Start / Business / Themen / Events / Starke Wertschöpfungspartnerschaften 1. Öko-Marketingtage

Tagung

Starke Wertschöpfungspartnerschaften
1. Öko-Marketingtage

Bio Marktentwicklung im Bauernschloss

Bio boomt – gesellschaftliche Trends, Mengenwachstum und die Omnipräsenz in den Medien beweisen dies täglich. Doch auch ein gewisses Unbehagen wirft seinen Schatten voraus. „Kann dies alles noch Bio sein“, „Wie nachhaltig ist Bio aus dem Ausland“, „Welchen Unterlagen kann ich vertrauen“, „Auf welche Lieferantenversprechen ist Verlass“, „Welche Marktakteure bieten mir einen verlässlichen Absatz ohne Preisdumping“, lauten Fragestellungen, welche von kritischen Denkern aufgeworfen werden. Was unterscheidet Bio von anderen „Marktsegmenten“, welche Ideale müssen erhalten werden und wie kommuniziert man die komplexen Themen bis hin zum Verbraucher?

Mit den Öko-Marketingtagen am 12. und 13. November schafft die Akademie Schloss Kirchberg eine Plattform zur ganzheitlichen Entwicklung des Öko-Marktes.

Heute ist Bio ein zehn Milliarden Markt mit glänzenden Wachstumschancen. Das Ziel von 20 Prozent ökologischer Landbau, schon Anfang des Jahrtausends von Renate Künast postuliert, wird den Bio-Markt kurz und mittelfristig verdreifachen und die Probleme von heute noch deutlicher werden lassen. In den Neunziger Jahren wurde die Frage gestellt: Ist Bio eine Mode, ein Trend oder der Big Bang? Ein viertel Jahrhundert später kommentiert der Vorsitzende des Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft BÖLW, Felix Prinz zu Löwenstein, die Entwicklung, „längst hat der Biomarkt die Nische verlassen. Das kann man nicht an den sechs Prozent ablesen, die er am gesamten Lebensmittelmarkt ausmacht. Sondern daran, dass nur noch wenige Menschen nicht wenigstens gelegentlich Bio kaufen.“

Ist Bio alles?

Die Meilensteine Schutz und Definition von Bio/Öko durch die EU Bioverordnung 1991 und die Einführung des deutschen Biosiegels 2001 haben Bioprodukte aus der Nische geholt. Öko-Lebensmittel findet man heute in jedem Einzelhandelsgeschäft. Doch „ein Bio Siegel reicht nicht mehr, um junge Käufer zu erreichen“, ist Hendrik Haase, Wurstsack / Food Aktivist überzeugt. Bio wird heute quer durch die Gesellschaft, von Jungen und Alten gekauft. Der langjährige Berater des Lebensmittelhandels, Professor Ulrich Hamm von der Universität Kassel gibt zu bedenken: „Wenn wir erreichen wollen, dass Verbraucher entsprechend ihrer Wertvorstellungen Lebensmittel kaufen und mehr Geld für Lebensmittel ausgeben, müssen Anbieter ihnen den Mehrwert guter Lebensmittel einfach nachvollziehbar kommunizieren.“

Kann die „Kreislaufwirtschaft“ noch ehrlich betrieben werden, wenn die Bio-Warenströme um den ganzen Globus reichen? Anbauverbände und Initiativen entwickeln Lösungen – doch wo ist die Grenze zwischen Wunsch und Wirklichkeit?

Impulse der deutschen Slow­food Präsidentin Ursula Hudson, Erkenntnisse aus der Verbraucherforschung von Ulrich Hamm und der Umgang der Lebensmittelvermarktung von Götz Rehn, Thomas Gutberlet und Jürgen Mäder geben Inspiration für die Diskussionen in den Tagungsworkshops.  

Märkte erschließen – aber wie?

Der passende Partner – er ist schwer zu finden in der Biobranche. Warentrennung und Zertifizierung von Öko-Lebensmitteln managen, möglichst kleinräumige regionale Lieferbeziehungen aufbauen und gleichzeitig durchgängige Liefersicherheit herstellen – das sind große Aufgaben. Sowohl bei Händlern als auch Erzeugern und Verarbeitern ist hier viel gefordert – und manches innovative Projekt wird leider nie realisiert. Die Veranstaltung im Bauernschloss wird hier Akteure zusammenführen, damit neue Partnerschaften entstehen können. Wie solche eingerichtet werden und wie die Werte bis zum Verbraucher transportiert werden können, ist das The- ma von Workshops. Alexander Gerber von Demeter und Sabine Plassmann von Bioland teilen hier ihre Erfahrungen.

