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Vom Lockdown zur Öffnung

Hin zu einer krisenfreien Wirtschaft und Lebensmittelversorgung

Vom Lockdown zur Öffnung © Eosta
Ein Apfel am Tag... - Die Eosta setzt sich für Gesundheit und gute Ernährung ein.

Was die Corona Pandemie uns zeigt ist, dass man niemals davon ausgehen kann, dass alles so bleibt wie es ist. Im vergangenen Februar lebten wir noch in einer völlig normalen Welt. Die Wirtschaft hatte Rückenwind, der AEX befand sich stabil über 600 Punkten, die Bürger machten schon Pläne für die Sommerferien. Sie wissen, was dann folgte. Einen Monat später war die Börse gecrasht und hatte die Hälfte der Weltbevölkerung Hausarrest. Die Epidemie verursacht viel menschliches Leid. Krankheit, Tod, Einsamkeit und der Verlust von Arbeit und Einkommen hat viele getroffen. Jeder von uns kennt Menschen, die darunter leiden.

Wenn man sich in einer weltweiten Krise befindet, muss man erst einmal die Notbremse ziehen. Das haben wir getan und wie es scheint mit Erfolg. Wir haben das Katastrophen-Szenario mit dutzenden Millionen Toten abwenden können, worüber Anfang März noch viel geschrieben wurde. Das Allerschlimmste scheint in Europa vorbei zu sein, was den Rest der Welt betrifft, muss man das noch abwarten.

Jetzt wo der Feinstaub aus der Luft gesackt ist, können wir vielleicht die neue, klare Aussicht nutzen. Corona schien wie ein Besinnungsmoment für die Welt. Verwundert schauen wir um uns herum: wo befinden wir uns und wie sind wir hierhin gekommen? Und was werden wir später tun, wenn die Pandemie vorbei ist? Eine Sache ist sicher: zurück zu business as usual ist keine Option.

Ausblick auf eine sauberere Welt

Wir haben einen ungeahnten Ausblick auf eine andere Wirklichkeit bekommen. Die Staus waren wie von Zauberhand aufgelöst. Nach einer Woche kamen Berichte über kristallklares Wasser und Fischschwärme in den Grachten von Venedig. Der niederländische Wetterdienst KNMI verkündete, dass die Feinstaubwerte in unserem Land in „beispielloser“ Weise gesunken waren und ich nehme an, dass in Deutschland ähnliche Effekte zu sehen waren. Marshall Burke, ein Forscher von Harvard, berechnete, dass die reinere Luft in China möglicherweise schon mehr Todesfälle verhindert hat, als Corona in China an Menschenleben gefordert hat.

In der Krise entscheiden sich Menschen für Bio

Auch innerhalb unseres Unternehmens Eosta merkten wir einen überraschenden Effekt der Pandemie: die Nachfrage nach biologischem Obst und Gemüse ist stark gestiegen. In einer Krise wird deutlich, was im Leben von grundlegender Bedeutung ist: Gesundheit und gute Ernährung.
Es ist deutlich geworden, dass Menschen mit anderweitigen Gesundheitsproblemen anfälliger sind für die Erkrankung und dass Menschen mit Übergewicht schneller auf der Intensivstation landen. Verständlich, dass Menschen vermehrt Obst und Gemüse wählen. Als Unternehmen sahen wir diesen Effekt übrigens auch schon bei der Finanzkrise im Jahr 2009. Wo alles einstürzte, stieg bei Bio die Nachfrage.

Veränderung ist möglich

Corona hat gezeigt, dass wir als Gesellschaft in der Lage sind von einem Tag auf den anderen das Ruder komplett herumzureißen. Wir legen erstmal alles still. Es geht nicht anders. In einem Rutsch können wir alle Umweltschutz- und Klimaschutzforderungen erfüllen, über die wir schon seit Jahren reden. Der Feinstaub hat sich buchstäblich aus dem Staub gemacht.

Natürlich wartet jeder sehnsüchtig darauf, nach der Pandemie mit dem Leben wieder zu beginnen. Aber weitermachen, als ob nichts passiert ist, ist unmöglich. Erstens wegen der gewaltigen Kosten, die diese Krise verursacht hat: die betragen allein in Deutschland mindestens 156 Milliarden. Diese Kosten sind eine Folge von Entscheidungen, die wir in der Vergangenheit getroffen haben. Wenn wir weitermachen mit business as usual ist das penny wise and pound foolish. Zweitens liegen neue Pandemien schon auf der Lauer. Es ist damit zu rechnen, dass Corona nicht die letzte Zoonose ist, die eine Pandemie auslösen kann. Seit 1940 ist die Anzahl Zoonosen weltweit enorm gestiegen. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen all diesen Zoonosen und der Art und Weise, wie wir mit Tieren umgehen und Landbau betreiben.

