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Bodenverbesserung
Palaterra – Erde mit Geschichte und Zukunft

Joachim Böttcher von Palaterra hat den Amazonas in die Pfalz geholt: Seine Pfälzer Schwarzerde beruht auf der ‚Terra Preta‘ der Indios

Bodenverbesserung
Palaterra – Erde mit Geschichte und Zukunft

Ein Stückchen Geschichte aus dem Gartencenter oder dem Supermarkt um die Ecke mitnehmen? Eine Art „Perpetuum mobile“ für den fruchtbaren Garten? So ähnlich ist das, wenn der Kunde zu einem der Produkte von Palaterra greift. Die von dieser Firma produzierte „Pfälzer Erde“ beruht auf einem Verfahren, welches den Amazonas-Indios vor Tausenden von Jahren einen enormen Erfolg beim Lebensmittelanbau bescherte.

Ganz am Anfang der Ahnentafel der Erde aus dem nordpfälzischen Hengstbacherhof, einem Ortsteil des kleinen St. Alban, steht die ‚Terra Preta do Indio‘, die schwarze Erde der Indios. Was so exotisch klingt, stammt ursprünglich tatsächlich aus dem tiefsten Amazonien. Auf dem Kontinent, auf dessen einer Seite die Inkas lebten, mit ihrer goldenen Hochkultur, fand sich weiter unten im Osten ein fast undurchdringlicher Dschungel, gewachsen auf einem humusarmen Urwaldboden mit einem Minimum an Nährstoffen.

Schwarzerde in Amazonien

Ende des 19. Jahrhunderts fand man aber ausgerechnet in diesem Gebiet Flächen mit meterdicken Schichten fruchtbarster Schwarzerde, von einem bis zu mehreren hundert Hektar groß. Diese Erde wimmelte von Tonscherben und Holzkohle - hier hatten Menschen die Hand im Spiel. Menschen, deren Lebenserhalt von dieser fruchtbaren Erde abhing. Inzwischen weiß man, dass diese ,Terra preta‘ (schwarze Erde) mindestens zehn Prozent der gesamten Fläche Amazoniens bedeckt.

Nachdem die Archäologen herausfanden, dass die Tonscherben von 200 bis 300 Liter großen Gefäßen stammten, die oben einen Deckel und häufig unten ein Loch besaßen, begann zunächst ein Rätselraten über Sinn und Zweck. Schließlich wurde klar, dass die Einwohner der prähistorischen Siedlungen in diesen Behältern alle ihre Abfälle verwerteten: Essensreste, Exkremente, das verkohlte Holz der Feuerstellen und vieles mehr.

Das Perpetuum mobile der Indios

Inzwischen ist bekannt, dass durch das Verschließen der Amphoren anaerobe, also sauerstofflose, Bedingungen entstanden. Nur unter diesen Umständen setzen die im Abfall enthaltenen Bakterien einen natürlichen Fermentierungsprozess in Gang. Die Pflanzenkohle bot den Mikroben durch die poröse Struktur und die Bindungsfähigkeit die nötige Umgebungsstruktur. So gewannen die Indios ein Ausgangsmaterial (,Initial‘), mit dessen Hilfe die Terra Preta sich in einem gut funktionierenden Kreislauf immer weiter vermehrte. Im Endeffekt bildeten sich Humusschichten von einer Dicke, die bei uns nirgends zu finden ist.

Die Entdeckung der Terra Preta geht einher mit der Erkenntnis, dass vor 500 bis 4000 Jahren durch ihren Einsatz eine ganze Kultur ihren Lebensbedarf aus einem dann eben nicht mehr kargen Boden decken konnte - völlig ohne mineralische Dünger und Ähnliches. Hier ist schon vor Tausenden von Jahren ein kreislauforientiertes Stoffstrommanagement par excellence praktiziert worden.

Wie genau die Terra Preta entsteht, worin ihr Geheimnis liegt, beschäftigte in der Folge nicht nur die Wissenschaftler. Das Potenzial dieses humusbildenden Kreislaufprozesses schien enorm. Und das in einer Zeit, als sich herauskristallisierte, dass Humus bei uns zu einem knappen Rohstoff wird. Nicht umsonst gibt es gesetzliche Regelungen, die bewirken sollen, dass der standorttypische Humusgehalt ackerbaulich genutzter Böden erhalten bleibt. Landwirte, die vorwiegend Humuszehrer anbauen, sind mittlerweile verpflichtet, eine Humusbilanz für ihre Böden zu erstellen oder mit Bodenproben nachzuweisen, dass der Humusgehalt der Böden nicht zu niedrig ist. Ist dies doch der Fall, muss durch vermehrte organische Düngung oder Zwischenfrucht-Anbau nachgebessert werden.

