Anuga
Anuga: Bio-Kompetenzzentrum II
Das Regionalfenster für eine bundesweit einheitliche, transparente Kennzeichnung
Um dem wachsenden Wunsch der Verbraucher nach regionalen Lebensmitteln entgegen zu kommen, wurde auf Initiative des Bundesernährungsministeriums vom FiBL das sogenannte Regionalfenster entwickelt. Das Fenster ist weder ein zusätzliches Siegel noch Länderzeichen, es handelt sich um ein freiwilliges Informationsfeld auf den Verpackungen, das über die Herkunft informiert.
Beim Regionalfenster gelten klare Regeln. So muss die Hauptzutat zu 100 Prozent aus der Region kommen, wobei diese eindeutig definiert sein muss. Macht die erste Zutat weniger als die Hälfte des Gesamtgewichtes aus, gilt der regionale Bezug auch für weitere Zutaten - solange bis insgesamt mindestens 51 Gewichtsprozent erreicht sind. Bei tierischen Zutaten ist dabei eine bestimmte Mindestverweildauer der Tiere in der angegebenen Region erforderlich.
Neben dem Anteil der regionalen Zutaten ist auch der Ort der Verarbeitung anzugeben. Gerade die bei Handelsmarken beliebte Angabe ‚abgepackt für…’ sorgt beim Verbraucher oft für Verunsicherung. Beim Regionalfenster wird daher stets der letzte Herstellungsschritt genannt. Letztes Kennzeichnungselement ist die Kontrollstelle, die die Angaben überprüft hat.
Axel Wirz vom FiBL und Peter Klingmann vom Trägerverein Regionalfenster berichteten auf der Anuga von den Ergebnissen der mittlerweile abgeschlossenen Erprobungsphase mit rund 200 Lebensmitteln in 20 Testmärkten in fünf Testregionen.
Das Feedback sei überwiegend positiv gewesen. Vielfach hätten die Verbraucher das Regionalfenster als Unterstützung für Regionalmarken wie Unsere Heimat oder Landgut gesehen. Eine dauerhafte Kopplung sei daher durchaus vorstellbar, wie Wirz sagte.
Angesprochen auf den zusätzlichen Kontrollaufwand, verwies er auf die Möglichkeit Synergien zu nutzen. Beispielsweise im Rahmen der jährlichen Kontrolle von Betrieben mit Bio-Produkten.
Ab dem nächsten Jahr sollen nun erste Produkte mit dem Regionalfenster gekennzeichnet werden. Bisher im Boot sind tegut und Edeka bio, die zur Grünen Woche Produkte vorstellen wollen.
Der Trägerverein – mittlerweile mit 16 Mitgliedern aus verschiedenen Bereichen der Lebensmittelkette und beraten von den Verbraucherzentralen – hofft aber auf die Teilnahme weiterer großer Unternehmen sowie von Direktvermarktern.
www.regionalfenster.de
BP







