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Limonade

Zu wenig Zucker in Lemonaid

Dem Bio-Getränkehersteller Lemonaid droht erneut die Verbannung seiner Limonaden aus Cafés und Supermarktregalen. Das Bonner Verbraucherschutzamt bemängelt den zu geringen Zuckergehalt der Sorte Maracuja und beruft sich dabei auf die Leitsätze für Erfrischungsgetränke des Deutschen Lebensmittelbuches. Demnach darf ein Getränk nur Limonade heißen, wenn mindestens sieben Prozent seines Gewichts aus Zucker bestehen. Eine Laboruntersuchung habe aber ergeben, dass in der Maracuja-Limonade nur 5,6 Prozent Zucker stecken.

In Hamburg wurde dieselbe Diskussion bereits Anfang 2019 geführt – damals um die Limetten-Limonade. Hier hatte die Hamburger Behörde nach der Weigerung Lemonaids, den Zuckergehalt zu erhöhen, eingelenkt und sich mit dem zuständigen Bezirksamt Mitte darauf geeinigt, die Rezeptur der Lemonaid-Limos bis auf Weiteres nicht zu beanstanden.

Auch die Politik äußerte sich damals zu dem Fall. Die damalige Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) kündigte an, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, „dass die Leitsätze für Lebensmittel hinsichtlich möglicher gesundheitsschädlicher Mindestgehalte überprüft werden.“ Wenig Zucker sollte nicht bestraft werden, sondern der Normalfall sein.

Passiert ist aber offensichtlich nichts. Die Gründer Paul Bethke und Felix Langguth wollen auch dieses Mal nicht kampflos akzeptieren, dass sie mehr Zucker in ihre Drinks geben müssten, um weiterhin ‚Limonade‘ zu heißen. Dieses Jahr haben sie Getränke auf den Markt gebracht, die sogar ganz ohne Fruchtzucker und auch ohne jede Süßstoffe auskommen.

Hans-Joachim Fuchtel, parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, hat die „klare Erwartung, dass sich die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission der aktuellen Problematik nun zügig annimmt und die entsprechenden Leitsätze überprüft.“ Ziel des BMEL sei es schließlich, den Gehalt von Zucker in Fertiglebensmitteln und auch den Erfrischungsgetränken zu reduzieren.


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