Bio = Kommerz?

Hanno Bender von der Lebensmittelzeitung weiß von seinen täglichen Erlebnissen zu erzählen „Fairness ist im Geschäftsleben keine Selbstverständlichkeit.“ Häufig berichten Biobauern von dem Eindruck, dass konventionelle Praktiken im Einkauf einfach von den Bioabnehmern übernommen wurden. Große Händler und Produzenten stehen kleinen Bauern und Erzeugerzusammenschlüssen gegenüber. Mittlerweile will die EU-Kommission „unfaire Handelspraktiken“ verbieten. Die Abgrenzung von hartem Verhandeln und Missbrauch von Marktmacht ist jedoch ein schwieriges Feld. Was ist unfaires Geschäftsgebaren? Hanno Bender wird in Kirchberg über die neusten Entwicklungen berichten.

Ethisch hinterfragen lassen

„Nicht der Erfolg, sondern die Sinnhaftigkeit muss das wesentliche Ziel einer nachhaltigen Wirtschaft sein,“ so Götz Rehn, Gründer und Inhaber von Alnatura. Weg vom Geschäft, hin zu ethischen Fragestellungen wird es zu Beginn des Konferenzdinners gehen.

Ein Blick aus geistlicher Sicht auf Leben und Ernährung soll die größeren Zusammenhänge aufzeigen. Saat und Ernte stehen nicht allein in der Hand der Menschheit. Es tut gut, sich auch immer wieder auf diese Themen zu besinnen.

Wertschöpfungspartnerschaften entwickeln

Zentrales Thema auf dem abschließenden Podium wird die Entwicklung von Wertschöpfungspartnerschaften sein. Welche Verantwortung liegt bei den Marktakteuren und welche Rahmenbedingungen muss die Politik schaffen?
Unter der Moderation von Prof. Luley werden IFOAM und Bioland Präsident Jan Plagge und Referenten der Tagung dieses Thema beleuchten.
Botschaft senden - Kirchberger Erklärung!

Die Öko Marketingtage sollen als Branchentreff Akteure zusammenbringen. Aus der Arbeit der Workshops soll eine Erklärung verfasst werden, welche als Botschaft an Politik, Gesellschaft und Branche ein Signal für die Zukunft setzt.



Das könnte Sie auch interessieren

Herausforderungen der wachsenden Bio-Märkte

Professorin Graf gibt den Öko-Marketingtagen 2018 einen Impuls von außen

Mit der Rektorin der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ist es der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) gelungen, eine Vermarktungs-Expertin mit größter Kompetenz vor das Rednerpult zu bringen. Wenn sie über Bio-Boom weltweit spricht: Wie auf die wachsenden Märkte reagieren?, wird dies einer der Höhepunkte des ersten Veranstaltungstages sein.

28.09.2018mehr...
Stichwörter: Tagung, Öko-Marketingtage

Zweite Öko-Marketingtage der Akademie Schloss Kirchberg

,Welcome to Mainstream – Gemeinsam Verantwortung übernehmen‘: So lautet das Thema der zweiten Öko-Marketingtage, die am 19. und 20. November 2019 auf Schloss Kirchberg (Kreis Schwäbisch Hall) stattfinden. Die Veranstaltung der Akademie Schloss Kirchberg wendet sich an Multiplikatoren auf Erzeugerseite, Produzenten, Verarbeiter, Groß- und Einzelhandel sowie Verbände.

13.06.2019mehr...
Stichwörter: Tagung, Öko-Marketingtage

Starke Wertschöpfungspartnerschaften im Fokus

Viel Prominenz bei den ersten Öko-Marketingtagen der Akademie Schloss Kirchberg

Starke Wertschöpfungspartnerschaften im Fokus

Zum ersten Mal fanden im Oktober 2018 in der Akademie Schloss Kirchberg/Jagst in Schwäbisch Hall die Öko-Marketingtage statt, organisiert von der Stiftung Haus der Bauern und der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH). Prominente Redner trafen Teilnehmer aus allen Marktbereichen. Auch die Bundesvorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, gab sich die Ehre.

30.01.2019mehr...
Stichwörter: Tagung, Öko-Marketingtage

25.06.2019mehr...
Stichwörter: Tagung, Öko-Marketingtage


Wie essen wir morgen?

Eine Tagung zur Zukunft unseres Ernährungssystems
21.11.2018 9:30-16:30 Uhr, Morgensternhaus der W-E-G in Fulda

28.09.2018mehr...
Stichwörter: Tagung, Öko-Marketingtage