Grüne Woche
Wilde Zeiten - „Bio zum Normalfall machen“
Bio-Empfang des BÖLW als Messehighlight für Politik, Gesellschaft und Medien
Berlin 21.01.2020 | Über 700 Gäste folgten der Einladung von Bio-Bauern, -Verarbeitern und -Händlern auf den 6. Bio-Empfang des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf die Grüne Woche. Sie kamen ins Gespräch mit unterschiedlichsten Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährung.
BÖLW-Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein beschrieb die wilden Zeiten, in denen sich die Land- und Lebensmittelwirtschaft aktuell befinde. Löwenstein betonte, wie dringend notwendig es sei, dass der Berufsstand ein eigenes Zukunftsbild zeichne. Seinen Vorgangsredner, den EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski, forderte der BÖLW-Vorsitzende auf, Öko zu nutzen, um die Landwirtschaft Europas enkeltauglich zu machen und den ‚Green Deal‘ mit Leben zu füllen. Viele Bio-Unternehmen zeigten schon heute, wie Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen.
EU-Agrarkommissar Wojciechowski selbst führte in seiner Rede aus, wie wichtig der Green Deal für die Land-wirtschaft sei. Seiner Ansicht nach solle die gesamte Landwirtschaft Europas ökologisch werden, Bio würde zum Normalfall gemacht. Die gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) müsse mit der zweiten Säule eine kraftvolle Entwicklung von Bio ermöglichen. Auch der EU-Öko-Aktionsplan hätte – vor allem für die Entwicklung des Bio-Marktes Europas – eine wichtige Aufgabe.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte, mehr Anforderungen an die Landwirtschaft müssten auch entlohnt werden. Wichtig sei dafür, dass es in der GAP verbindliche Festlegungen über die Ecoschemes für alle EU-Staaten gäbe. Bio bezeichnete sie als hoch attraktiven Markt. Wichtig sei für Bio, dass die EU-Öko-Verordnung praxisgerecht gestaltet werde. Dass der Beschluss der neuen Regeln im Bio-Recht verschoben wurde, böte Möglichkeiten, gute Lösungen zu finden.
Der saarländische Landwirtschaftsminister und aktuelle Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Reinhold Jost, betonte, das Saarland hätte das Ziel von 20 Prozent Öko-Flächen der Bundesregierung jetzt schon erreicht – trotz klammer Kassen. Es gäbe deshalb keine Ausreden für andere Bundesländer, dieses Ziel nicht zu erreichen. Jost bezeichnete es als starkes Signal der Politik, würde diese in der GAP mehr Klima- und Artenschutz verankern.
Axel Vogel, Landwirtschaftsminister Brandenburgs, betonte, dass Ökolandbau die Klima-gerechteste Form der Landwirtschaft sei. Vogel betonte, dass sich die gesamte Landwirtschaft ändern müsse. Eine breite Bewegung junger Menschen zeige, dass Politik hier am Zug sei, aktiv zu werden.
Eine kurze Dokumentation des Bio-Empfangs wird auf den Seiten des BÖLW unter www.boelw.de/bioempfang20 eingestellt.