Eine ganze Reihe von Krisen

Die Corona-Krise ist natürlich nicht die erste. Wir springen von Krise zu Krise. Wir hatten uns gerade von der Hypotheken-Krise im Jahr 2008 etwas erholt, als uns die Klimakrise in ihrem vollen Umfang mehr und mehr bewusst zu werden begann. Unterdessen wurde mein eigenes Land, die Niederlande, zusätzlich von einer Feinstaubkrise lahmgelegt. Auch in Deutschland, im Ruhrgebiet und in Niedersachsen, sind hohe, feinstaubbedingte Schadstoffwerte im Boden (PAKs) schon seit Jahren ein Problem. Während dies noch spielte, kam die Corona-Krise noch hinzu. Eine Zoonose, eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragen wird. Wissenschaftler warnten schon seit Jahren davor, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis eine Zoonose eine Pandemie auslösen würde. Das ist nun passiert.
Was sagen uns all diese Krisen? Man muss schon sehr dazu neigen, den Kopf in den Sand zu stecken, um zu sagen: das sind alles einzelne Vorfälle, da besteht kein Zusammenhang.

Verlust von Biodiversität führt zu Pandemien

  • © Azote Images for Stockholm Resilience Center
Eine neue Sichtweise auf die SDGs: Wirtschaft und Gesellschaft als integrale Bestandteile der Biosphäre.

Die Antwort müssen wir uns zum Glück nicht selbst  ausdenken, denn die ist bereits von bedeutenden Wissenschaftlern ausführlich gegeben worden. Am 8. April erschien eine große Studie der Universität von Kalifornien mit einer eindeutigen Schlussfolgerung: die starke Zunahme der Zoonosen ist eine direkte Folge von der Art und Weise, wie wir mit Tieren umgehen. Eine Studie in Nature von Juni 2019 konstatiert, dass 50 Prozent aller Zoonosen seit 1940 durch die Landwirtschaft verursacht worden sind. Sie sagen buchstäblich: „Übermäßiger Einsatz von Pestiziden, Kunstdünger und Arzneimittel verursachen eine Zunahme von Krankheitserregern und eine zunehmende Verbreitung von Krankheiten durch Insekten“.

Man kann eigentlich von einer Drei-Stufen-Rakete der Zerrüttung sprechen. Erst haben wir die wilde Biodiversität zerstört (alle wilden Säugetiere auf der Erde zusammen genommen betragen nur sieben Prozent des weltweiten Viehbestands). Im zweiten Schritt haben wir Monokulturen, Kunstdünger und Pestizide angewendet, womit wir auch die Insekten und das Bodenleben ausgerottet haben. Der dritte Schritt ist die Intensivtierhaltung, mit der wir das System definitiv zerrütten durch den Gebrauch von importierten Futtermitteln, Antibiotika und Arzneimitteln. Dies ist vor allem in den Niederlanden ein sehr großes Problem, aber ist natürlich auch in Deutschland ein großes Thema.

Unser Umgang mit Tieren muss sich ändern

In jedem Fall ist es wissenschaftlich unwiderlegbar: wenn man die Biodiversität angreift, dann greift man die Vitalität, die Abwehr und die Gesundheit des ganzen Systems an. Das gilt sowohl für die Mikrobiologie in unserem Körper als auch für die Biosphäre der Erde, die übrigens eng miteinander verbunden sind. Wenn wir die Natur weiter zerstören ist es unvermeidbar, dass das Mikrobiom der Urwälder, der Meere und des Bodens in unser Leben eindringt. Unser Umgang mit den Tieren formt den Kern der jetzigen Krise.

Es ist auch deutlich, was passieren muss: wir müssen weniger Fleisch essen, den Viehbestand verkleinern. Wir können das Leiden unzähliger Tiere verhindern, wenn wir uns für mehr pflanzliche Ernährung entscheiden. Damit machen wir nicht nur uns selbst, sondern den gesamten Planeten gesünder.

