Start / Business / Ware / Sortimente / Limonaden auf der Biofach

Limonade

Limonaden auf der Biofach

Wer hat's erfunden? Bionade war's!

Um genau zu sein, es war Diplom Braumeister Dieter Leipold. Die erste biologisch hergestellte Limonade erschien 1996 auf dem Markt. Er wollte die Rohstoffreste aus der Brauerei weiter verwenden und hat die Limonade mit einem biochemischen Prozess hergestellt. Bionade erhielt im Jahr 2000 seine Bio-Zertifizierung.

Aus der Not eine Tugend machen

Kleine Brauereien wurden in den 90er Jahren immer mehr durch die Industrie vom Markt gedrängt. Da war Erfindergeist gefragt. Braumeister Leipold setzte sich zum Ziel, ein Mineral- und Vitamingetränk aus natürlichen Rohstoffen herzustellen. Mit der Vorgabe, es mit der Einrichtung einer Brauerei und dem Fachwissen eines Brauers produzieren zu können.

Nach acht Jahren der Forschung war es geschafft. Ein Fermentierungsprozess war gefunden, bei dem der Alkohol ausbleibt und Bakterien die Glucose in die Gluconsäure umwandeln.

Bis heute ist Bionade Marktführer im LEH und Gastronomie. Im Naturkostfachhandel kommen Voelkel und now von Lammsbräu ungefähr auf 70 Prozent Marktanteil. Insgesamt liegt der Umsatzanteil von Erfrischungsgetränken im Naturkostfachhandel bei etwa 0,5 Prozent, die Massengetränke Bier, Erfrischungsgetränke und Mineralwasser zusammen kommen auf etwa 1,7 Prozent. Der LEH kann hier mit bis zu 7 Prozent aufwarten.

„Getränke werden nicht im Naturkostfachhandel gekauft, sondern woanders. Das Potenzial hat der Fachhandel noch nicht erkannt. Nur einer macht es besser: Das ist ebl in Nürnberg. Die verkaufen Kisten und so funktioniert es", erklärt Unternehmensberater Manfred Mödinger.

Bunte Vielfalt

Von Kräuter- und Saftlimonaden bis hin zu Cola mit Koffein oder ohne ist alles dabei. Statt mit künstlichen Aromen zu punkten setzten die Produzenten im Biosektor auf den Erhalt des natürlichen Fruchtgeschmacks. Bei der Herstellung unterscheidet man zwei Wege, die Fermentierung und die konventionelle Herstellung.

Prickeln ohne Alkohol

Die Fermentierung ist ein Gärungsprozess. Grundlage ist das Bierbrauen, nur darf kein Alkohol entstehen. Man nehme Wasser und Malz und verarbeitet sie zu Würze. Hinzugegeben werden die entscheidenden Mikroorganismen. Milchsäurekulturen oder Säurebakterien bewirken die natürliche Freisetzung von Gluconsäure, durch die Umwandlung von Malzzucker.

Neben der Verstärkung des Zuckergeschmacks ist die Gluconsäure selbst geschmacklos, geruchlos und farblos. Außerdem gilt sie als ernährungsphysiologisch wertvoll. Danach werden dem Ganzen die Saftkonzentrate oder natürlichen Aromen hinzugegeben. Sie sorgen für Farbe und Geschmack.

Die Fermentierung mit dem Kombuchapilz stellt ein Problem dar. Es entsteht Alkohol, der nicht zu 100 Prozent abgebaut werden kann. Es bleibt ein Restalkohol von 0,5 bis ein Prozent. Aus diesem Grund verwendet Bionade das Enzym Glucoseoxydase um die Bildung von Alkohol zu verhindern. Ein Nebenprodukt ist die Kohlensäure. Sie prickelt nicht nur, sondern sorgt auch für eine längere Haltbarkeit. Neben Bionade stellt auch Seezüngle aus Baden-Württemberg und Riedenburger seine Limonaden durch Fermentierung her.

Aus bekannt mach neu

Die altbekannte Herstellung von konventionellen Limonaden geht auch in Bio-Qualität. Dabei wird Wasser mit Fruchsaft aus Fruchtsaftkonzentrat oder aus ganzen Früchten, mit Kohlensäure und natürlichen Aromen versetzt. Unter anderem wird Rübenzucker oder Rohrzucker als Süßungsmittel verwendet. Bei diesem Prozess kann keine natürliche Kohlensäure entstehen, deswegen führen die Hersteller Kohlensäure zu. Neumarkter Lammsbräu verwendet die überschüssige Kohlensäure aus ihrer Bierproduktion.

Cola ohne Sünde

Gesunde Cola ist kein Traum mehr. Aus Pflanzen und Kräutern wird ein Extrakt gewonnen und gemischt mit Wasser, natürlichen Aromen und Zucker. Für die belebende Wirkung wird das Erfrischungsgetränk mit Guaranaextrakt und der Kolanuss versetzt. Die Guaranafrucht ist für ihr Koffein und ihre Gerbstoffe bekannt. Diese verzögern und verlängern die Wirkung von Koffein. Schon die Indianer des Amazonas kannten die belebende Wirkung ihrer Samen.

Heute wird sie auf Plantagen in Brasilien, Venezuela und Paraguay angebaut. Die Kolanuss stammt aus dem tropischen Regenwald West-Afrikas. Neben der belebenden Wirkung, ist sie dort für ihre heilende und hungerstillende Wirkung bekannt.

