Start / Ausgaben / BioPress 67 - Mai 2011 / Prominenter Besuch bei GEPA auf der BioFach

Prominenter Besuch bei GEPA auf der BioFach

Fairer Handel mit Partnern aus Indien und Sri Lanka

{mosimage}Das Fairhandelshaus GEPA aus Wuppertal hat sein neues Tee-Sortiment auf der BioFach in Nürnberg vorgestellt. „Unser  Tee-Sortiment zeigt, was der faire Handel inzwischen zusammen mit seinen Partnern im Süden bieten kann“, erklärte der Gepa-Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing, Thomas Speck.

„Tee sollte fair und bio sein. Schon in meiner Schulzeit in Bad Urach habe ich faire Produkte im Schulhof verkauft“, erklärte Grünen-Bundesvorsitzender Cem Özdemir, der den Tee am Stand der GEPA auf der BioFach verkostete. „Ich trinke viel Tee, weil ich viel reden muss. Vor allem Kräutertee, aber auch Schwarztee“, verriet der Grünen-Vorsitzende. Özdemir machte bei seinem Rundgang unter anderem noch bei Voelkel-Säfte, Hipp Babynahrung und dem jungen Unternehmen My Müsli Station. „Ich habe ein buntes Spektrum an Ausstellern besucht, nicht nur Fair Trade“, erklärte der Politiker.

Die GEPA arbeitet in Indien mit der sozial engagierten Handelsfirma Tea Promoters India (TPI) zusammen. Die Deutschen haben den indischen Partner dabei unterstützt, die Samabeong-Plantage in einen Bio-Teegarten für hochwertige Darjeeling-Tees umzuwandeln. Hier hat TPI ein Mitbestimmungsmodell für Arbeiter eingeführt.

„Wir freuen uns sehr über die langjährige faire Partnerschaft mit der GEPA. Es gibt immer noch viel Ausbeutung auf indischen Teeplantagen“, so Jaya Sarkar, Exportmanagerin bei TPI. Das Britische Empire hat das System in der Kolonialzeit eingeführt, wie GEPA-Geschäftsführer für Partner und Produkte Robin Roth verdeutlichte. „Die Teeindustrie wurde mit Sklavenarbeit aufgebaut. Auch seit der Unabhängigkeit 1947 hat sich an den sozialen Standards wenig geändert“, weiß Roth, der englische Wurzeln hat. Roth hat nach Qualitätstee von Kleinbauern gesucht und hat ihn als Liebhaber des exotischen Getränks auch gefunden: „Als Brite trinke ich gerne Tee, natürlich mit Milch und Zucker.“

In Sri Lanka arbeitet die GEPA mit der Kleinbauern-Genossenschaft SOFA (Small Organic Farmers Association) zusammen. Von hier erhält das deutsche Fair Trade-Unternehmen die Blätter für den neuen Grüntee Ceylon. Der faire Handel bietet den Partnern im Süden langfristige Handelsbeziehungen, feste Abnahmemengen und höhere Preise. Der Mehrpreis deckt die höheren Kosten für die Bio-Produktion und leistet einen Beitrag zu den Sozialprogrammen für Bildung und Gesundheit. Dafür zahlt das Fair-Handelsunternehmen seinen Partnern mehr als den Marktpreis und je nach Tee-Sorte bis zu viermal so viel wie die international festgelegten Fair Trade-Richtlinien als Mindeststandard vorschreiben.

Das Sortiment umfasst 27 Produkte und ist in Genuss-, Erlebnis-, Basis-Sortiment, Kräuter- und Früchtetees sowie Großpackungen unterteilt. Das Erlebnissortiment enthält Kompositionen wie Weißtee mit Granatapfel oder Schwarztee mit Kardamom, Zimt und Nelken. Seit April sind die neuen Tees in den Weltläden, im Lebensmitteleinzel- und Naturkostfachhandel erhältlich.

Anton Großkinsky


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