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Partysnacks und -getränke

Vielfältige Bio-Geschmackserlebnisse für private Feiern und Feste

Wenn Kunden zu einer Party einladen, wollen sie, dass ihre Gäste etwas Besonderes erleben. Deshalb suchen sie im Laden nicht selten Alternativen zur tristen Salzgebäck-/Cola-/Chips-Kultur deutscher Privat-Events. Wer Knabbereien und Getränke in Bio-Qualität bereithält, sorgt nicht nur für neue Geschmackserlebnisse bei den herkömmlichen Kulturträgern - er trägt auch dazu bei, dass vielfältige neue Kreationen die Gaumen der Partygäste erfreuen können. Denn eines ist sicher: Bio-Hersteller sind innovativer als konventionelle Hersteller. Und sie gehen fast alle davon aus, dass die Umsätze mit Bio-Party-Kost weiter steigen werden.

Party-Snacks und -Getränke lassen sich nicht genau klassifizieren. Besonders bei den Getränken ist eine Abgrenzung zum Konsum außerhalb der Partyzeit problematisch, wie am Beispiel Mineralwasser oder Bier deutlich wird: Es darf auf keiner Fete fehlen, steht aber auch ganzjährig als Durstlöscher auf dem Speiseplan. Selbst Spirituosen sind keine ausschließlichen Party-Getränke, gehören aber zweifellos zum engeren Angebot. Diese große Bandbreite bietet Einzelhändlern viele Spielräume für die Zusammenstellung von Party-Sortimenten, die sie ihren Kunden gesondert präsentieren können.

Bis zu 8,5 Prozent Umsatzplus in einem Jahr

Der Aufwand lohnt sich, wenn man allein die Umsatzentwicklung der bioVista-Kategorie Chips, Tortilla-Chips, Flips im Naturkostfachhandel betrachtet, die das Unternehmen auf Basis der am Handelspanel teilnehmenden Bio-Märkte ermittelt hat:

Im Beobachtungszeitraum April 2012 bis April 2013 gab es ein Plus von 7,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum April 2011 bis April 2012. Knabbermischungen (gesalzene Nüsse und Getreide) konnten sogar einen Umsatzanstieg von 8,5 Prozent verzeichnen.
Zwei Prozent Umsatzanteil im Naturkostfachhandel

Die übergreifende Kategorie Salzgebäck und Knabberei hat im Naturkostfachhandel einen Umsatzanteil von rund zwei Prozent an den Trockenprodukten, teilt Panel-Experte Fabian Ganz mit. Mit Rapunzel, Trafo, Erdmannhauser, MolenAartje, Bina, Bohlsener Mühle, Dennree, Rosengarten, Mayka, Lisa´s Kartoffelchips, Huober Brezel, Sommer & Co, De Rit und Pural gebe es eine große Markenvielfalt in diesem Bereich.

Auch beim Getränkeumsatz in Bioläden scheinen Parties eine große Rolle zu spielen. So werden laut Ganz 48 Prozent mit den typischen alkoholischen Getränken Bier, Wein, Sekt und Spirituosen erzielt. Allerdings gingen bislang nur rund acht Prozent des Getränkeumsatzes auf das Konto hochpreisiger Spirituosen.

Davon halten die Brennereien Humbel und Dwersteg zusammen rund 60 Prozent. Top-Seller-Artikel sind mit Abstand die Eierlikör-Artikel, sowohl von Humbel als auch von Dwersteg. Diese werden im Markt im Schnitt für rund 15,11 Euro von Dwersteg für 500 Milliliter und von Humbel im Schnitt zu 13,87 für 350 Milliliter verkauft.

Nachhaltigkeit auch bei den harten Getränken

Bleiben wir bei den harten Getränken, die nicht unbedingt pur getrunken werden müssen. So bietet die Brennerei Ehringhausen einen aus Weizen, Dinkel und Gerstenmalz klar gebrannten Kornbrand mit 42 Vol.-Prozent an, der sich auch als Basis für exotische Longdrinks und Cocktails eignet.

Im Sortiment des jungen Unternehmens, das noch jede Flasche von Hand abfüllt, sind derzeit vier Spirituosenarten, die sich in die Bereiche holzfassgelagerte Produkte, Korn, Likör und Geist gliedern lassen.

„Aufgrund der aufwendigen Produktionsweise und der Verarbeitung hochwertiger Rohstoffe ist die ökologisch nachhaltig hergestellte Spirituose ein Genuss, der den Zeitgeist trifft“, sagt Inhaber Georg Glitz-Ehringhausen.

In der heutigen, schnelllebigen Zeit werde der Wert von Qualität und Nachhaltigkeit immer größer. Auch der Faktor Regionalität erlange gerade bei jungen Leuten einen neuen Stellenwert, der nicht nur für Heimatverbundenheit stehe, sondern auch für Vertrauen, erläutert er.