Es geht hier aber nicht nur um Fruchtbarkeit und Erträge, sondern vom Humusgehalt der Böden hängt auch unser Klima ab: Weltweit sind in den obersten Bodenschichten mehrere Billionen Tonnen Kohlenstoff gebunden, mehr als in der Erdatmosphäre und der gesamten Erdvegetation zusammen. Intensive Landwirtschaft, Überweidung, unangepasster Ackerbau mit chemischem Dünger und Pestiziden sowie maschinelle Verdichtungen sorgen dafür, dass immer mehr Humus verloren geht und der gebundene Kohlenstoff zum für das Klima kritischen CO2 wird. Durch vermehrte Humusbildung kann der Atmosphäre wieder aktiv CO2 entzogen werden.

Pflanzenkohle zur Bodenverbesserung

Inzwischen gibt es mehrere Verfahren, um Erde herzustellen, die der Terra Preta ähnelt. Hierbei verwendet man sogenannte Pflanzenkohle (auch Bio-Kohle genannt), die meist durch Vergasung unter Luftabschluss (Pyrolyse) aus organischen Abfällen gewonnen wird. Verkohlen lassen sich alle kohlenstoffhaltigen, pflanzlichen und tierischen Stoffe. Je nach Ausgangsstoff variiert demzufolge auch die Qualität der resultierenden Pflanzenkohlen.

Eine direkte Anwendung auch von hochwertiger Pflanzenkohle kann aber im Boden zu negativen Effekten führen, da die Kohle durch ihre starke Bindungsfähigkeit  die im Boden vorhandenen Nährstoffe an sich bindet und damit dem Kreislauf entzieht – nicht der gewünschte Effekt. Die Kohle muss zunächst mit Nährstoffen und Mikroorganismen aufgeladen werden. Erst wenn sie gesättigt ist, kann sie ihre positive Wirkung entfalten.

Terra Preta in der Pfalz

Eine der erfolgreichsten Produktentwicklungen fand in der kleinen Firma Palaterra aus dem Pfälzer Hengstbacherhof statt. Der ökologisch engagierte, gelernte Gärtner Joachim Böttcher war gerade auf dem Gebiet Abwässer-Aufbereitung mit Pflanzenkläranlagen aktiv, als im Jahre 2005 die Berichte über Terra Preta sein Interesse weckten. Der Umgang mit so genannten Abfallstoffen gehörte also zu seinem Geschäft. Und für ihn war es normal, nicht in den üblichen Abfallkategorien zu denken.

Böttcher legte sein Herz in die Produktentwicklung. Mit einfachen Mitteln und viel Probieren gelangte er mit seinem Team schon im nächsten Jahr zu den ersten Resultaten: Es gelang ihm in der Pfalz eine fast identische Erde herzustellen. Beispielsweise fanden er und seine Mitarbeiter heraus, dass die am Amazonas gefundenen Tongefäße zur Schaffung der anaeroben Bedingungen der Terra Preta-Herstellung dienten.

Genetische Übereinstimmung

Böttcher spricht zu Recht davon, seine Erde habe den gleichen ,genetischen Fingerabdruck‘ wie die historische Terra Preta. Proben seiner Erde hat er an das Labor des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg geschickt; hier wurden auch Erdproben aus dem Amazonasgebiet untersucht. Und siehe da: die sogenannte 16S-rDNA-fingerprint-Analyse zeigte eine enorme Übereinstimmung in der bakteriellen und pilzlichen Population.

Seine Firma vermarktet inzwischen selbst produzierte ,Pfälzer Schwarzerde‘ weltweit. Sie bedient ein breites Spektrum von Kunden, von innovativen Gemeindeprojekten bis zum Winzer und den Groß- oder Kleingärtnern.
Ganz am Anfang versuchten sich Böttcher und seine Mitarbeiter an der ,eierlegenden Wollmilchsau‘ – einer Terra Preta für alle Anwendungen. Dass dies aber nicht der Weisheit letzter Schluss ist, zeigt die inzwischen umfangreiche Produktliste sehr deutlich. So wissen Gärtner, dass für Kräuter und gesäte Jungpflanzen weniger Nährstoffe manchmal mehr sein können und für Pflanzengruppen wie etwa Moorbeetpflanzen angepasste Erden benötigt werden.