Pandemie macht sowohl ökologische als auch soziale Zerrüttung deutlich
Die Zoonose-Krise steht natürlich in Zusammenhang mit den anderen Krisen: Klima, Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung, Bodenerosion. Die Pandemie lässt zudem die soziale Zerrüttung sichtbar werden: Die USA unter Trump erscheint plötzlich als eine Art Dritte-Welt-Land, wo mehr als zehn Millionen Menschen auf einen Schlag arbeitslos geworden sind und wo die Afro-Amerikanische Bevölkerung ein zwei- bis dreifaches Risiko läuft, an Corona zu sterben.

Die Notwendigkeit integraler Nachhaltigkeit

Anfällige Ökosysteme und soziale Ausbeutung verursachen eine anfällige Wirtschaft und Gesellschaft. Was wir brauchen, ist eine Wirtschaft, die den ökologischen und sozialen Auswirkungen unserer Produktion mehr Bedeutung beimisst. Um das zu erreichen, muss man die ökologischen und sozialen Auswirkungen erst einmal erfassen.

Die Vereinten Nationen haben dafür als umfassendes Nachhaltigkeitsmodell die siebzehn ‚Sustainable Development Goals‘ entwickelt. Innerhalb von Eosta arbeiten wir mit einem handlicheren Modell, das wir die ‚Nature & More Nachhaltigkeitsblume‘ nennen. Unsere Nachhaltigkeitsblume hat sieben Blütenblätter: Klima, Biodiversität, Boden, Wasser, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Es sind auch andere Modelle denkbar, aber letztlich geht es um dasselbe: dass man sowohl die natürlichen als auch die sozialen Auswirkungen seiner Produktion erfasst, so dass man diese mitberechnen kann.

Der unsichtbare Teil des Wirtschaftens: externe Kosten

Die eigentliche Wurzel dieser Krise liegt in der Art und Weise, wie wir über das Wirtschaften denken. Zoonosen, Stickstoff, Feinstaub, soziale Ungerechtigkeit, sie alle bedeuten bisher nichts in unserer Wirtschaft. Man kann sie nicht im BIP wiederfinden. Sie zählen nicht mit in der Buchhaltung. Den Schaden für Mensch und Planet sieht man nicht aufgeführt in den Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen.

In der Volkswirtschaftslehre gibt es sogar einen Ausdruck für diese Art Schaden: externer Effekt. Diese Bezeichnung sagt alles. Externe Effekte werden “über den Gartenzaun geschmissen“ und anderen zugeschoben. Die sind für ferne Länder und zukünftige Generationen, um sie zu lösen.

Wegschieben funktioniert nicht mehr

Und jetzt stellen wir fest, dass die andere Seite des Zauns scheinbar doch zu unserem eigenen Garten gehört. Die Krisen verdeutlichen, dass Externalisierung eine Illusion ist. Es gibt keine “fernen Länder“ mehr. Abschieben auf unsere Kinder und Enkelkinder funktioniert ebenfalls nicht, denn wir bekommen alle Kosten direkt zurück auf unseren eigenen Teller. Die weltweite Rechnung der Corona-Krise beläuft sich mittlerweile auf tausende Milliarden. Die Kosten der Klimakrise und der Stickstoffkrise sind zudem noch viele Male höher.

True Cost Accounting

Die Lösung ist einfach: wir müssen beginnen, ehrlich zu rechnen. Man hört nun überall Plädoyers für eine “Vergrünung“ der Wirtschaft. Aber das gelingt nur, wenn wir die ,fundamentals‘ der Wirtschaft in Angriff nehmen. Wir müssen die externen Kosten in die Wirtschaft integrieren. Das erfordert eine neue Art zu rechnen auf der Grundlage von gesellschaftlichen Kosten und Erlösen. True Cost Accounting schafft ein neues Wirtschaftsmodell mit einer drastisch veränderten Gewinndefinition.

In unserer neuen Gewinndefinition nehmen wir alle verborgenen Kosten und Erlöse in die Berechnung mit auf: die Auswirkungen auf das Klima, Tiere, Biodiversität, Boden, Wasser, die menschliche Entwicklung, das soziale Gefüge der Gesellschaft und die Verteilung des Wohlstands. Nachhaltigkeit kommt dann in den Motor der Wirtschaft. So kann man verhindern, dass man später mit Überraschungen von zwei Billionen Dollar konfrontiert wird, wie zurzeit die USA.

