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Wohin steuert die Bio-Zentrale?

Die Lindhorst-Gruppe ist der verdeckte Investor

Im Zusammenhang mit der Insolvenz der KTG Agrar SE ist das Tochterunternehmen Bio - Zentrale Naturprodukte GmbH veräußert worden. Immer freitags werden die KTG und/oder deren Töchter- und Enkel-Gesellschaften aktiv. So auch am letzten Freitag, 16.9.2016 im Handelsregister.

Der strategische Investor, der vor Wochen als Käufer der Bio-Zentrale genannt wurde, zeigt sich jetzt mit der Eintragung als L+H Beteiligung Bio-Zentrale AG mit Sitz in Winsen a.d. Aller. Sie hält 94,8 Prozent der Anteile. Der Rest von 5,2 Prozent ist an die AK Agrar Produktionsgesellschaft GmbH mit Sitz in Görke gegangen. Der Sohn von Siegfried Hofreiter, Markus Ams, ist mit 20 Prozent an der AK Agrar beteiligt. Ein Blick ins Handlesregister zeigt, dass die L+H aus einer Vorrats-AG, die 9. VV AG / Hamburg, hervorgegangen ist.

Dass die Lindhorst Gruppe für das L im Namen der neuen Gesellschaft zu stehen scheint, konnte mehr als vermutet werden. Der Geschäftsführer der Bio-Zentrale hatte am 3.8.2016 in einem Brief an die "Sehr geehrten Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner" mitgeteilt, dass die drei Firmen Bio-Zentrale Naturprodukte GmbH, die Mühlenbach und Marché Faber ab sofort unter dem Dach der Lindhorst-Gruppe tätig seien. Bis dahin war die Lindhorst Familie nicht im Biogeschäft aktiv.

Tags zuvor, am 15.9., hat die KTG Agrar SE ihre Anteile an den Agrarbetrieben (20TSD Hektar) der Bremer Gustav Zech-Stiftung verkauft. Auch 50,06 Prozent der KTG-Energie AG gehen an die Stiftung. Der Sachwalter Denkhaus hat hier wohl eigene Wege eingeschlagen. Die offen gehandelte Spekulation, dass die Lindhorst-Gruppe diese Anteile übernehmen solle, wird damit nicht bestätigt. Über den Verkauf des Agrarstandorts Quesitz des insolventen Agrarkonzerns KTG an das Hofreiter-Umfeld schreibt die FAZ von einem Gschmäckle. Käufer von Quesitz ist eine GmbH von der Stange, die aptus 1113 GmbH in Lützen, die drei Wochen nach dem Insolvenzantrag der KTG Agrar im Handelsregister eingetragen wurde. Der Geschäftsführer ist Heinz Herrmann. Er führt zusammen mit Siegfried Hofreiters Bruder Werner die Geschäfte der Agrardienste Lützen, einem Unternehmen, das zur KTG-Gruppe gehört.

Der Name Hofreiter taucht immer wieder auf. Ob das H, der zweite Buchstabe im Namen der L+H Beteiligung Bio-Zentrale AG, für Hofreiter stehe, könne man nur vermuten, so Insider. In den sozialen Medien überschlagen sich die Anleger wegen der verlorenen Anteile in Höhe von 342 Millionen Euro mit ihren Vorwürfen: von "kriminiellem Handeln" und "Mafia" ist dort zu lesen. In dieses Bild passt, dass die Hamburger Staatsanwaltschaft seit 1. September gegen Siegfried Hofreiter und vier weitere Manager ermittelt.

Sachwalter Denkhaus sagt in seiner Pressekonferenz, dass Firmengründer Hofreiter ein weitgehend undurchsichtiges Firmengeflecht installiert habe. Hofreiter soll die wirtschaftliche Lage des Unternehmens jahrelang falsch dargestellt und damit gegen das Aktiengesetz verstoßen haben. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Möhrle Hall Luther hat ihren eigenen Bestätigungsvermerk vom 12.5.2016 mit dem Hinweis auf Zweifel an der Werthaltigkeit von Vermögensgegenständen jetzt widerrufen. Dem Jahresabschluss 2015 der KTG Agrar SE fehlt damit das Testat.

Die Insolvenzverwaltung in Eigenregie wird von den alten Managern der KTG Agrar SE betrieben. Nur Vorstandsmitglied Bert Wigger hat die KTG Agrar SE 2015 verlassen und Hofreiter war nach Eintritt der Insolvenz zurückgetreten. Obwohl  Mitverantwortlicher für die Entwicklungen und Machenschaften bei der KTG, ist Bert Wigger mit Eintritt in das Insolvenzverfahren als Berater zurück gekommen und kann seitdem als rechte Hand des Sachwalters Denkhaus und des eingesetzten Restruction-Managers Ockelmann die Geschicke der KTG im Insolvenzverfahren mit steuern.

Sachwalter Denkhaus ist für eine Restrukturierung angetreten mit dem Ziel Arbeitsplätze zu retten. Er hat jedoch nur liquidiert! Von den ehemaligen Werten ist so gut wie nichts mehr vorhanden. Dennoch stiegen die Aktien nach dem Verkauf der KTG an die Zech-Stiftung. Ob die Hoffnung zuletzt stirbt, könnte sich am 6. Oktober auf der Gläubigerversammlung zeigen.
 


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