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Ägypten setzt auf Wachstum

32 Prozent der Beschäftigung fällt auf die Landwirtschaft

Ägypten, das offizielle Partnerland der FRUIT LOGISTICA 2016, kündigt eine rekordverdächtige Beteiligung mit den wichtigsten Exporteuren des Landes auf der Weltleitmesse des Fruchthandels an. Die offizielle Eröffnung der FRUIT LOGISTICA 2016 wird am 3. Februar 2016 am ägyptischen Gemeinschaftsstand in Halle 2.1 stattfinden.

Mit 145 Zielländern für Agrarprodukte blickt Ägyptens Exportmarkt optimistisch in die Zukunft. Die Investitionen im Agrarsektor sind hoch, und der Bau von Verpackungsanlagen nach internationalen Vorgaben soll kontinuierliches Marktwachstum sichern.

In den vergangenen zehn Jahren legte Ägypten seinen Fokus auf Wachstum und erhöhte die Ausfuhr von Agrargütern um 226 Prozent. In der Saison 2014/2015 betrug das Exportvolumen von Obst und Gemüse (ausgenommen Reis) über zwei Milliarden US-Dollar. Laut einem Bericht des Office of Global Analysis des Foreign Agricultural Service/USDA war Ägypten 2014/2015 weltweiter Spitzenreiter im Export von Orangen.

Die einzigartige geografische Lage des Landes im Nahen Osten und der Ausbau der Infrastruktur stärken seine Rolle als globale Logistikdrehscheibe für Unternehmen, die Geschäfts- und Handelsbeziehungen in Europa, Asien und Afrika aufbauen wollen.

Ein wichtiger Schritt wurde im Juni dieses Jahres getan, als Staats- und Regierungschefs aus 26 Ländern Afrikas die Schaffung einer gemeinsamen Freihandelszone vereinbarten. Die neue Tripartite Freihandelszone, bestehend aus den Freihandelsblöcken COMESA, EAC und SAD, wird die größte Wirtschaftsgemeinschaft des Kontinents darstellen und die Basis für die Schaffung des Continental Free Trade Agreement (CFTA) bilden. Im Jahr 2017 soll das CFTA in Kraft treten und den Warenverkehr zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern.

Die Sicherheit und Qualität von Nahrungsmitteln haben bei den ägyptischen Gesundheitsbehörden Priorität. Die produzierten Nahrungsmittel erfüllen zahlreiche weltweite Standards und die Auflagen internationaler Zertifizierungsstellen. Landwirtschaftliche Betriebe und Exporteure werden regelmäßig kontrolliert, um die Qualität der Exportprodukte sicherzustellen.

Der ägyptische Transport- und Logistiksektor nimmt eine immer größere Rolle im internationalen Handel ein. Etwa 90 Prozent des ägyptischen Außenhandels wird über die Häfen abgewickelt. Der Ausbau der Logistikkapazitäten des Landes geht Hand in Hand mit der Steigerung des Handelsvolumens. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Erweiterung des Suezkanals. Früher passierten bis zu 49 Schiffe pro Tag den Kanal – künftig sollen es bis zu 97 sein.

Ägypten will entschiedene Schritte zur Steigerung seiner Agrarausfuhren unternehmen. In der Saison 2014/2015 exportierten 727 ägyptische Firmen 743.000 Tonnen in die EU. Die Gesamtexporte im selben Zeitraum beliefen sich auf 3,53 Millionen Tonnen. Außerhalb der EU sind die wichtigsten Handelspartner Saudi-Arabien (18 Prozent der Gesamtproduktion), Russland (18 Prozent), die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Irak, Libyen, Syrien, Libanon, Jordanien und Indien.

21 Prozent der ägyptischen Agrarproduktion werden in die Europäische Union exportiert. Die wichtigsten Märkte sind das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Italien, Belgien, Griechenland, Deutschland, Rumänien, Litauen, Spanien und Frankreich.

Ägypten exportiert eine große Bandbreite von Obst und Gemüse. In der Saison 2014/2015 wurde die Liste der Exportprodukte angeführt von Orangen (1,22 Millionen Tonnen), gefolgt von Kartoffeln (650.000 Tonnen), Zwiebeln (492.000 Tonnen), Trockenbohnen (182.000 Tonnen), Weintrauben (111.000 Tonnen), Tomaten (109.000 Tonnen), Granatäpfel (55.000 Tonnen), grünen Bohnen (44.000 Tonnen), Mandarinen (36.000 Tonnen), Erdbeeren (34.000 Tonnen), Zitronen (33.000 Tonnen) und Erdnüssen (26.000 Tonnen).

Die Agrarwirtschaft und die damit verbundenen Sektoren sind mit etwa 3,6 Millionen Hektar Anbaufläche von großer Bedeutung für die ägyptische Wirtschaft. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung beträgt 32 Prozent. Im Agrarsektor werden 14,7 Prozent des BIP erwirtschaftet.

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