Cocktail-Spirituosen, u.a. Rum Guajira und César, Fair Trade Cachaça Iguaçu, White Socks Gin, Wodka Wodoschka sowie Aperitifs wie Veneziano für einen Bio Spritz oder Vermouth Bianco gehören auch zum Sortiment der Schweizer Humbel Spezialitätenbrennerei AG, dessen Produkte bei Naturkostgroßhändlern sowie bei Claus und Harderreform gelistet sind.

Die Gastronomie wird nach Angaben von Vertriebs- und Marketing-Manager Björn Ibsen als Vermarktungsweg ins Visier genommen. „Wir sind ein kleiner handwerklich präzise arbeitender Betrieb, was auch für die Brennkollegen gilt, deren Ware wir importieren“, so Ibsen.

Zielgruppen seien Genießer und Konsumenten, die auch zum Feiern auf hochwertige Produkte zurückgreifen und Wert auf Qualität legen. Zur Verkaufsförderung dienen Poster, auf denen auch Produkte kombiniert werden.

Populäre Cocktails ohne Alkohol

Champagner für die Party bietet Agence Phillip Canoy in Berlin an, die sich außerdem auf Weine und Cocktails ausschließlich in Bio-Qualität spezialisiert hat.

Für Kunden, die populäre Cocktails lieber ohne Alkohol trinken, hat die Naturkostsafterei Voelkel das passende Angebot. Der Pina Colada ist zudem lactosefrei. Neben Caipirinha und Sex on the Beach ist noch ein Mango Chai im Angebot, dem die typisch indischen Chai-Gewürze wie Nelken, Zimt, Ingwer und Kardamon einen außergewöhlichen Geschmack verleihen.

Abgefüllt sind die Getränke in 330 Milliliter Longneck-Flaschen. Beliefert werden neben dem Naturkostfachhandel auch Reformhäuser, Gastronomie und der SEH.

Direktsäfte für Erfrischungsgetränke

Die Beutelsbacher Fruchtsaftkellerei empfiehlt für Parties ihre kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke und Eistees der Marke isis, die mit Bio-Direktsäften produziert werden, nicht mit Konzentrat. Der Cola-Geschmack stammt aus natürlichen Pflanzenextrakten. Demnächst soll es einen Bio-Limetten-Direktsaft geben, der speziell für Cocktails wie Caipirinha geeignet ist.

Die Mehrweggebinde aus Glas sind in den Größen 0,2, 0,33, 0,7 und 1,0 Liter zu bekommen. Für Sonderplatzierungen bietet die Kellerei vorsortierte Displays auf Chep-Paletten an. Das Händlernetz in Norddeutschland und Berlin soll verdichtet werden.

„Kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke und Eistees erfreuen sich steigender Beliebtheit. Und wir sind zuversichtlich, dass ein stetiges Wachstum gegeben ist“, sagt Geschäftsführer Thomas Maier und kündigt eine Verdichtung des Händlernetzes in Norddeutschland und Berlin an.

Geschmacksvarianten von Quitte bis Holunderblüte

Auch Voelkel bietet mit der Marke BioZisch Limonaden mit 100 Prozent Direktsäften für Parties, aber auch für den täglichen Konsum an. Eigenes Quellwasser, reine Quellkohlensäure und Süße aus Bio-Trauben oder Agave sind weitere Bestandteile des Erfrischungsgetränks. Mittlerweile gibt es 16 verschiedene Geschmacksrichtungen von BioZisch, darunter Rosenblüte, Quitte und Rhabarber.

Die Brauerei Lammsbräu steuert mit ihren Limonaden ebenfalls Erfrischungsgetränke als Ersatz für Bier und Sekt bei. Ihre Limonaden der Marke now gibt es inzwischen in neun Geschmacksrichtungen.
Ohne Kohlensäure ist der Bio-Apfelsaft der Kumpf Fruchtsaft GmbH, dessen Früchte von heimischen Streuobstwiesen aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Vielfältige Varianten von Bio-Säften können auch Beutelsbacher und Voelkel zu jeder Party beisteuern.

Bewusster Konsum hält Einzug in die Party-Kultur

Fruchtgetränke namens Baola aus den Extrakten der afrikanischen Baobab-Frucht liefert die Baobab Social Business gGmbH in vier Varianten und sorgt damit für besondere Exotik auf Parties.

„Neben den puren und fruchtigen Sorten haben wir seit Mai 2013 auch den natürlichen Wachmacher in der Getränke-Auswahl: Die beleben­de Kraft der Baobab Frucht haben wir mit der Guarana-Power kombiniert. Das ergibt einen einzigartig erfrischenden Energy-Reloader mit we­nig Zucker für lange Partynächte“, schreibt die gemeinnützige Gesellschaft, bei der fairer Handel zu den Prioritäten gehört.