Im Freizeitgartenbau erfolgt die Vermarktung unter den Marken ,Palaterra®" und Gold der Erde®‘ sowie als Eigenmarke ausgewählter Kooperations- und Vertriebspartner.

Erden für verschiedenste Zwecke

Eine sehr gut von den Kunden angenommene Produktentwicklung ist die Palaterra® Hochbeeterde: Diese spezielle Pflanz- und Gemüseerde zeichnet sich durch hohe Strukturstabilität und geringes Schüttgewicht aus. So kann etwa ein sonst umfangreicher Garten-Aufbau vermieden werden.

Außer dieser zu 100 Prozent torffreien Hochbeet- und Gemüseerde zur Komplettbefüllung von Hochbeeten und größeren Pflanzgefäßen findet sich ebenso torffreie Blumenerde als Vollsubstrat für Balkon-, Zimmerpflanzen und Kräuter (Palaterra® Haus&Balkon). Außerdem Kultursubstrat zur Aussaat und Anzucht von Jungpflanzen, ebenfalls für Kräuterkultivierung besonders geeignet (Palaterra® Anzucht&Kräuter). Kunden, die vor allem ihre ausgelaugten Böden regenerieren möchten, greifen zu Palaterra® Beet&Garten oder Boden-&Rasenaktivator.

Für Böttcher ist der Vertrieb über Gartencenter mit kompetenter Beratung dabei sehr wichtig, da hier kompetente Ansprechpartner die besonderen Qualitäten, die vielseitigen Einsatzgebiete und den Mehrwert gegenüber konventionellen Torferden vermitteln können. Gerade für Palaterra® Boden&Kompost ist dies wichtig, da dieses Konzentrat mit mikrobiologisch aktivierter Pflanzenkohle sowohl zur Aufbereitung und Veredlung von Kompost und Pflanzerden dient, als auch zur eigenen Herstellung von Terra Preta. Da tut die Beratung von Fachleuten gut.

Auch für Gewerbe und Landwirtschaft

Bei den Produkten für den gewerblichen Gartenbau und die Landwirtschaft sind der universelle organische Langzeitdünger und die Spezialprodukte für Rasenanlage, -pflege und -sanierung, Dach- und Fassadenbegrünung und Baumpflanzungen in den letzten Jahren durch eine Profi-Linie ergänzt worden. Bei Palaterra® PKS-PROFI und Palaterra® PBA-PROFI handelt es sich um torffreie und biologische Substrat-Alternativen für den gewerblichen Gartenbau und um einen Bodenaktivator, der u.a. die Humusbildung im Boden fördert und die Wasserhaltefähigkeit wesentlich steigert. Dazu kommt noch ein Initialsubstrat für diejenigen Kunden, die betriebseigene Substrate und Dünger aus organischen Reststoffen produzieren möchten.

Ein Schwerpunkt bei der Landwirtschaft liegt auf Sonderkulturen wie Wein-, Obst- und Beerenbau sowie der Gehölze-, Kräuter- und Staudenproduktion. Hier möchte Palaterra seinen Vertrieb gezielt weiter ausbauen und sucht aktiv nach regionalen Vertriebspartnern und Händlern mit gewerblichem Fokus. Für potenzielle Ansprechpartner aus dem Biobereich ist wichtig, dass Palaterra offiziell für den biologischen Landbau zugelassen ist.

Palaterra im Supermarkt

Im Supermarkt ist Palaterra inzwischen ebenfalls zu finden, wenn auch bisher nicht mit den zuvor genannten Produkten. Die 2015 entwickelte Bio Aussaat- und Kräutererde sowie eine Bio Pflanz -erde sind seit 2016 unter der Palaterra-Marke ,Gold der Erde‘ in fast 50 Städten in den Bio-Supermärkten von Alnatura zu haben. Die 10- und 15-Liter-Verpackungen passen auch mal eben in den Einkaufswagen beim Lebensmitteleinkauf.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, über den Versandhandel zu gehen. Palaterra betreibt einen eigenen Webshop, und Online-Versandhändler wie Waschbär, der Biogartenversand und Dehner haben die Produkte von Palaterra gelistet. Auch bei Amazon ist zum Beispiel der ,Gold der Erde‘ vegane Bio-Universaldünger für den biologischen Gartenbau in einer handlichen 750g-Packung zu finden.

