Start / Ausgaben / BioPress 65 - November 2010 / Joschka färbt die Rewe grün

Rewe

Joschka färbt die Rewe grün

Ex-Außenminister Fischer berät den Rewe-Vorstand in Strategiefragen

Rewe-Vorstandsvorsitzender Alain Caparros hat Ex-Außenminister Joschka Fischer als Berater und grünen Mahner gewonnen. Der Ex-Außenminister hat vor einem Jahr in Berlin zusammen mit seinem Grünen-Wegbegleiter Dietmar Huber ein Beratungsunternehmen gegründet und entwickelt Strategien für den Handelsriesen. Bei der Vorstellung des Nachhaltigkeitskonzepts in Mainz stand er als Medien-Magnet im Mittelpunkt des Interesses.

Joschka Fischer & Company hat mit der Rewe Group einen weiteren großen Kunden gewonnen. In Sachen Nachhaltigkeit mit den Bausteinen Ökologie und sozialer Verantwortung berät der Grüne den Konzern. Werbefigur für das Unternehmen ist der populäre Ex-Politiker nicht. „Da müssten wir über das Honorar neu verhandeln“, scherzt Fischer.


Rewe-Vorstandsvorsitzender Alain Caparros, Berater Joschka Fischer und Rewe Einkaufsvorstand Manfred Esser.{_umbruch_}


Thomas Dosch von Bioland stellt Fragen, die nachdenklich machen.{_umbruch_}

Der 62jährige wohnt in Berlin im Einzugsgebiet eines Rewe-Marktes. Beim Einkauf kann er dann feststellen, wie viel seiner Strategie am POS umgesetzt wird. Für Fischer ist das Engagement kein einmaliger Werbegag. „Bei der Rewe steht eine strategische Orientierung dahinter, die auf Glaubwürdigkeit beruhen muss“, meint er.

Vor rund drei Jahren hat der Handelskonzern das Thema Nachhaltigkeit unter dem Leitsatz „Gemeinsam für ein besseres Leben“ in der Unternehmensphilosophie verankert. „Nachhaltigkeit ist für uns nicht Trend, sondern wesentliches Element der Unternehmensstrategie“, erklärt Caparros. Das Unternehmen bekenne sich zu seiner Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt. Dazu wurde die unternehmenseigene Nachhaltigkeitsstrategie auf vier Säulen gestellt:

• Grüne Produkte,
• Energie, Klima und Umwelt, 
• Mitarbeiter und 
• Gesellschaftliches Engagement.


„Unseren weitreichenden Einsatz für Umwelt- und Ressourcenschutz, für die Förderung Grüner Produkte sowie für die Übernahme von Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft machen wir damit für die Verbraucher in Deutschland noch transparenter“, erklärt Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender des Kölner Handels- und Touristikkonzerns.
Nachhaltiges Brot aus Bio-Anbau.

Nachhaltige Produkte sind für ein Handelshaus der Kern einer glaubhaften Strategie. Bei der Rewe sind das neben Pro Planet, Bio, Fairtrade und MSC aus nachhaltiger Fischerei. Alles zusammen sind das nicht viel mehr als 2.000 Artikel von rund 20.000, die in einem Supermarkt verkauft werden. Zu einem nachhaltigen Vollsortiment ist es noch eine lange Reise für Rewe-Chef Caparros und seine Mitstreiter.

Wie hoch die Nachfrage nach Nachhaltigkeit aktuell ist, konnte Caparros nicht beziffern. Ein Umsatzziel nannte der Rewe-Vorstand noch nicht.

Anton Großkinsky

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