„Bewusster Konsum und fairer Handel sind The­men, die mittlerweile nicht mehr nur eine Randnotiz in den Medien sind. Diese halten nun auch Einzug in die Partykultur, zum Beispiel durch die strategische Platzierung von Produkten mit der entsprechenden Botschaft.“

Hohe Ansprüche auch beim Pflichtgetränk Wasser

Für die Versorgung von Gästen einer Bio-Party mit dem Pflichtgetränk Wasser hat die Neumarkter Lammsbräu ein passendes Angebot: BioKristall-Mineralwasser. Das gegen die Interessen des Mineralwasserverbandes richterlich genehmigte Kürzel Bio im Produktnamen ist bislang ein Unikat. Die Richter würdigten, dass Lammsbräu das Wasser in reinster Qualität umweltgerecht und quellschonend abfüllt.

Naturbelassen und vollkommen unbehandelt wird auch das Wasser der Hornberger Lebensquell abgefüllt. Es muss noch nicht einmal enteisent werden, da es kein Eisen enthält, schreibt die Firma. Außerdem sei es frei von Uran, Radium, Nitrit, Mangan und anderen unerwünschten Stoffen und deshalb besonders leicht.

„Die formschönen Flaschen erheben den Tisch zur Tafel und sind auch in der gehobenen Gastronomie beliebt“, heißt es weiter. Auf Plastikflaschen verzichte das Unternehmen ganz bewusst. „Bei Plastik besteht die Gefahr, dass unerwünschte Stoffe ins Wasser gelangen“, erläutert Geschäftsführer Philipp Ketterer. Den Händlern bietet Horn­berger Lebensquell spezielle Verkostungsdisplays in Verbindung mit kostenloser Probierware an.

Bewusster Knabbern mit Bio-Gebäck

Das Angebot an Bio-Knabbergebäck und –Snacks ist vielfältig und lässt sich wegen seiner verschiedenen Varianten nicht immer sinnvoll gruppieren. Zudem bieten einzelne Hersteller auch eine ganze Palette von Party-Produkten an, so dass eine Gliederung nach Anbietern sinnvoller erscheint als bei Chips, Dips und Flips jeweils die anbietende Firma zu nennen.

Mayka ist ein Großer im Party-Knabbergebäck-Geschäft und bietet neben konventioneller Ware Laugengebäck in Bioland-Qualität sowie Chips, Flips und Pop-Corn als EU-Bio-Ware an.

Huober Brezel hat mit Huober Party eine Gebäck-Mischung im Sortiment und verkauft auch Longsticks als Einzelartikel. Die Firma ist nach eigenen Angaben einziger Knabbergebäckhersteller, der noch traditionell mit Kaltlauge arbeitet. Huober stellt ausschließlich Bio-Produkte her.

Ein breites, speziell auf Parties zugeschnittenes Angebot hält die Bio-Zentrale bereit: Tortilla Chips (Paprika, Meersalz, Käse), Tortilla Rolls (Paprika), Dips (Salsa und Chili Cheese), Grissini (Tomate-Oregano & Sesam), Dinkel-Brezel mit Sesam und Popcorn – süß.

Außerdem Antipasti: Oliven und getrocknete Tomaten (eingelegt), Snacks süß: Weingummi, Joghurt-Fruchtgummi und Cola-Fläschchen. Senf (Dijon-Senf, körniger und mittelscharfer Senf) sowie Tomaten-Ketchup und Worchestershire Sauce können ebenfalls dem Party-Sortiment zugeordnet werden.

Mit der Marke BioKids hat die Bio-Zentrale ein spezielles Angebot für die Kinderparty, zum Beispiel Ketchup und Chips mit Vanille. Die Warengruppe Snacks und Gebäck soll weiter ausgebaut werden. „Impulsartikel wie Party-Produkte sind für die Implementierung der Marke ­biozentrale wichtige Helfer, weshalb wir hier weiter wachsen möchten“, sagt Marketing-Leiter Philipp Pleißner.

Veganer können unbesorgt zugreifen

Die Biback Zwiebackfabrik Sommer stellt aktuell sieben herzhafte Knabbergebäcke her, die alle aus rein pflanzlichen Zutaten hergestellt werden und daher mit dem Vegan-Logo gekennzeichnet sind.

Darunter sind Dinkel-Oliven-Snacks und Pane Picco-Sorten in Form von kleinen Brotstreifen, die sich ideal zum Dippen anbieten. „Unsere innovativen Knabber-Ideen bieten die optimale Alternative für Chips, Brezel & Co beziehungsweise die Möglichkeit, die geladenen Gäste mit etwas Abwechslung zu begeistern“, schreibt die mittelständische Firma. Die Umstellung auf Bio erfolgte bereits im Jahr 1998.

