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Umsatz mit Fairtrade-Produkten erreicht Drei-Milliarden-Marke

Fairtrade Deutschland veröffentlicht Jahresbericht 2025/26

Umsatz mit Fairtrade-Produkten erreicht Drei-Milliarden-Marke
Claudia Brück, Vorständin Kommunikation und Politik bei Fairtrade Deutschland

Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten erreichte im Jahr 2025 ein Rekordhoch von 3,14 Milliarden Euro – ein Plus von 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei stieg der Absatz deutlich geringer: um 1,1 Prozent in allen Produktkategorien und um 2,5 Prozent mit Blick auf Lebensmittel. Pro Kopf gaben Verbraucher rund 38 Euro für fair gehandelte Produkte aus. Die neuen Zahlen hat Fairtrade Deutschland heute im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz bekanntgegeben.

Angesichts eines Markts, der von Inflation und viel Unsicherheit geprägt ist, lobte Benjamin Drösel, Vorstand Marketing und Vertrieb bei Fairtrade Deutschland, das Ergebnis als „wichtiges Signal“. Fairtrade sei heute auch ein langfristiges Investment in die Sicherung der eigenen Lieferketten.

Fairtrade-Bananen stiegen 2025 im Absatz um 7,2 Prozent auf 130.550 Tonnen und erreichten damit einen Marktanteil von fast 17 Prozent. Bei Bio-Bananen liegt der Fairtrade-Marktanteil sogar bei 80 Prozent. Fairtrade-Kakaobohnen legten um rund 3,5 Prozent auf 92.100 Tonnen zu und kommen damit auf einen Marktanteil von knapp 21 Prozent. Der Absatz von Fairtrade-Kaffee ging leicht zurück, um 2,7 Prozent auf 24.000 Tonnen. Sein Marktanteil liegt stabil bei gut fünf Prozent.

Den größten Rückgang seit der Corona-Pandemie mussten Fairtrade-Rosen mit minus acht Prozent hinnehmen. Mit 472 Millionen verkauften Stielen und einem Marktanteil von fast 37 Prozent bleiben sie dennoch das erfolgreichste Fairtrade-Produkt.

Angesichts der ersten Quartalszahlen ist Drösel optimistisch, dass sich die positive Entwicklung im Jahr 2026 fortsetzen wird. Ein stärkerer Fokus soll dieses Jahr auf Haselnüsse gerichtet werden, die neu mit Fairtrade-Zertifikat aus der Türkei verfügbar sind. Seit Januar 2026 übernimmt Fairtrade Deutschland außerdem die Lizenzierung für 23 Länder in Mittel- und Osteuropa, zum Beispiel Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien.

Zusätzlich zum Verkaufspreis erhielten Produzenten im Jahr 2025 fast 42 Millionen Euro Prämiengelder durch Fairtrade-Verkäufe auf dem deutschen Markt, die sie für ihre Investitionen nutzen können. Claudia Brück, Vorständin Kommunikation und Politik, betonte, es seien herausfordernde Zeiten für die Erzeuger. Krisen wie der Iran-Krieg trieben die Produktions- und Transportkosten in die Höhe und zeigten die Anfälligkeit globaler Lieferketten. Es hieße daher, solidarisch zu sein und sich für eine faire Kostenteilung einzusetzen. Brück stellte außerdem in Aussicht, das Fairtrade-Regelwerk solle überarbeitet und zeitgemäß aktualisiert werden. Mit einer Veröffentlichung sei Anfang nächsten Jahres zu rechnen.

Mit der Empowering Consumers Directive (EmpCo) gelten ab dem 27. September wesentlich strengere Regeln für Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegel. Sie solle in erster Linie zu mehr Transparenz und Verlässlichkeit bei grünen Versprechen für Verbraucher führen, erklärte Friederike Elsner, Projektleiterin Siegelklarheit bei der Verbraucherzentrale NRW. Einige Eigenlabels von Unternehmen würden dadurch vermutlich wegfallen. Das Fairtrade-Siegel mit seinen transparenten Kriterien und der unabhängigen Auditierung sei dagegen bereits EmpCo-konform, stellte Claudia Brück klar. Eine hohe Aussagekraft wurde der Zertifizierung außerdem jüngst von Stiftung Warentest attestiert.

Rund 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland lebten bereits in einer Fairtrade-Town, eröffnete Christina Arkenberg, Aufsichtsratsvorsitzende von Fairtrade Deutschland. Eine wachsende zivilgesellschaftliche Bewegung engagiere sich für den Fairen Handel. Zu 933 Fairtrade-Towns, 1.026 Fairtrade-Schools und 51 Fairtrade-Universities kam 2025 das Saarland als erstes Fairtrade-Bundesland. „Das Saarland beweist, dass sozialer und ökologischer Wandel auch auf Landesebene umgesetzt werden kann“, so Arkenberg. „Jetzt ist es an den 15 anderen Ländern, nachzuziehen.“

Weitere aktuelle Zahlen und Fakten finden Sie im neuen Fairtrade-Jahresbericht 2025/26.

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