Die Erde von Palaterra macht sich gut als Alternative für die Kunden, die es ernst mit Klima- und Umweltschutz auch im eigenen Garten meinen. Bei den Produkten aus dem Hengstbacherhof ist der komplette Verzicht auf Torf eine Selbstverständlichkeit. Darauf wird beim Kauf immer mehr geschaut, denn inzwischen hat es sich zu fast jedem herumgesprochen, dass torfhaltige Substrate durch den zu ihrer Gewinnung notwendigen Torfabbau und die Zerstörung der Moore enormen Schaden anrichten. Zudem belastet der großflächige Torfabbau das Klima; während ein intaktes Moorgebiet permanent CO2 der Atmosphäre entzieht und stabil im Boden einlagert, setzen trockengelegte Moore die eingelagerten Kohlenstoffmengen durch Mineralisierung in Form des klimaschädigenden CO2 wieder frei. 

Umweltverbände und Bundesregierung setzen deshalb verstärkt auf die Torfreduzierung bzw. den Torfverzicht im Hobby- und Profigartenbau. Es gab Initiativen, torfbasierte Substrate insgesamt aus Umweltschutzgründen zu verbieten.

Klimaschutz im eigenen Garten

Wenn Kunden trotz dieser offenkundigen Nachteile noch torfhaltige Produkte kaufen, dann müssen sie von deren Wirkung und Qualität schon sehr viel halten. Aber da scheut Böttcher den Vergleich mit seiner Terra Preta überhaupt nicht. Er ist von der Qualität überzeugt und zeigt dies auch in dem Beispielgarten vor Ort im Hengstbacherhof, wo eindrucksvoll belegt ist, wie kräftig und gesund seine Pflanzen wachsen.

Ein Argument, das einem bei Bodensubstrat nicht sofort in den Sinn kommt, aber für viele bio-affine und ökologisch gesinnte Kunden durchaus ein entscheidendes Kriterium sein kann, ist die Eigenschaft vegan. Das ,Gold der Erde‘ ermöglicht es Veganern, auch im Bereich Düngung und Bodenverbesserung völlig auf tierische Produkte zu verzichten.

Ein letztes Kriterium ist der Preis. Da kann Böttcher mit den Billig-Erden nicht mithalten, das ist klar und nicht anders als bei fast jedem Bio-Produkt. Aber für Qualität und Umweltschutz sind Kunden bei den Lebensmitteln immer mehr bereit, auch tiefer in die Tasche zu greifen. Warum also nicht für die Böden, auf denen diese Lebensmittel wachsen?

Elke Reinecke

Wenn die Wahrheit ans Licht kommt
– Frühere Abenteurer hatten Recht

Die Inkas Südamerikas waren bekannt für ihre Hochkultur und für ihren Reichtum vor allem an Gold – was ihnen zum Verhängnis wurde, als die spanischen Konquistadoren sie letztendlich aus Habgier mit Krieg überzogen und ausrotteten. Der im Osten liegende Dschungel wirkte dagegen unwirtlich und unheimlich. Doch es gab auch das Gerücht, dass irgendwo, mitten im Urwald, prächtige Städte versteckt sein sollten, mit vielen Menschen und einem Herrscher, der in Goldstaub badete. Die Legende von El Dorado war geboren.

Inspiriert davon war auch Francisco de Orellana, der im Jahre 1542 als erster Europäer den Amazonas vom Oberlauf bis zur Mündung befuhr. Die Millionen von Menschen, die seinem Zeugnis nach die Ufer und das Hinterland bewohnten, fanden seine Nachfolger etwa 100 Jahre später nicht mehr vor. Sie und die meisten anderen taten die Berichte de Orellanas als Phantastereien ab. Wie sollte es bei diesem kargen, humusarmen Urwaldboden auch möglich gewesen sein, eine solche Menge von Menschen am Leben zu erhalten?

Percy Harrison Fawcett, ein britischer Offizier, der in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts Expeditionen in den Amazonaswald unternahm, wurde ebenfalls nur belächelt. Er berichtete von breiten Straßen durch den Dschungel, Erdhügeln voller Keramik und anderen Spuren untergegangener Zivilisationen.

Erst der brasilianische Archäologe Alceu Renzi hatte mehr Glück. Er konnte im Jahre 2009 einen Bericht über Reste einer hoch entwickelten versunkenen Kultur veröffentlichen, die er mit seinen Kollegen auf einer Fläche mit dem Durchmesser von 250 Kilometern entdeckt habe. In einer Gegend, in der auch einige der Erzählungen Fawcetts angesiedelt waren.

Die Region war wohl in den Jahrhunderten um die vorletzte Jahrtausendwende bewohnt, aber vor der Ankunft der Europäer wieder verlassen worden. Ob es tatsächlich Städte mit etwa 60.000 Einwohnern gegeben hat, darüber sind sich die Wissenschaftler trotz der Funde nicht einig. Doch eines scheint sicher: Die Menschen betrieben damals ausgedehnte intensive Landwirtschaft und Fischzucht.