Inzwischen hat die Marke „Sommer-Backkunst seit 1864“ einen Distributionsgrad von 98 Prozent im Bio-Fachhandel erreicht, heißt es unter Verweis auf bioVista-Zahlen. Ein kennzeichnendes Merkmal der Produkte sei der hauptsächliche Einsatz von ursprünglichen Dinkelsorten.

Für vollwertige Snacks, die durch hochwertige Zutaten mit hohem Nährwert eine gesündere Snack-Alternative bieten, wird bei Sommer ein hohes Marktpotenzial gesehen.

Party-Snacks als Einstieg in Bio-Produkte

Selbst belegte Häppchen kommen bei Partygästen gut an. Gesund sind die Schnitten, wenn sie aus ballastreichem Vollkorn gebacken wurden. Mestemacher hat sieben geschnittene, abgepackte Bio-Brote auf Basis von Roggen im Sortiment.

Bei der Anuga will die Großbäckerei aus Gütersloh neue Bio-Brote vorstellen. Die Scheibchen sind dünn geschnitten und eignen sich deshalb gut für Canapés, können mit Wurst, Käse, Fisch und Aufstrichen belegt werden. Mestemacher liefert auf der Internetseite umfangreiche Rezepte, die natürlich auch mit Bio-Zutaten umgesetzt werden können.

Bei Rila-Feinkost-Importe sind die italienischen Gebäckstangen mit Olivenöl (Grissini Vollkorn) ein auf Parties zugeschnittenes Produkt. Außerdem die Knusperstangen Tomate-Käse und die neuen Knäcke-Minis Kokos/ Banane und Nougat/Haselnuss.

Piktogramme auf den Verpackungen weisen auf ernährungsphysiologische Besonderheiten wie gluten- und lactosefrei hin. Das Unternehmen bietet maßgeschneiderte Promotion-Lösungen an, die individuell durch den Außendienst mit dem Handel vor Ort vereinbart werden können.

Bei Rila geht man davon aus, dass der Absatz von Bio-Party-Produkten steigen wird: „Es ist wichtig, dem Verbraucher eine große Vielfalt an unterschiedlichen Produkten von hoher Qualität und Kulinarik zu bieten. Viele anfängliche Gelegenheitskäufer greifen später regelmäßig zu Bio-Produkten.“

Alle weiteren Anbieter von Party-Knabbereien auch nur kurz zu behandeln, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Ob die Bisschen Bio-Fruchtchips, die Amazin Maischips, die Rohkost-Taler von Keimling, der Bio-Kartoffelsnack von 3Pauly, die Konfektkugeln von Lifefood, die Mini-Partybrötchen der Herzberger Bäckerei oder die Kaffeebohnen zum Knabbern von Amigos International und viele andere mehr:

Das Angebot ist groß und soll bei vielen Firmen noch erweitert werden. Mit den Burger- und Falafel-Mischungen Bauck lassen sich sogar kleine Snacks selber herstellen. Damit ist noch mehr Vielfalt bei den Bio-Party-Snacks gegeben.    

Horst Fiedler

Mini-Bio-Brötchen von Edna

Seit 2010 entwickelt TK-Bachwarenlieferant Edna die Marke all Day long. Eine Säule der Dachmarke sind Bio-Produkte für Backstationen und den Außer-Haus-Markt. Neu im Bio Sortiment ist die Bio-Brötchenblume.

Dieses Produkt gibt es in einem Mischkarton mit zweimal Bio-Blume natur und einmal Bio-Blume mit Saaten. Die Brötchenblume besteht aus jeweils achteckigen Weizenbrötchen, die mit Meersalz hergestellt werden. Die Weizenbrötchen lassen sich schnell und einfach abbrechen und eignen sich ideal als Partygebäck.

Handwerkliche Qualität bietet das Bio Gourmet-Jourgebäck der Marke. Diese Mini-Brötchen sind sechsfach sortiert. Die Backwaren-Mischung ist ansprechend in der Optik, vielfältig im Geschmack und in nur drei bis fünf Minuten servierbereit.

Im Ganzen ein 1.000 Gramm Carrée-Brot und abgebrochen 27 kleine, rustikale 37 Gramm Brötchen, das ist die neue Bio Carée-Brot-Mischkiste von Edna. Die rustikalen Bio Carrée-Brote werden bestehen aus den Sorten Bio Weizen-Carrée-Brot, Bio Kornspitz-Carrée-Brot und einem Bio Dinkel-Carrée-Brot.

www.edna.de


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