Start / News / Bund lässt bundeseinheitliches Anbauverbot verstreichen

Die Grünen

Bund lässt bundeseinheitliches Anbauverbot verstreichen

Gentechnisch veränderte Pflanzen sollen Ländersache werden

Die  grünen Umwelt- und Agrarministerinnen und -minister kritisieren den Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. „Der Gesetzentwurf von Bundesminister Christian Schmidt ist ein Rückschritt und eine Abkehr vom bisherigen Kurs: Wir hatten uns im Frühjahr dieses Jahres bereits grundsätzlich auf Eckpunkte mit ihm verständigt. Mit dem besprochenen Kompromiss hätten wir eine bundeseinheitliche Lösung für das Anbauverbot gentechnischer veränderter Pflanzen (GVO)  in Deutschland umsetzen können. Umso mehr sind wir verwundert über den nun vorgelegten Entwurf“, sagte die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz zum Gesetzentwurf aus Berlin. „Gentechnisch veränderte Pflanzen stellen eine Gefahr für die Biodiviersität und Artenvielfalt dar. Darum sollten einzelne Lösungen einzelner Bundesländer verhindert werden.“

In einem offenen Brief an den Bundeslandwirtschaftsminister zeigen sich die grünen Umwelt- und Agrarministerinnen der Länder Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen enttäuscht über den vorgelegten Gesetzentwurf, mit dem zukünftig der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland geregelt werden soll.

„Der jetzt den Ländern vorgelegten Gesetzentwurf baut unnötige Hürden für das Anbauverbot auf. Zusätzlich verlagert er die Begründungslast für die Verbote wieder vollständig auf die Länder. Damit ist eine bundeseinheitliche Lösung wieder in weite Ferne gerückt und ein Flickenteppich an einzelnen Länderregelungen wird wieder wahrscheinlicher“, kritisieren die Ministerinnen und Minister in ihrem Brief an den Bundesminister.

Der Streit zwischen Bund und Ländern bei der Umsetzung der sogenannten EU-Opt out-Richtlinie währt bereits seit längerem. Die Richtlinie ermöglicht es den Mitgliedstaaten, ihr Hoheitsgebiet vom GVO-Anbau auszunehmen zu lassen bzw. den Anbau zu verbieten. Im vergangenen Jahr hatte der Bundesrat bereits einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, der den Bund in der Verantwortung für ein bundeseinheitliches und rechtssicheres Anbauverbot sah. Im Rahmen einer Arbeitsgruppe der Agrarministerkonferenz mit Vertretern des Bundeslandwirtschafts-ministeriums war im Frühjahr 2016 dann ein Kompromiss ausgearbeitet worden, der sowohl von der Agrar- als auch der Umweltministerkonferenz getragen wurde. Der nun vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegte Gesetzentwurf trägt diesem Punkt in wesentlichen Punkten nicht Rechnung.


Angebots-Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

BMEL-Ernährungsreport 2018

Landwirtschaftsminister Schmidt entzieht sich mit belanglosen Zahlen der politischen Verantwortung

DDG, Berlin, 16.1.2018  |  Der aktuelle Ernährungsreport 2018 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) spiegelt nach Auffassung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in keiner Weise die Ess- und Ernährungsgewohnheiten der deutschen Bevölkerung wider. Laut einer Telefonumfrage unter 1000 Teilnehmern, der Basis des Reports, ist 92 Prozent der Befragten gesundes Essen wichtig. „Die Daten sind auf der Grundlage von Suggestivfragen entstanden und entsprechen nicht der Ernährungsrealität“, kritisiert Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Präsident der DDG. Nach wie vor steigen die Zahlen übergewichtiger Menschen – mit ernsten gesundheitlichen Folgen. So ist starkes Übergewicht einer der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Diabetes Typ 2.

16.01.2018mehr...
Stichwörter: EU, Christian Schmidt, Anbauverbot, Die Grünen, Bundeslandwirtschaftsministerium, GVO-Anbau

Schmidts kaltblütiger Alleingang

Slow Food - Berlin, 28.11.2017  |  Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat völlig überraschend und gegen den ausdrücklichen Willen des Bundesumweltministeriums in Brüssel die Wiederzulassung des hoch umstrittenen Pestizids Glyphosat durchgeboxt. Ohne die deutsche Stimme wäre die EU-Bewilligung für den Unkrautvernichter gescheitert. Zu der Entscheidung Schmidts für das unter Krebsverdacht stehende Ackergift erklärt Slow Food Deutschland:

28.11.2017mehr...
Stichwörter: EU, Christian Schmidt, Anbauverbot, Die Grünen, Bundeslandwirtschaftsministerium, GVO-Anbau

Mehr Information über Ernährung in Kindergärten und Schulen

Agrarminister Schmidt referierte über gesundes Essen in Wild-Stiftung

Für eine bessere Ernährungsinformation, besonders in Kindergärten und Schulen, sprach sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt beim Spitzengespräch zu ‚Gesunde Ernährung von Kindesbeinen an‘ in der Wild-Stiftung in Heidelberg aus. Im Beisein von Prof. Dr. Rainer Wild, Vorstandsvorsitzender der Wild-Stiftung, und Prof. h.c. Dr. Karl A. Lamers, CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Heidelberg/Weinheim, betonte er, der Staat müsse unter anderem für Transparenz und Klarheit in Information und Entscheidungsgrundlagen sorgen.

10.02.2017mehr...
Stichwörter: EU, Christian Schmidt, Anbauverbot, Die Grünen, Bundeslandwirtschaftsministerium, GVO-Anbau



Glyphosat verursacht Krebs

Neue Bundesregierung muss Behörden kritisch hinterfragen

14.03.2018mehr...
Stichwörter: EU, Christian Schmidt, Anbauverbot, Die Grünen, Bundeslandwirtschaftsministerium, GVO-Anbau