Aus Bodenuntersuchungen lassen sich auch Rückschlüsse über die Zahl der früher dort lebenden Menschen ziehen. Danach könnte der Konquistador Orellana durchaus recht mit den vielen Millionen gehabt haben. Und alle diese Menschen ernährte die Terra Preta.

 

Vorteile der Terra Preta

  • Hohe Wasserspeicherfähigkeit und gute Durchlüftung des Bodens
  • Optimale Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen Schaderreger
  • Verbessertes Pflanzenwachstum und Reduzierung der Ausfallquoten bei Neupflanzung
  • Aktivierung und Intensivierung des Bodenlebens
  • Reduzierung des Wasserverbrauchs und damit geringerer Arbeitsaufwand für die Bewässerung
  • Stark reduzierter Nachdüngungsbedarf
  • Lange Nutzungsdauer durch geringe Nährstoffauswaschung
  • beschleunigte Humusbildung auf zerstörten oder geschädigten Flächen
  • alternativer Entsorgungsweg für organische Abfälle, die anderweitig nur schwer oder gar nicht verwertet werden können
  • dient als Kohlendioxid-Senke
  • kann als integraler Bestandteil regionaler Stoffkreisläufe gesehen werden

Der Einsatz von Schwarzerde steigert den Humusgehalt und die Bodenfruchtbarkeit in kurzer Zeit. Da der Boden lockerer wird und mehr Wasser speichert, sinkt die Gefahr von Überschwemmungen. Allgemein werden die Pflanzen widerstandsfähiger, selbst in Jahren mit ungünstiger Witterung zeigen sie ein gesundes Wachstum, was stabilere Erträge verursacht.

Die Terra Preta besitzt hervorragende bodenbildende Eigenschaften. Dazu gehört ein effektiver und aktiver Dauerhumusaufbau. Mit ihr aufbereitete Böden behalten über viele Jahre ihr Vermögen, Nährstoffe zu halten und neuen Humus zu bilden.

Auf dem Hengstbacherhof probierten Böttcher und seine Mitarbeiter auf mehreren Versuchsfeldern, ab welcher Menge das Aufbringen von Terra Preta einen selbstlaufenden Prozess anstößt. So konnten sie die kritische Menge bestimmen, ab der sich der Humus in der Folgezeit ganz ohne erneute Behandlung vermehrte.

Dem auch häufig zur Bodenverbesserung genutzten Kompost fehlt im Vergleich zur Terra Preta die durch die Pflanzenkohle gegebene Speicherkapazität. Es kommt leichter zu Überdüngung und Auswaschung, und der Prozess der Humusbildung ist nicht so nachhaltig. Auch dies konnte im Feldversuch auf dem Hengstbacherhof bestätigt werden: Böttcher und seine Leute stellten fest, dass sich auf dem Kompostfeld der Humus kontinuierlich wieder verringerte. Denn die im Kompost enthaltenen Mikroorganismen ernähren sich auch von diesem – wodurch er immer weniger wird.

Terra Preta nachgekocht

Und wie lautet es jetzt, das Kochrezept für Terra Preta? In der Pfalz jedenfalls wird zunächst Pflanzenkohle mit zuckerreichen, pflanzlichen Stoffen gemischt – die dienen den Mikroorganismen als Nahrung. Es folgen noch natürliche Mineralien wie Ton und Gesteinsmehl. Das Geheimnis liegt in dem Cocktail aus Mikroorganismen, der dann dazu kommt. Der wird im Labor im Hengstbacherhof gemischt und die Zusammensetzung natürlich nicht verraten.

Ist alles gut zusammen gemixt, dann folgt das, was wir in Deutschland vom Sauerkraut ansetzen kennen: die Milchsäuregärung. Unter Luftabschluss kommt es zu einem Fermentierungsprozess, der über mindestens vier Wochen abläuft, abhängig von der Außentemperatur.

Wer sich an der Herstellung von Terra Preta selber versuchen will, der geht ganz ähnlich vor. Und Böttcher unterstützt gerne dabei und stellt sein Initial auch anderen Bodenherstellern zur Verfügung. Das Rezept der ,Initialzündung‘ bleibt schließlich bei ihm.

Für Privatanwender findet sich sogar eine Anleitung zur Herstellung der eigenen Terra Preta auf den Internetseiten von Palaterra – ebenfalls auf der Grundlage der Böttcher‘schen Aktivator-Mischung.


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