Beutelsbacher verwendet bei seiner Isis-Cola die Guaranafrucht und die Kolanuss. Cola ohne Koffein und Phosphor bietet die Härtsfelder Familienbrauerei Hald an. Voelkel versetzt seine BioZisch Cola mit Kohlensäure aus der hauseigenen bio-zertifizierten Mineralwasserquelle. Auf dem Markt am erfolgreichsten ist die now-Cola von Neumarkter Lammsbräu.

Ökologisch, nachhaltig, gut

So vielseitig die Geschmacksrichtungen sind, sind auch die Verpackungen. Je nach Unternehmensphilosophie und notwendigem Schutz des Produktes werden Glasflaschen, Aluminiumdosen und Pet-Flaschen genutzt. Jede dieser Arten hat ihren eigenen Vorteil.
Glas gilt als nachhaltiges Material, was vielfach wieder verwendet werden kann und dadurch für die Umwelt bei der Entsorgung weniger Belastung entsteht.

Eine Glasflasche kann etwa bis zu 50 mal wieder befüllt werden. Mehrwegsysteme sind aber nur dann sinnvoll, wenn die Transportwege nicht zu lang sind. Auch der hohe Wasserverbrauch für die Reinigung drückt stark auf die Ökobilanz. Eine umweltschonende Verpackung ist den meisten Konsumenten wichtig, allerdings dürfen die Flaschen auch nicht zu unhandlich werden. Eine Lösung sind PET-Mehrwegflaschen. Durch ihr geringeres Gewicht bieten sie einen Vorteil beim Transport und für den Verbraucher beim Handling.

Eher selten bei Getränken im Biosektor ist die Aluminiumdose. Mit ihr wird das Getränk licht- und luftdicht verpackt, um die Qualität zu sichern. Die Aluminiumdose ist besser recycelbar als oft angenommen wird. Man geht davon aus, dass mit der Energie zur Herstellung einer neuen Aluminiumdose etwa 20 aus recyceltem Aluminium hergestellt werden können. Dadurch wird die Neuproduktion erheblich gesenkt und die Umwelt durch Minimierung von Abbau und Raffination geschont.

Hersteller Bodengraf aus Österreich verwendet keine Konservierungs- oder Stabilisierungsstoffe und ist deswegen auf die Aluminiumdose angewiesen. Höllinger nutzt auch die Dose und die PET-Flasche.

Neben den großen Herstellern wie whole earth, Voelkel oder Bionade wagen sich auch kleinere Unternehmen auf den Markt. Proviant ist eine von zwei jungen Freunden gegründete Fruchtmanufaktur. Neben ihren Smoothies stellen sie zwei Sorten Limonade her, Zitrone- und Rhabarber-Naturtrüb. Ganz im Sinne der Tradition bestehen diese nur aus dem spezifischen Saft, Wasser, Rohrzucker und Kohlensäure.

Ein ganz anderes Konzept steckt hinter LemonAid, in Kooperation mit Chairy Tee produzieren sie nicht einfach Limonade. Seit dem Jahre 2010 gehen pro verkaufte Flasche fünf  Cent an den LemonAid & ChariTea. Mit diesem Geld werden Hilfsprojekte unterstützt.

Ob für den gemeinnützigen Zweck, für den Erhalt von Tradition und welche Verpackung auch gewählt wird, eins ist sicher: Sie sind alle anders, einzigartig und einfach biologisch.

Leonie Sommer

 

Anbieter Bio-Limonade


Bionade


Beutelsbacher


Bodengraf


Härtsfelder Familienbrauerei Hald


Höllinger


LemonAid


Neumarkter Lammsbräu


Proviant


Riedenburger


Seezüngle


Voelkel


whole earth

Homepage


www.bionade.de


www.beutelsbacher.de


www.ixso.eu


www.haertsfelder.de


www.hoellinger-juice.at


www.lemonaid.de


www.drinknow.de


www.proviant-smoothies.de


www.riedenburger.de


www.seezuengle.de


www.voelkeljuice.de


www.wholeearthfoods.com


ohne Gewähr auf Vollständigkeit


Angebots-Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Mama-Bio-Limonade in drei Sorten

Mama-Bio-Limonade in drei Sorten

Brand Garage bringt mit ihren Limonaden drei neue Erfrischungsgetränke im Bio-Bereich auf den Markt. Die ,Mama'-Limonaden gibt es in den Sorten Zitrone, Orange und Maracuja-Orange. Das Design der Dosen erinnert an die russischen Matroschka-Puppen.

28.09.2017mehr...
Stichwörter: Limonade, BioFach, Getränke


Getränke der Zukunft: Gesund und regional sollten sie sein

Köln, 05.04.2016. Gesundheit ist ein gesellschaftlicher Trend, der auch das zukünftige Trinkverhalten motivieren wird, besonders von Jüngeren. Von ihnen nehmen viele aus gesundheitlichen Gründen Abstand von Cola, Limonade & Co: 57 Prozent der jungen Deutschen (18-29 Jahre) trinken diese nur einmal pro Woche oder sogar noch seltener. Die breite Mehrheit (83 Prozent) hält Softdrinks nämlich für eher ungesund. In der Gesamtbevölkerung sind es mit zwei Dritteln (66 Prozent) deutlich weniger. Zucker-, koffeinhaltige und alkoholische Getränke werden zunehmend bewusst und kontrolliert getrunken.

05.04.2016mehr...
Stichwörter: Limonade, BioFach, Getränke