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Von Matcha bis Tempeh: Natexpo zeigt Bio-Trends

Umami, Snacking und Gesundheit im Fokus

Am 28. und 29. September traf sich die Bio-Branche zur Natexpo 2026 in Lyon. Rund 400 Aussteller nahmen an der Fachmesse für Bio-Produkte teil. Die Natexpo empfing nach eigenen Angaben 5.771 FachbesucherInnen, zehn Prozent aus dem Ausland. Im Zentrum standen neue Geschmackserlebnisse, funktionelle Lebensmittel und pflanzliche Proteine.

Auf sechs Ausstellungsflächen wurden die Themen Bio-Lebensmittel, Naturkosmetik, Nahrungsergänzungsmittel, Zutaten sowie Ausrüstung und Dienstleistungen abgedeckt. 40 Prozent der Aussteller hatten nach eigenen Angaben neue Produkte im Gepäck. Eigens in Szene gesetzt wurden sie in der ‚New Products Gallery‘. Die Marken von morgen konnten Besucher außerdem in extra für kleine Unternehmen vorgesehenen Gründerzentren entdecken.

Zwischen Funktionalität und Ruf der Wildnis

Als wichtigste Trends identifizierte die Messe in diesem Jahr die Themen Funktionelle Bio-Lebensmittel, Snacking, Ruf der Wildnis, Fermentation und Pflanzliche Proteine. Funktionelle Lebensmittel verbinden die Ernährung mit spezifischen Vorteilen für die Gesundheit, Energiezufuhr oder Verdauung. Bio-Produkte zeichnen sich dabei durch natürliche Rezepturen, kurze Zutatenlisten sowie oftmals den Verzicht auf Zucker aus. Zu finden waren Energielieferanten wie ‚Super Matcha Latte Cacao‘ von Fileane Yumista oder Ho-nig-Feigen-Proteinriegel von Baam!, Getränke für unterwegs wie ‚Relax Lion’s Mane Mangue Bio‘ von Cosmos oder auch Nahrungsergänzungsmittel wie Calmiflux von Alphagem. 

Unter dem Stichwort Snacking wächst das Bio-Angebot für Convenience-Mahlzeiten zwischendurch. Mit Produkten wie ‚Black Garlic Biscuits‘ von Lou Bio oder ‚Apéro Loops‘ von Pur Aliment werde der Aperitif neu erfunden. Durch ‚Lemon Protein Veggie‘ von Marinoë-Phare d’Eckmühl oder ‚Ton Veggie Mayo‘ von Senfas halten verzehrfertige pflanzliche Alternativen Einzug ins Mittagessen.

Dem ‚Umami‘-Geschmack so-wie anderen neuen Geschmackserlebnissen sind Bio-Hersteller unter dem Motto ‚Ruf der Wildnis‘ auf der Spur. Miso, Tamari, gerösteter Sesam, schwarzer Knoblauch, Ingwer, Chilischoten, Pilze und Algen werden laut Natexpo mehr und mehr zum Bestandteil der zeitgenössischen Bio-Küche. Beispiele auf der Messe waren koreanische Süßkartoffel- und Reisnudeln von Autour du Riz, die japanische Gewürzmischung Furikake mit Wasabi-Geschmack von Ecoidées oder Algentartar nach indischer Art von Bord à Bord.

Einen andauernden Trend stellt die Natexpo für das Thema Fermentation fest, das aufgrund der besseren Verdaulichkeit und Bioverfügbarkeit der Nährstoffe nachgefragt werde. Eine fermentierte pflanzliche Camembert-Alternative namens Albert präsentierte in Lyon der Hersteller Jay & Joy, Fooh stellte einen Tempeh-Block mit geräucherter Paprika und mit dem ersten natürlichen Erfrischungsgetränk aus Fruchtpüree warb Soda Français. Durch alle genannten Kategorien zieht sich schließlich der Trend zu pflanzlichen Proteinen.

Bio-Frische, AHV und Einzelhandel

Neben Produktneuheiten wurde das Thema Außer-Haus-Verpflegung erneut in den Fokus gerückt. Als Highlight hebt die Messe die AHV-Speed-Meetings hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Restau’Co und der staatlich getragenen französischen Institution Agen-ce Bio organisiert wurden. Sechs Einkäufer trafen sich dabei mit ausstellenden Marken zu Gesprächen – mit dem Ziel, den Anteil von Bio auf den Speisekarten zu erhöhen.

Seit 2024 ist unter der Schirmherrschaft des Bio-Einzelhandel-Verbands Synadis Bio das ‚Bio-Einzelhandels-Dorf‘ auf der Natexpo vertreten. Auch dieses Jahr trafen sich dort die großen Fachhandelsketten zu Austausch, Vernetzung und Verkostungen. 

Mit dem Programm ‚Lokale Läden‘, das bereits zum dritten Mal angeboten wurde, unterstützte die Natexpo selbstständige Einzelhändler dabei, das Beste aus ihrem Messeerlebnis herauszuholen: mit Schulungen, Geschäftstreffen und persönlicher VIP-Betreuung in einem eigenen Messebereich.

Ein ‚Obst und Gemüse-Hub‘ hob das Potenzial und die strategische Rolle der Bio-Frische hervor und beschäftigte sich mit Themen wie einer ansprechenden Präsentation, Verbrauchererwartungen, der Optimierung von Lagerbeständen und der Vermeidung von Abfällen, der Saisonalität und einem besseren Storytelling zur Umsatzsteigerung. 

Die Natexpo fand unter der Schirmherrschaft des französischen Landwirtschaftsministeriums statt. 

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