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Hessen ist Ökomodell-Land

Ökomodell-Regionen sind Impulsgeber für mehr Nachhaltigkeit

Seit 2021 darf sich Hessen als Ökomodell-Land bezeichnen – alle Regionen sind zu Ökomodell-Regionen geworden. Mit vielfältigen Projekten engagieren sie sich für die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten und mehr ökologische Produkte aus der Region für die Region. Das Land zieht nun eine Zwischenbilanz und blickt auf das kommende Jahr.

Als 2015 die ersten Ökomodell-Regionen an den Start gingen, waren es hessenweit 11,4 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen, die ökologisch bewirtschaftet wurden. Drei Jahre später lag ihr Anteil bei 14,7 Prozent – 5,6 Prozentpunkte über dem Bundesschnitt. Parallel stieg die Nachfrage nach regionalen und ökologisch erzeugten Lebensmitteln stetig.

Zu dem gesteigerten Bewusstsein für die Zusammenhänge verschiedener Aspekte wie Regionalität, Tierwohl oder Biodiversität trägt die Arbeit der Ökomodell-Regionen bei. Zusammen mit Erzeugern, Verarbeitern und Vermarktern entwickeln die Akteure dort individuell auf ihre Region zugeschnittene Konzepte. Sie sollen dabei helfen, den Anteil an Bioflächen zu erhöhen sowie Betriebe bei der Umstellung oder Erschließung neuer Absatzmöglichkeiten zu unterstützen. Eines der Ziele ist es auch, den Begriff ‚bioregional‘ bei den Verbrauchern zu etablieren.

Seit Februar sind die Manager-Stellen in den neuen Ökomodell-Regionen (Kreis Bergstraße, Nassauer Land, die Kreise Main-Kinzig und Schwalm-Eder sowie die Regionen Hersfeld-Rotenburg und Rhein-Main) vollständig besetzt. Für 2021 sind vielfältige Projekte geplant, mit denen die Handlungsfelder des vom Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) entwickelten Ökoaktionsplans mit Leben gefüllt werden sollen.

Ein schönes Beispiel, an dem sich alle Regionen beteiligen, ist das Projekt Bio-Weiderind. Dessen Ziel ist es, die meist kleinen landwirtschaftlichen Erzeugerbetriebe von der Vermarktung zu entlasten, Bio-Landwirte, Schlachthöfe und den Lebensmitteleinzelhandel zusammenzubringen und anhand dieser neugeschaffenen Wertschöpfungsketten dafür zu sorgen, dass die besondere Haltung der Rinder auch im Verkauf Berücksichtigung findet.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Verbesserung von Gemeinschaftsverpflegung in Schulen und Kantinen. Hierzu arbeitet das Projektmanagement der Ökomodell-Region Lahn-Dill-Gießen aktuell an der Einbindung bioregionaler Lebensmittel in die Schulverpflegung in den beiden Landkreisen.

Schwerpunktthemen werden auch die  Ausweitung von Absatzwegen und Vermarktungsstrukturen sein, außerdem die Bereiche Austausch und Öffentlichkeitsarbeit. Neben beliebten Formaten wie regionalen Feierabendmärkten oder den Öko-Aktionstagen geht es dabei auch um das digitale Angebot. Neben Einkaufsführern für bioregionale Produkte gibt es derzeit schon eine Reihe fachlicher Online-Seminare, Diskussionen und Vorträge.

Um den bisher gesammelten Wissens- und Erfahrungsschatz  allen zugänglich zu machen, soll auch das Networking unter den Regionen ausgebaut werden. Auf diese Weise lassen sich Synergien noch besser nutzen. Eine neu eingerichtete Vernetzungsstelle unter dem Dach der MGH – Gutes aus Hessen unterstützt die Ökomodell-Regionen seit 1. Februar dabei.


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