Wir müssen gigantische Risiken abfangen

Die Corona-Krise zeigt, was passiert, wenn man die Weltwirtschaft auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausrichtet. Ein Schiffbruch. Und dies ist nur der Anfang. Die große Klimakrise ist noch im Anmarsch. Zukünftige Pandemien sind schon in der Mache. Es ist vernünftig, wenn wir die Risiken im Voraus mitberechnen. Glücklicherweise beginnt das auch in der Finanzwelt durchzusickern.

S&P Global hat die Kreditwürdigkeit von Multinationals wie Mercedes Benz und Exxon Mobile mittlerweile abgewertet. Grund ist nicht der Gewinn, der ist in Ordnung, aber der große ökologische Fußabdruck, durch den die zukünftige Rentabilität gefährdet ist. Diese Krise trifft damit zum ersten Mal das Einkommen der finanziellen Elite. Und das ist eine gute Nachricht, weil es bedeutet, dass die Elite gezwungen wird über eine tiefgreifende Systemänderung nachzudenken.

Weiter nach Corona: in der Praxis

Wenn wir mit Regierungen, der Wirtschaft und den Bürgern gemeinsame Anstrengungen unternehmen, können wir in fünfzig Jahren hoffentlich zurückschauen auf die Corona-Krise als den Beginn einer grünen, krisenfreien Weltwirtschaft. Die Einführung des True Cost Accounting ist eine Aufgabe für die Finanzwelt, für Ökonomen und Rechnungsprüfer. Es stehen große finanzielle Risiken auf dem Spiel, das könnte also schnell gehen. Aber zugleich müssen wir auch praktisch denken. Was können wir innerhalb unseres eigenen circle of influence für Maßnahmen ergreifen, um das Risiko zukünftiger Krisen zu senken?

Um Mahatma Gandhi zu zitieren: “Be the change you want to see in the world”. Lassen wir uns bei uns selbst beginnen. Als Konsument können wir mit kleinen Veränderungen in unserem Verbraucherverhalten große Veränderungen in Gang setzen. Weniger Fleisch und tierische Produkte essen, mehr biologisch, weniger Fliegen, weniger Auto fahren.

Keine staatliche Hilfe für parasitäre Unternehmen

Wir richten einen eindringlichen Appell an die Regierung, mit staatlicher Hilfe für Unternehmen selektiv umzugehen. Die Regierung ist im Begriff Milliarden an Steuergeldern zu verteilen. Das Geld soll Unterstützung bieten an Unternehmen, die für die deutsche Gesellschaft von Bedeutung sind.
Wir werden natürlich keine öffentlichen Steuergelder an Unternehmen bezahlen, die Steuern hinterziehen. Wir werden natürlich keine öffentlichen Gelder an Unternehmen zahlen, die Mega-Gewinne in Form von Dividenden ausschütten und dann um staatliche Hilfe bitten. Die Regierung muss strenge Bedingungen an die Vergabe von Staatshilfe knüpfen. Dänemark, Frankreich und England haben das schon vorgemacht.

Keine staatliche Hilfe für Unternehmen, die an zukünftigen Krisen mitwirken

Mindestens ebenso wichtig ist es, Unternehmen zu unterstützen, die zu einer stabilen Zukunft Deutschlands beitragen. Wir werden natürlich keine Unternehmen unterstützen, die die Biodiversität, das Klima und die Böden noch weiter ruinieren und damit zukünftigen Zoonosen und Krisen Vorschub leisten. Für die beteiligten Unternehmer ist es zwar erfreulich, wenn der Staat das aufrechterhalten will, aber das geht leider nicht, wenn es für die Gesellschaft schädlich ist.

Spar Milliarden mit nachhaltigem Landbau

Wir appellieren mit Nachdruck an das Landwirtschaftsministerium und die Ministerien, die damit verbunden sind. Im Dezember veröffentlichte die Boston Consultancy Group einen aufsehenerregenden Bericht, “Die Zukunft der deutschen Landwirtschaft nachhaltig sichern“, in dem die externen Kosten der deutschen Landwirtschaft mit True Cost Accounting ermittelt wurden (https://www. bcg.com/ de-de/perspectives/234159).

Der Bericht richtete sich auf Klima, Luftqualität, Wasser, Boden, Viehhaltung und den Schaden am Ökosystem, inklusive Verlust an Biodiversität. Der Schaden dieser Auswirkungen beträgt nach ihren Berechnungen insgesamt 90 Milliarden Euro pro Jahr. Der Bericht berechnet auch, dass dieser Schaden um mindestens 30 Prozent vermindert werden könnte, wenn man sich für leicht zugängliche, nachhaltige Landbaumethoden entscheidet! Es ist an der Zeit, dass die Regierung einsieht und erkennt, dass durch biologischen Landbau Milliardenbeträge für die Gesellschaft eingespart werden können.

