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Faire Produkte immer beliebter

Fairtrade wächst in Deutschland um 18 Prozent

Im vergangenen Jahr kauften Verbraucher in Deutschland Fairtrade-Produkte im Wert von rund 400 Millionen Euro. Mit einem Plus von 18 Prozent über alle Produkte hält der Wachstumstrend der letzten Jahre weiter an. „Der Faire Handel ist ein effektives Instrument zur Armutsbekämpfung und trägt zur ländlichen Entwicklung bei“, sagte TransFair-Vorstandsvorsitzender Heinz Fuchs.  

Durch den Verkauf von Fairtrade-Produkten in Deutschland erwirtschafteten die Produzenten 2011 Direkteinnahmen in Höhe von 82 Millionen Euro. Darin enthalten: 5,5 Millionen Euro Fairtrade-Prämiengelder für Gemeinschaftsprojekte.

„Fairtrade wächst bereits im achten Jahr in Folge im zweistelligen Bereich. Seit 2002 ist der Gesamtumsatz um das Achtfache gestiegen. Im vergangenen Jahr waren die Eigenmarken des Handels maßgebend für das starke Wachstum“, erklärte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Die wichtigsten Wachstumstreiber des Fairen Handels sind Kaffee, Blumen und Bananen. Rund 8.800 Tonnen Kaffee wurden im vergangenen Jahr abgesetzt, ein Plus von 22 Prozent. Der Marktanteil liegt bei knapp zwei Prozent.

Über das Traditionsprodukt des Fairen Handels hinaus gewinnen weitere Produkte zunehmend an Relevanz: Der Absatz von Fairtrade-Bio-Bananen stieg um 59 Prozent auf 11.862 Tonnen, das entspricht einem Marktanteil von 2,1 Prozent. Mit inzwischen 6,8 Prozent Marktanteil bleiben Rosen aus Fairem Handel auf Erfolgskurs. Im vergangenen Jahr kauften Verbraucher in Deutschland über 80 Millionen Fairtrade-Blumen im Gesamtwert von knapp 30 Millionen Euro.

2011 kamen 172 neue faire Produkte auf den Markt, 29 Partner wurden dazu gewonnen. Insgesamt bieten in Deutschland rund 200 Lizenznehmer knapp 2.000 fair gehandelte Produkte an. Zunehmend vielfältig wird die Zahl der fair gehandelten Mischprodukte, die sich aus mehreren Zutaten zusammensetzen: Die Absätze von Süßwaren (+132 Prozent), Eiscreme (+ 82 Prozent) und Mischgetränken (+137 Prozent) stiegen deutlich. Die Gastronomie bleibt starker Motor von Fairtrade: Knapp ein Drittel des fairen Kaffees geht in Bäckereien, Cafés, Mensen oder Betriebskantinen über die Theken. „Das Fairtrade-Siegel hat sich im Bewusstsein der Verbraucher verankert und genießt eine sehr hohe Glaubwürdigkeit. Mit Fairtrade ist Unternehmensverantwortung konkret umsetzbar“, sagte Overath.

Seit nunmehr 20 Jahren setzt sich der gemeinnützige Verein TransFair für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Produzentenorganisationen im globalen Süden ein. Seit 1992 wurden in Deutschland 2,1 Milliarden Euro umgesetzt, das bedeutet 413 Millionen Euro Direkteinnahmen für die Produzenten. Weltweit profitieren mehr als 1,2 Millionen Kleinbauern und Arbeiter in 63 Ländern von Fairtrade. Die Produzenten sind aber nicht nur Empfänger gesicherter Mindestpreise und der zusätzlichen Fairtrade-Prämien, sie gestalten das System aktiv mit. Die Produzentennetzwerke aus Afrika, Lateinamerika sowie Asien sind mit 50 Prozent Stimmanteil in den Gremien von Fairtrade International (FLO) vertreten.

Ab sofort startet bundesweit die Kampagne Fairtrade-Frühstück. Einen Monat lang ruft TransFair dazu auf, bewusst mit fairen Produkten in den Tag zu starten. Jeder ist eingeladen, aktiv zu werden und mit zu frühstücken, ob Privatpersonen, Schulen, Cafés oder Kommunen. Botschafter der Kampagne ist Hannes Jaenicke. „Der Erfolg von Fairtrade freut mich besonders, weil er mit kleinen, einfachen Entscheidungen beim Shoppen in unseren Supermärkten und Geschäften in den produzierenden Ländern in Afrika, Asien und Südamerika einen gewaltigen Unterschied macht“, erklärte der Schauspieler. Große öffentliche Frühstücksaktionen sind in Saarbrücken, Viernheim, Berlin und Hamburg geplant.

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