen Produkten. Erhältlich sind die Spezialitäten für den Kunden als Gulasch, geräuchert, mit Haselnuss, gehackt, in Würfeln, oder als Aufstrich. Auf diese Vielfalt ist der Bio-Pionier besonders stolz.

In der Produktionsanlage ist eine Halle nur für Tofu-Produkte reserviert. 20 Stunden lang werden die Bohnen in einen Container mit Wasser eingelegt, wodurch sie Flüssigkeit aufnehmen und schon etwas fermentieren. Anschließend werden sie gemahlen und gekocht. Mit Hilfe eines Meersalzextrakts wird die Sojamilch zum Gerinnen gebracht, sodass die Eiweißstücke vom überschüssigen Wasser getrennt und sodann in verschiedene Tofu-Produkte weiterverarbeitet werden können. „Der Prozess geht eigentlich ganz schnell“, meint Frederik Dossche. Vom Mahlen bis zur Verpackung vergingen nur rund 40 Minuten.

In einer zweiten Halle werden Tempeh und Seitan hergestellt. Für Tempeh werden geschälte Sojabohnen gekocht und getrocknet und anschließend von Hand mit Schimmelpilzen versetzt. Damit diese besser wachsen, gibt De Hobbit noch Apfelessig hinzu. Für Seitan werden Getreideeiweiße in Sojasauce gekocht.

„Eigentlich wäre es besser, die gesamte Produktion unter einem Dach zu haben“, gesteht Dossche. Die Kapazitäten in den beiden Hallen seien zudem bereits ausgelastet. Deshalb baut De Hobbit jetzt ein neues Gebäude, das eine doppelt so große Produktionsmenge ermöglichen soll. Genug also, um auch ausländische Märkte zu bedienen.

Lena Renner


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