Finanzsektor muss Risiken mit einkalkulieren

Einen dritten Appell richten wir an den Finanzsektor: es ist Zeit aufzuwachen und zu sehen, welche enormen Risiken wir eingehen, wenn wir probieren auf diesem abbröckelnden Bergweg weiterzugehen; vor allem ein enormes Investitionsrisiko.

Die von den Zentralbanken eingeführten ‚Klimastresstests‘ sind ein vielversprechender Anfang. Aber dasselbe muss mit Gesundheitsrisiken, Biodiversitätsrisiken, Flüchtlingsrisiken und Wohlstandsrisiken passieren. Ansonsten handelt man unverantwortlich. Wir müssen diesen Prozess schneller in Gang setzen, denn hierdurch wird auf höchstem Niveau entschieden, wo die großen Geldströme hinfließen.

Frau Merkel, kreieren Sie bitte ein faires Spielfeld

An Bundeskanzlerin Angela Merkel richten wir die Bitte, die bestehenden Hürden für Nachhaltigkeit aus dem Weg zu räumen. Es ist an der Zeit, um durch Gesetzgebung und steuerliche Anreize auf dem Markt ein faires Spielfeld zu kreieren, nach dem altbewährten Prinzip, dass der Verursacher zahlt.

Unternehmen, die zur Nachhaltigkeit beitragen, sollte man im Wettbewerb nicht benachteiligen, sondern ihnen einen Vorsprung gewähren. Jetzt ist es oft so, dass Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, der Konkurrenz nicht standhalten können. Die positiven Auswirkungen auf natürliches und soziales Kapital werden nicht mitgerechnet in der Gewinn-und Verlustrechnung. Das ist krumm.

Unternehmen und Betriebe, übernehmt Eigenverantwortung

Zum Abschluss ein Appell an den privaten Sektor: lasst uns gemeinsam ab sofort Nachhaltigkeitsprinzipien in unser Business-Case mit aufnehmen. Online-Meetings, Produkte nicht mehr mit Zucker und Fett vollstopfen. Übernimm Eigenverantwortung.

Eosta mit Nature & More als Flaggschiff wird sich natürlich weiterhin dafür einsetzen die Welt mit gesundem Essen zu versorgen: frisches biologisches Obst und Gemüse mit einer transparenten Herkunftsgeschichte und vollständig nachhaltig. Mit Kampagnen wie ,The True Cost of Food‘ und ,Dr. Goodfood‘ arbeitet Eosta weiter daran das Bewusstsein für True Cost Accounting und gesunde Ernährung zu erhöhen.

Die Pandemie ist ein Spiegel, der unsere Beschränkungen aufzeigt

Die Pandemie ist ein Spiegel, der uns die Beschränkungen unseres eigenen Denkens aufzeigt. Wir sind abhängig geworden von einer reduktionistischen Sichtweise, die die Lösung in kleinen Teilen sucht. Dadurch geht der Blick auf das große Ganze verloren. Wenn man das immense, aus Milliarden lebendiger Organismen bestehende System unseres Planeten missachtet, schaufelt man sein eigenes Grab.

Auch was wir (noch) nicht sehen, ist von großer Bedeutung

Wir wollen Wissenschaftler gerne dazu auffordern, die Hypothese anzunehmen, dass das Leben auf der Erde mehr ist, als die Summe der Teile, genauso wie ein Mensch mehr ist, als die Summe seiner Organe. Ein allzu analytischer Blick auf die Lebensprozesse hat zur Folge, dass der Blick auf die Gesamtheit verloren geht.

So ging die Wissenschaft auch jahrelang davon aus, dass 95 Prozent unserer DNA keine Funktion hat und nannten es junk DNA. Vor kurzem haben wir dann festgestellt, dass die junk DNA wichtige Funktionen hat und sogar essentiell ist für das reibungslose Funktionieren der Zellprozesse. Das gilt auch für die Art und Weise wie wir in den zurückliegenden Jahrzehnten auf Landbau, Wirtschaft und Gesundheit geschaut haben. Wir haben den Großteil dessen, was sich dort abspielt, als unwesentlich angesehen. Das rächt sich nun.

Volkert Engelsman


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