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Tierschutz-Richtlinien der Supermarktketten im Vergleich

Tierschutz-Richtlinien der Supermarktketten im Vergleich © Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt

Berlin, 17. November 2017  |   Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hat die Tierschutzstandards einzelner deutscher Supermarktketten verglichen. Sie zeigt damit deutliche Unterschiede zwischen den Unternehmen auf. Die Tierschutzthemen, die in den einzelnen Einkaufsrichtlinien erwähnt werden, weichen ebenfalls stark voneinander ab.

Die Albert Schweitzer Stiftung hat alle bisher veröffentlichten Tierschutz-Einkaufsrichtlinien des Lebensmitteleinzelhandels analysiert und die Ergebnisse übersichtlich in einer Tabelle zusammengefasst. Dabei hat sie sich auf wesentliche Themen wie betäubungslos durchgeführte Amputationen, den Antibiotikaverbrauch sowie Verbesserungen für die einzelnen Tierarten konzentriert.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Lebensmitteleinzelhandel einige Themen wie den Verzicht auf Eier aus Käfighaltung weitestgehend erledigt hat. Für sämtliche Tierarten wie Kaninchen, Muttersauen und Wachteln verzichtet dagegen noch keine der Ketten komplett auf Käfige. Bei anderen Themen wie Verbesserungen für Schweine, Milchkühe, Enten und Puten ergeben sich sehr unterschiedliche Bilder.

Der Lebensmitteleinzelhandel profiliert sich schon lange nicht mehr nur über den Preis. Nachhaltigkeitsthemen wachsen seit einigen Jahren stetig in ihrer Bedeutung. Dazu passt, dass sich immer mehr Unternehmen bezüglich ihrer Tierschutz-Einkaufsrichtlinien in die Karten schauen lassen. Die erste umfassende Richtlinie hat Aldi Süd Anfang 2015 veröffentlicht. Seitdem haben die meisten großen Einzelhändler nachgelegt. „Das ist eine sehr begrüßenswerte Entwicklung, die zur Transparenz und zu einem positiven Wettbewerb beiträgt“, kommentiert Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung.

Die umfangreichsten Einkaufsrichtlinien haben insgesamt Aldi Nord und Süd, Kaufland, Lidl und Real: Sie weisen umfangreiche Negativlisten auf und haben Maßnahmen zu verschiedenen Tierschutzthemen eingeführt. Bei Edeka, Netto Markendiscount und Rewe bestehen teilweise recht umfassende interne Regelungen. Diese wurden aber bisher nicht veröffentlicht und sind deshalb nicht in die Tabelle eingeflossen. Die Albert Schweitzer Stiftung geht davon aus, dass ausführliche Veröffentlichungen dieser Unternehmen in absehbarer Zeit folgen werden. Bela, Globus und Norma können derzeit ebenfalls kaum Veröffentlichungen zu wichtigen Tierschutzthemen vorweisen.

„Der Vergleich zeigt, dass sich viele Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels in den letzten Jahren auf den Weg gemacht haben, Verbesserungen im Tierschutz durchzusetzen. Das begrüßen wir ausdrücklich“, so Mahi Klosterhalfen. Gleichzeitig liegt aus Sicht der Stiftung noch ein weiter Weg vor dem LEH. So fehlt es z. B. noch an Konzepten zur erfolgreichen Beendigung von Amputationen, etwa von Schnabelspitzen bei Geflügeltieren oder von Ringelschwänzen bei Schweinen. Insgesamt fehlt es weiterhin an deutlichen Verbesserungen für Schweine, Masthühner und Puten, die über den noch unbefriedigenden Ist-Stand der Initiative Tierwohl des Lebensmitteleinzelhandels hinausgehen.

Die Albert Schweitzer Stiftung beabsichtigt, die Einkaufsrichtlinien zum Tierschutz in zwei Jahren erneut zu vergleichen.

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