Agrarpolitik
GAP ab 2028: Verbände fordern mehr Differenzierung
Verbände-Plattform veröffentlicht Stellungnahme
Am Mittwoch beginnt die Agrarministerkonferenz in Würzburg. Zu diesem Anlass haben gestern 36 Verbände eine Stellungnahme zur nationalen Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 veröffentlicht. Nach dem Prinzip ‚Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen‘ soll die von der EU vorgesehene degressive flächenbezogene Einkommensstützung (DABIS) demnach stärker differenziert und insbesondere auf betriebliche Umweltleistungen ausgerichtet werden. Die Basisprämie solle außerdem im Schnitt so niedrig wie möglich ausfallen.
Die Verbände betonen, dass das Instrument der pauschalen Flächenzahlungen insgesamt zu Fehlentwicklungen führe und bis zum Ende der kommenden Förderperiode zugunsten einer Honorierung konkreter Leistungen für Umwelt, Klima, Biodiversität und Tierwohl überwunden werden müsse – wie es im Rahmen der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) vereinbart wurde. Solange die Basisprämie jedoch Bestandteil der GAP bleibt, müsse sie deutlich zielgerichteter ausgestaltet werden als bisher.
Gestärkt werden sollen vielfältige biodiversitätsfördernde Agrarstrukturen mit hohem Arbeitsaufwand, Dauergrünland-Betriebe, die zum Erhalt wichtiger Ökosysteme beitrügen, und Betriebe mit hohen Tierschutzstandards. Auch die Bewirtschaftung von Natura-2000-Gebieten, in denen Nutzungseinschränkungen und Auflagen zusätzliche Kosten verursachen, soll stärker berücksichtigt werden – ebenso wie die Arbeit von Betrieben in Hanglage und an Marginalstandorten, die von naturbedingten Benachteiligungen betroffen sind. Einen Aufschlag wünschen sich die Verbände für Betriebe mit besonders vielen Landschaftselementen, welche die produktive Fläche reduzieren und Pflegeaufwand verursachen. Insgesamt sollen kleine und mittlere Betriebe eine besondere Unterstützung erfahren, da sie höhere Kosten und schlechtere Einkommen je Hektar hätten und einen wichtigen Beitrag zum Erhalt krisenfester Ernährungssysteme leisteten.
„Bund und Länder müssen sich dafür einsetzen, dass Deutschlands Höfe auch in Zukunft mindestens zwei Milliarden Euro im Jahr für Agrarumweltmaßnahmen abrufen können“, betont Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Gesellschaftliche Leistungen wie der Wasserschutz im Wert von 1,8 Milliarden Euro durch den Ökolandbau wären sonst bedroht. Nur eine GAP, die auf klimaresiliente Landwirtschaft setzt, könne langfristig auf gesellschaftliche Unterstützung bauen.
Zu den Unterzeichnern der Stellungnahme gehören die Bio-Verbände Bioland, Naturland, Demeter, Biokreis sowie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), neben Umweltschutzverbänden wie Greenpeace, NABU, BUND und dem Deutschen Naturschutzring (DNR). Die Verbände-Plattform zur GAP arbeitet bereits seit 2001 an gemeinsamen agrarpolitischen Forderungen und wird derzeit von BUND und AbL koordiniert.







